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Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 
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René Jacobs

 

Eine NEUE Zauberflöte?

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Die Ruhrnachrichten schreiben über René Jacobs Neueinspielung der "Zauberflöte":

Diese „'Zauberflöte' war mit besonderer Spannung erwartet worden, sitzt doch gerade diese Oper allen Theaterbesuchern so fest im Ohr, dass jedes Experiment mit ihrer Musik als Frevel erscheinen muss. Und für Experimente ist Jacobs berühmt-berüchtigt. Mit historischer Aufführungspraxis hat das sehr wenig zu tun. Aber die nimmt der Maestro auch nicht mehr für sich in Anspruch, zumindest nicht im orthodoxen Sinn. Im Booklet erklärt er seine „Zauberflöte“ zum „Hörspiel“ und bekennt sich zu lustvoll-subjektiver Spielerei.Und danach klingt es auch! Unvorstellbar, dass Mozart bei einer seiner Live-Premieren ein so ausgetüfteltes Dirigat wie das von Jacobs hinbekommen hätte. Der Komponist kam der Legende nach erst Stunden vor der Vorstellung mit den letzten Noten angerannt, er hielt nichts von endlosen Proben und klagte (etwa in der Provinzhauptstadt Prag) über ungeschickte Sänger, die ihre Partien nicht sofort vom Blatt singen konnten."

Bemerkenswert an dieser Aufnahme ist beinahe alles. Die herausragende Qualität der Solisten, die nicht nur schön singen, sondern ihre Rollen glaubhaft und lebendig verkörpern. Ein ganz und gar mitsprechendes und mitdenkendes Orchester. Und nicht zuletzt die Bedeutung, die den Rezitativen zugemessen wird. Wie in einem Hörspiel entstehen echte Gespräche, die den Hörer davon abhalten, bis zur nächsten Arie wegzuhören.

Ohne Worte

Wolfgang Amadeus Mozart, Zauberflöte
Dirigent: René Jacobs, Solisten:
Daniel Behle, Marlis Petersen, Anna-Kristiina Kaappola, Sunhae Im, Kurt Atzesberger
Akademie für Alte Musik Berlin, RIAS Kammerchor

Erschienen bei: Harmonia Mundi, 2009


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Freiburg mit extrem leichtem Händelklang

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Dass Georg Friedrich Händels Musik innig ist, voller Statik sein kann, und in Ausnahmezuständen leichter als eine Feder, das ist ein Fakt. Doch Leichtigkeit kann auch übertrieben angewendet werden. So bei der vorliegenden Aufnahme des Freiburger Barockorchesters unter René Jacobs.

Die Deklamation des Chores ist tadellos, auch die Solisten sind hervorragend besetzt. Kein Zweifel. Aber René Jacobs taucht die komplette Partitur in eine zu künstliche Leichtigkeitswelt. Die Art dieser Interpretation kommt wunderbar an, insbesondere beispielsweise bei den Arien wie "He was despised and rejected of men" oder "Comfort y, my people, saith your God", gleich zu Beginn des in Dublin uraufgeführten Oratoriums. Doch bei einem Chorstück wie "For unto us a child is born" ist der Wunsch nahe, mehr Basis und Bodenständigkeit vernehmen zu wollen.

Leider nur eine plausible Aufnahme.

Georg Friedrich Händel, Messiah, HWV 56
Freiburger Barockorchester, Clare College Choir
Dirigent: René Jacobs, Interpreten:
Kerstin Avemo, Patricia Bardon, Lawrence Zazzo, Kobi van Rensburg, Neil Davies
Erschienen bei: HM, 2005


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Mächtig, mächtig - ein Bachsches Trompetenfest

Jacobs

Wenn wir bei Marc Minkowski von einem "enfant terrible" der Barockinterpretation reden (siehe blog Minkowski, h-Moll Messe), können wir René Jacobs eigentlich gleich auch dazu gesellen.

Jacobs ist ein Kenner und Maestro des Details, auch - wie Minkowski - der historischen Werkinterpretation. Und selbst wenn er überhaupt nicht richtig Dirigieren kann, die Phrasen einzelner Passagen nicht händisch ausmalt, sondern stumpf den Takt vorgibt, sei es ihm verziehen, denn er hat ein unglaubliches Talent Barockmusik und Musik der Klassik authentisch erklingen zu lassen.

Ein Beispiel für die Empfindsamkeit des ehemaligen Countertenors ist seine Einspielung der h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach, welche einem Meilenstein der Bachinterpretation gleich kommt und eine Referenzeinspielung darstellt. Die Sätze "Et ressurexit", oder auch das "Gloria" gleichen einem Fest für jeden Trompetenspieler und Liebhaber dieses Instrumentes.

Ein großes Lob noch für den RIAS Kammerchor, welcher beeindruckend artikuliert und sich willenlos und ohne Übertreibung dem Fluss der Bachschen Melodieeingebung hingibt.


wertvolle Referenzeinspielung

Johann Sebastian Bach, h-Moll Messe, BWV 232
Akademie für Alte Musik Berlin, RIAS Kammerchor
Dirigent: René Jacobs, Interpreten: Hillevi Martinpelto, Bernarda Fink, Matthias Goerne, Christophe Prégardien
Erschienen bei: Berlin Classics, 1992



 

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