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Lucia di Lammermoor

 

Lucia di Lammermoor II

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Angela Gheorghiu - wir haben von ihr schon mehrmals in verschiedenen blogs gehört und gelesen. Sie will 2011 nun ran an die Butter, ist in Vorbereitung ihrer ersten "Lucia" und wagt sich damit - in letzter Zeit immer mehr - auf das Terrain des Belcanto.

Das könnte klappen, und eben nicht schief gehen. Und hoffentlich bekommen wir dann abseits diverser Live-Performances auch eine schöne CD oder DVD-Aufnahme, ganz gleich ob mit ihrem Mann (Roberto Alagna) als Partner, oder nicht.

Warum kann dies klappen? Ganz einfach: Gheorghiu ist seit Jahren die weltweit beste "Traviata". Und "Traviata" zählt noch nicht zum dramatischen oder lyrischen Sopran, die Titelpartie - Violetta - ist ein Belantosopran. Ein Weg, um zu Donizetti zu kommen, führt daher über z.B. Verdis Violetta.

Ihr internationales Debüt gab sie 1992 an der Royal Opera Covent Garden in La Bohème. Noch im selben Jahr erlebte man sie zum erstenmal an der Metropolitan Opera New York und an der Wiener Staatsoper. Als sie 1994 in Covent Garden zum erstenmal in "La Traviata" auftrat, disponierte die BBC kurzerhand den Sendeplan um und strahlte die Oper im Fersehen aus. Bei einer der Proben bekannte der Dirigent Sir Georg Solti: "Mir kamen die Tränen. Ich musste hinausgehen. Das Mädel ist wunderbar. Sie kann alles." Die Aufführung wurde auch gefilmt und von Decca aufgenommen. Zeitungen und Zeitschriften begeisterten sich: "Ein Stern ist aufgegangen." Seitdem ist Angela Gheorghiu rund um die Erde in Opernhäusern und Konzertsälen gefragt: New York, London, Paris, Salzburg, Berlin, Tokio, Rom, Seoul, Venedig, Athen, Monte Carlo, Chicago, Philadelphia, Sao Paolo, Los Angeles, Lissabon, Valencia, Palermo, Balbeck, Amsterdam, Kuala Lumpur, Zürich, Wien, Madrid, Barcelona, Valencia, Prag, Montreal, und Moskau.

Wir drücken die Daumen und sind gespannt, welches Opernhaus mit Gheorghiu diesen langersehnten Karriereschritt geht.

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Lucia di Lammermoor I

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"Lucia di Lammermoor" - manche meinen, es sei das Meisterstück des Bergamasken Gaetono Donizetti. Darüber kann man streiten, denn viele Jahre wurde u.a. "Lucrezia Borgia" musik-dramaturgisch und musikalisch bei weitem unterschätzt, heute führen die Staatsoper München und die Wiener Staatsoper "Lucrezia" als bejubelte Premieren auf.

Mit "Lucia" ist es so seine Sache. Diese Oper steht und fällt mit der Titelfigur. Viele haben sich an der Rolle probiert, haben entweder einen Sieg davon gerungen, oder sind mit der Rolle gescheitert.

Spitzenreiter in der CD-Gesamteinspielung und überhaupt im Siegeszug um die Kunst, die in der Oper sehr schwere Wahnsinnsarie bestens wiederzugeben, ist ohne Zweifel Edita Gruberova. Sie hat die Oper drei Mal eingespielt. Bei EMI, Teldec und Nightingale Classics (ihrem eigenen Label). Die beeindruckendste Aufnahme ist bei Teldec erschienen, auf welcher sie gemeinsam mit Neil Shicoff singt, welcher die Rolle des Edgardo in der Oper verkörpert. Der Musikkritiker Joachim Kaiser schrieb in den achtziger Jahren einst nach der sagenumwogenen Premiere der "Lucia"-Inszenierung von August Everding in München: "(...) wie ein Tiger lauerte das Publikum auf jeden Ton, doch Gruberova wurde nicht zum Opfer (...), sie schlug den Tiger in die Flucht.". Genauso ist es, auch auf dieser Aufnahme. Die Kunst des Belcanto: es sitzt jeder Ton, jede Nuance, alles, was Belcanto bedeutet, ist präsent.

Edita Gruberova selbst über Belcanto in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk: "Ich glaube, es gibt nur eine Gesangstechnik. Natürlich muß jeder Sänger für sich adaptieren, wie er das dann wieder zurückgibt. Die Vorgänge im Körper, also seine körperliche Arbeit - das ist ja vom Atem angefangen bis zur Koordination der ganzen Muskulatur des ganzen Körpers, von der Zehenspitze bis zum Scheitel -, das alles ist eine Wissenschaft. Das muß man sich alles in mühevoller kleiner und detailreicher Arbeit aneignen, die man tagtäglich praktizieren muß, die man bei jedem Auftritt auf der Bühne kontrollieren oder beachten muß: Mache ich alles richtig, oder habe ich etwas vergessen? Wobei ich an meine Rolle und an meine Darstellung denken muß. Aber das sind alles Abläufe, die niemand merken darf, aber die sind schon da."


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