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Vivaldi: Zu oft gehört und daher unterschätzt

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Über die Eigenschaften der Jahreszeiten hat sich Antonio Vivaldi seine eigenen, musikalischen Gedanken gemacht und sie in vier Violinkonzerten zusammengefasst.

1725 veröffentlichte Vivaldi eine Sammlung aus zwölf Violinkonzerten, zusammengefasst unter der Opus-Zahl 8 zu der auch die Jahreszeiten gehören. Vivaldi schrieb seine "Jahreszeiten" nach Sonetten, die er wahrscheinlich selbst verfasst hat, Sonette, in denen sich der Komponist einen Reim machte auf haarkleine Details typischer Naturerscheinungen in Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Vivaldi nutzte also Programmatik als Gestaltungsmittel für die vier Violinkonzerte aus dem op.8. Zur Barockzeit waren konkrete Inhalte eigentlich der Oper vorbehalten gewesen und im Konzert eine Neuheit. Süsses Gemurmel eines Bächleins hört man, Blitz und Donner, schlafende Hirten, surrende Fliegen, säuselnden Wind, fliehendes Wild – der Fantasie sind dank der Musik keine Grenzen gesetzt. Insbesondere im Sommer wechseln sich presto und adagio, piano und forte ohne Vorwarnung ab, wie im wirklichen Leben.

Das Hörverhalten wird mit dieser CD-Aufnahme der "Jahreszeiten" von Vivaldi deutlich geschärft und entmüllt. Auch wenn jeder den "Frühling" nachpfeifen kann: die Akademie für Alte Musik Berlin legt hier einen Meilenstein in der Aufführungspraxis. Atemberaubend, was aus einer Notenschrift herausgelesen werden kann.

Fanatisch, Fantastisch, Fulminant

Antonio Vivaldi, Die Vier Jahreszeiten
Leitung: Midori Seiler

Akademie für Alte Musik Berlin
Erschienen bei: Harmonia Mundi, 2008

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