Nonobach

Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 
Filed under

Kurt Masur

 

Tschaikowsky: Masur bietet alle Symphonien und Klavierkonzerte - top!

1186975524

Nicht nur beeindruckend vom Umfang her. Der Dirigent Kurt Masur hat mit seinen ehemaligen Stammorchestern - dem New York Philharmonic Orchestra und dem Gewandhausorchester Leipzig - alle Symphonien von Tschaikowsky eingespielt, und alle Klavierkonzerte.

Erschienen ist das Ganze bei Warner Classics und - es kann sich hören lassen.

Die Klaviervirtuosin ist eine Altbekannte, Elisabeth Leonskaja. Noch nie gehört?

Elisabeth Leonskaja zählt seit Jahrzehnten zu den gefeierten großen Pianistinnen. In einer von medialer Wirkung dominierten Welt bleibt Elisabeth Leonskaja sich und der Musik treu, ganz in der Tradition der großen sowjetischen Musiker, wie u.a. Swjatoslaw Richter, David Oistrach, Emil Gilels, denen es inmitten schwierigster politischer Bedingungen stets um die Quintessenz der Musik ging. Elisabeth Leonskajas Bescheidenheit, was die eigene Person angeht, ist schon fast legendär. Erlebt man sie auf die Bühne, spürt man jedoch sofort die immense Kraft, die daraus erwächst, wenn Musik zur Lebensaufgabe wird. Geboren in Tiflis, Georgien, in einer russischen Familie galt sie als Wunderkind, das schon mit 11 Jahren die ersten Konzerte gab.

Elisabeth Leonskajas musikalische Entwicklung wurde entscheidend von ihrer Zusammenarbeit mit Swjatoslaw Richter geprägt. Der geniale Pianist erkannte ihr außergewöhnliches Talent und förderte sie nicht allein durch Unterrichten und Beraten, sondern auch indem er sie einlud, etliche Duo-Konzerte mit ihm zu spielen. Ein musikalisches Ereignis! 1978 verließ Elisabeth Leonskaja die Sowjetunion, um Wahlwienerin zu werden. Ihr sensationeller Auftritt bei den Salzburger Festspielen 1979 markierte den Anfang einer stets wachsenden Konzertkarriere im Westen. Zahlreiche CD-Einspielungen und Auftritte in der ganzen Welt, wie bei den Salzburger Festspielen, und die Zusammenarbeit mit den größten Dirigenten ihrer Zeit und fast allen erstklassigen Orchestern, unter anderem mit den Berliner Philharmonikern und dem Guarneri String Quartet, zeugen von ihrer internationalen Anerkennung. Sie ist Ehrenmitglied des Wiener Konzerthauses.

Lange Rede, kurzer Sinn: Reinhören ist die Devise!

Geniale Verbindung zweier Künstler

Peter I. Tschaikowsky, Klavierkonzerte 1-3, op.23, 44 und 75
Dirigent: Kurt Masur, Solist: Elisabeth Leonskaja
New York Philharmonic Orchestra

Erschienen bei: Apex, 1996

Hinterlegt in  //   Elisabeth Leonskaja   Gewandhausorchester Leipzig   Kurt Masur   New York Philharmonic Orchestra  
Per email 

Kommentare [0]

Beethoven Violinkonzert, interpretiert von Masur und Mutter

Kurt-masur

Bei EMI ist 2002 eine CD erschienen, bezüglich welcher man sofort sagen könnte "oh, nein, kenn ich eh schon!".

Vorsicht, bitte nicht. Der Löwenanteil der CD ist das Violinkonzert von Ludwig van Beethoven, gefolgt von der Violin-Romanze Nr. 1 und Nr. 2. Was die Interpreten betrifft, kommt nun bestimmt gleich ein Raunen: Anne-Sophie Mutter spielt die Geige, das New York Philharmonic Orchestra den Orchesterpart und der Dirigent ist Kurt Masur.

Es geht hier um eine Standardinterpretation und damit wird es gefährlich, weil es vielleicht langweilig vom Hören her wird. Das Gegenteil ist der Fall.

Ganz kurz zu Mutter, der Solistin, weil viel braucht über sie und ihr Spiel nicht erwähnt werden. Nach ihrer Einspielung mit Herbert von Karajan ist es das 2. Mal in ihrem Leben, dass sie das Beethovensche Violinkonzert eingespielt hat. Bestimmt wohl überlegt, mit wem sie dies tut, ist sie doch eine Ausnahmekünstlerin, die permanent Veränderung will und liebt. Ihre Interpretation - und das geht mit unter auch auf den Dirigenten Masur zurück - strotzt voller Standhaftigkeit im Ausdruck, Ruhe und Auspielung aller Phrasen - es gibt keine Hektik, den Beethovens Violinkonzert ist - was Virtuosität betrifft - kein Bravourstück.

