BB = Zufall oder Plan?
Ein B für Boulez, ein B für Berio. Eine bewußte Symbiose oder reiner Zufall? Nein, es scheint schon, dass der Komponist und Dirigent Pierre Boulez sehr viel mit der zeitgenössischen Musik mehr anfangen kann, als mit Barocksound und, dass er sich intensiv wie kein anderer Dirigent zuvor mit seiner eigenen Sparte, wie auch seinen eigenen Kollegen auseinandersetzt. Nennen wir es folglich nicht Zufall, sondern eher willige Programmplanung, sei es live oder auf CD.
Es ist nicht jedermanns Sache, die Sache mit der Musik eines Luciano Berio, welcher das spieltechnische und klangliche Ausloten der Möglichkeiten eines Instrumentes und ihrer Kombinationen untereinander (bei mehreren Instrumenten) zu einer kompositorischen Herausforderung von eminenter Wichtigkeit ansieht, mit einher gehend natürlich ebenso die Umsetzung dieser "Wichtigkeit" in Form von Musikdarbietung bzw. Musikinterpretation. Diesem Reiz, ja dieser Aufgabe hat sich Berio in mit seiner "Sinfonia" gleich in mehreren "Sinfonieversuchen" angenommen. Berio meint selbst über Instrumental- und Vokalisten: "Die besten Solisten unserer Zeit - modern in ihrer Intelligenz, ihrer Sensibilität, ihrer Technik - sind auch fähig, sich in einer weiten historischen Perspektive zu bewegen und die Spannungen zwischen den schöpferischen Impulsen von gestern und heute aufzuheben: sie setzen ihre Instrumente als Mittel zur Suche und zum Ausdruck ein."Eine unendliche Suche? Vielleicht, kann gut sein - denn Berios Musik hält vieles offen.Spannende, nicht leichte Kost Luciano Berio, SinfoniaDirigent: Pierre Boulez
New Swingle Singers, Orchestre National de France
Erschienen bei: Apex, 1984
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