Nonobach

Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 
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Martin Stadtfeld

 

Schostakowitsch in Lockenhaus

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Gleich nach der Lyrischen Suite von Berg ein weiterer kammermusikalischer Liebling von mir: Das Klavierquintett von Dmitri Schostakowitsch. Im Vergleich zu Bergs Werk, das 15 Jahre frueher entstand, mutet es "klassisch" an, mit einer klaren Struktur, die intuitiv erkennbar wird, mit einem markanten Beginn des Klaviers, einer immer wiederkehrenden Melodie, einer Fuge, einer Reprise. Aber das alles ist fuer den Zuhoerer unwesentlich, wichtig ist die innerliche Erschuetterung, die diese Musik ausloesen kann. Die Fuge gehoert fuer mich zum schoensten und ergreifendsten der gesamtem kammermusikalischen Literatur. Das Euphonia Quartett spielt es deutlich schneller und zarter als das Borodin Quartett, deren legendaere Aufnahme meine Referenz darstellt. Bei Borodin hat es eine ausserirdische, mystische Qualitaet, die Fuge wird zu einer Insel der Ruhe- und Trauer inmitten des Satzes. Im Jahre 1940, mitten im Schrecken seiner Zeit, ein erschuetterndes Zeitzeugnis. Hervorragend Eva Bindere und Daniil Grishin, Martin Stadtfeld am Klavier enttaeuscht. Man hat den Eindruck, es ist nicht seine Musik. Spaeter, bei Liszts Transkribtion von Isoldes Liebestod, ist das schon deutlich mehr der Fall.

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