Das Orchester und Kurt Masur: es gibt wenige, wenn überhaupt welche, Interpretationen dieses Klassikers, welche so kraft- und würdevoll verlaufen. Der 2. Satz, Larghetto, eine Verbeugung Masurs vor Beethovens musikalischen Ideenreichtum, voller Ausdruck, aber klassischen Ausdruck, nicht romantischen Ausdruck (eine Falle, in welche viele Dirigenten tappen, wenn sie meinen, Beethoven sei ein Romantiker gewesen, im Sinne des Musikstils).

Also: vergleichen bitte mit anderen Einspielungen und was besseres finden! Wird schwer werden. 

Hinterlegt in  //   Kurt Masur   Ludwig van Beethoven   New York Philharmonic Orchestra  
Per email 

Kommentare [1]

Ich bin radikaler geworden / Interview a.d.Jahr 2003

2006-60

aus der "Berliner Zeitung", von Jan Brachmann

Kurt Masur über sein Leben mit der Musik, über Eitelkeit und Demut, Erschütterungen und Glücksmomente, über altmodische Liebe und die Leidensseufzer des Horns.

Read the rest of this post »

Hinterlegt in  //   Kurt Masur  
Per email 

Kommentare [2]

Richard Strauss, Masur und die Franzosen

Onf-masur

Sehr spannend anzuhören ist eine jüngst beim Label Radio France erschienene CD mit dem Orchestre National de France. Dirigent ist Kurt Masur und auf dem Programm der CD steht Richard Strauss' "Alpensymphonie".

Das Werk selbst ist Programmmusik. Dem Werk liegt das Konzept zugrunde mit musikalischen Mitteln die Besteigung eines Alpengipfels und die Rückkehr ins Tal während eines Tages zu gestalten.

Eines gewaltigen Aufwands bedarf es, diese Symphonie von Richard Strauss zur Aufführung zu bringen - nicht nur wegen der riesigen Dimensionen dieses großartigen Werkes, was die Besetzung betrifft, sondern auch wegen so mancher skurriler Anweisung des Komponisten in der Partitur, wie manche Stellen gespielt werden sollten. Das Orchestre National de France und Kurt Masur stellt sich dieser Herausforderung. Aus den dumpfen Anfangstakten der entsteht eine ganze Welt, die das Orchester zum Leuchten bringt und ein Klang, der am Ende wieder im Nichts verschwindet.

Hinterlegt in  //   Alpensymphonie   Kurt Masur   Orchestre National de France   Richard Strauss  
Per email 

Kommentare [1]

Jessye Norman und Richard Strauss

Jessye_norman_sur_scne

Es lohnt sich, einmal wieder in der Vergangenheit nachzuschauen, was denn schon so alles auf CD erschienen ist. Gibt es etwas, was man ohne weiteres auch heute noch empfehlen kann, was sozusagen zum Standard gehört?

Oh ja. Zum Beispiel Richard Strauss und die "Vier letzten Lieder" und die "Sechs Orchesterlieder". Bei dem Label Philips erschien 2002 eine CD mit dem Gewandhausorchester Leipzig, unter Kurt Masur (aufgenommen wurde das Ganze als Platte schon in den achtziger Jahren). Gesungen werden die Lieder von Jessye Norman.

Was für eine Frau, was für eine Stimme, was für eine gute deutsche Aussprache. Aber auch der Orchesterpart ist unglaublich subtil, durchdringend und wundersam, eben Kurt Masur, ein Kenner der Strauss-Literatur.

Die "Vier letzten Lieder" sind nach Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff entstanden und von Strauss in der Schweiz zu Papier gebracht worden. Der Titel selbst stammt nicht vom Komponisten. Darüber hinaus dokumentieren diese Lieder vielmehr eine kontinuierliche Auseinandersetzung von Strauss mit den Themen "Tod" und "Abschied", womöglich auch vor dem Hintergrund des vergangenen Krieges und in Vergegenwärtigung des eigenen bevorstehenden Todes.

 

Hinterlegt in  //   Gewandhausorchester Leipzig   Jessye Norman   Kurt Masur   Richard Strauss  
Per email 

Kommentare [1]