Anderszewskis Sicht auf Beethoven
Der polnische Pianist Piotr Anderszweski wurde von einer Journalistin vor kurzem gefragt, ob es möglich sei, dass in seinen Klavierinterpretationen eine gewisse Wut zu erkennen sei. Anderszewski antwortete darauf: "Wollen Sie jetzt wissen, ob ich wütend werden kann? Jeder Kritiker ist subjektiv in seinem Urteil, die Frage ist nur, muss er so subjektiv sein? Ich bestreite nicht, dass etwas von der Persönlichkeit durchkommt, aber das ist nur ein vordergründiger Aspekt. Es geht viel tiefer. Der spezifische, ganz eigene Klang eines Künstlers ist das Entscheidende. Der muss da sein. Wenn der nicht da ist, dann mag alles noch so intelligent konzipiert sein, aber es reicht einfach nicht."
Gesagt, getan. Seine Beethoven-Klavierkonzertinterpretation klingt anders. Frech, spontan, lausbubenhaft - eine ganz neue Hörerfahrung, und dies in Bezug auf einen Opus von Beethoven, welcher doch schon zig Mal durchgekaut wurde. Frecher BeethovenLudwig van Beethoven, Klavierkonzerte I, op.15
Dirigent: Piotr Anderszweski, Solist: Piotr Anderszweski
Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Erschienen bei: Virgin, 2007
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