Nonobach

Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 
Filed under

Johann Sebastian Bach

 

Il Fondamento und Bach

Fondamento-1

Die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach ist als Autograph vom Komponisten vollständig erhalten. Sie führt, was die Häufigkeit von Aufführungen weltweit betrifft, leider immer noch ein Schattendasein gegenüber der Matthäus-Passion, und dies obwohl sie mit Sicherheit die intimere Komposition von beiden Passionen ist.

Das Ensemble Il Fondamento hat sich der Passion in seiner vierten Fassung von 1749 angenommen und eine sehr ansprechende Aufnahme damit veröffentlicht. Vom ersten Ton an wird das Leiden deutlich. Insbesondere die Holzbläsergruppe kommt beim Partiturlesen von Il Fondamento genial zur Geltung und verkündet in "leidigem" Ton das heraufziehende Unheil der Menschheit, die Kreuzigung Jesu Christi.

Aber auch der Chor ist solistisch transparent, wirkt wunderbar und schlank im Klang.

Das Ensemble Il Fondamento feierte 2009 seinen 20. Geburtstag und zählt bis heute zu den führenden Ensembles mit historischer Aufführungspraxis. Das Repertoire ist insbesondere durch Aufführungen von Rennaissance- und Barockmusik gekennzeichnet.

Bach in vollen Zügen

Johann Sebastian Bach, Johannes-Passion, BWV 245
Dirigent: Paul Dombrecht, Solisten:
Ian Honeyman, Werner Van Mechelen, Greta De Reyghere, Steve Dugardin, Stuart Patterson, Dirk Snellings
Il Fondamento, Il Fondamento Chor
Erschienen bei: Passacaille, 1996


Hinterlegt in  //   Dirk Snellings   Greta De Reyghere   Ian Honeyman   Il Fondamento   Il Fondamento Chor   Johann Sebastian Bach   Johannes-Passion   Paul Dombrecht   Steve Dugardin   Stuart Patterson   Werner Van Mechelen  
Per email 

Kommentare [1]

Concerto Köln brilliert mit weltlichem Bach

202_johann_sebastian_bach

Es ist ja kaum zu glauben, dass Johann Sebastian Bach uns auch weltliches Tonmaterial hinterlassen hat, angesichts der beruflichen Positionen, welche er bekleidet hat, welche stets - und leider fast ausschliesslich - geistliche Thematiken ins Zentrum seiner Kompositionsarbeit gestellt haben.

Mit den Orchestersuiten zeigt uns Bach, dass er die weltliche Tonkunst in der Tat nicht schlecht beherrschte und mit Sicherheit an reinen Lusthöfen, wie in Italien, seinen persönlichen Erfolg gefeiert hätte. Ob BWV 1068, BWV 1067, BWV 1066 oder BWV 1069 - eine jede Suite ist ein musikalisches Kleinod für sich.

Doch da Komponieren nicht ohne Interpretieren auskommt, liegt sehr viel Arbeit beim jeweiligen Ensemble, dieser reizvollen Melodik zu einer gewissen Geltung zu verhelfen. Frisch, herrschaftlich und brilliant legt Concerto Köln mit seiner Aufnahme einen Meilenstein, an dem man nun wahrlich schwer vorbei kommt.

Alles ist nach Maß musiziert, nicht zuviel, nicht zu wenig.

Idealer Barockklang von A bis Z

Johann Sebastian Bach, Orchestersuiten
Concerto Köln

Erschienen bei: Berlin Classics, 2009


 

Hinterlegt in  //   Concerto Köln   Johann Sebastian Bach  
Per email 

Kommentare [0]

Bach in England? Ist schon passiert!

Butt

Köthen, Leipzig, Arnstadt, Lüneburg, Eisenach, Mühlhausen und Ohrdruf, das war es mit den Johann Sebastian Bach - Lebensstationen was Städte betrifft. London? Dort war er nie, auch nicht in England. Sein Wohnlebensradius war klein.

Was wäre wohl passier, wäre er auf eine Einladung hin oder anderweitig nach England gekommen? Wir wissen es nicht. Dass Bach jedoch von englischen bzw. Musikern genauso gut musiziert wird, wie von anderen, das belegt die vorliegende CD mit der Interpretation der h-Moll Messe des Schotten John Butt.

Nichts, aber auch gar nichts, wird hier ausgespart: solistisch besetzte Chorsätze (wie bei Minkowski), kraftvolle Trompeten- und Hornklänge, nebst kammermusikalischen Einlagen - alles ist vorhanden, klingt wohlgeformt und - vor allem - wohl durchdacht.

Der Musikwissenschaftler Joshua Rifkin "predigt" seit Jahren schon, dass Bach seine Chorsätze nur solistisch besetzt hat. Der deutsche und renommierte Musikverlag Breitkopf & Härtel nahm sich dieser Thesen an und veröffentlichte im Jahr 2006 die Urtextausgabe der Bachschen h-Moll Messe. Seitdem widmen sich immer mehr Ensembles, Dirigenten und Interpreten dieser (wahren) Fassung der h-Moll Messe.

John Butts Einspielung braucht sich nicht hinter Jacobs oder Brüggen verstecken - im Gegenteil.

Note sehr gut

Johann Sebastian Bach, h-Moll Messe, BWV 232
Dunedin Consort & Players
Dirigent: John Butt, Interpreten: Susan Hamilton, Cecilia Osmond, Margot Oitzinger, Thomas Hobbs
Erschienen bei: Linn Records, 2009

Hinterlegt in  //   Cecilia Osmond   Dunedin Consort & Players   Johann Sebastian Bach   John Butt   Margot Oitzinger   Susan Hamilton   Thomas Hobbs  
Per email 

Kommentare [0]

Mehrstimmigkeit in aller Deutlichkeit mit Cobozscher Leseart der h-Moll Messe

Coboz

Carl Friedrich Zelter hat Johann Sebastian Bachs h-Moll Messe als "das größte Kunstwerk, dass die Welt jeh gesehen hat" beschrieben, anno 1811. Auch Haydn, Mozart und Beethoven sind nachgewiesene Bewunderer dieser Messe. Bis heute jedoch weiß man nicht, ob das Entstehung der gesamten Messe eher einem Zufall zu verdanken ist, in dem Bach einfach immer wieder diverse Mess-Teile zum Einzelgebrauch vertont hat, bis er sie schlussendlich zusammenfügte, oder ob Bach von Beginn an eine komplette - im katholischen Sinne - Messe verfassen wollte.

Fakt ist, dass diese Messe voller Fugen und Polyphonie ist und es wohl selten eine Aufnahme gibt, bei welcher gerade Bachs musikalisches Mittel der Fuge so deutlich beim Zuhören ankommt, wie bei der Einspielung von Michel Coboz.

Musikalisch entschlackt (außer was den Orchestersatz betrifft, der manchmal etwas breiig daherkommt) interpretiert Coboz die h-Moll Messe als furioses und glanzvolles Werk, womit er sich der Interpretation Frans Brüggen annähert.


Polyphoner Wohlklang

Johann Sebastian Bach, h-Moll Messe, BWV 232
Ensemble Instrumental & Vocal de Lausanne
Dirigent: Michel Coboz, Interpreten: Yumiko Tanimura, Valérie Bonnard, Sébastien Droy
Erschienen bei: Mirare, 2008

Hinterlegt in  //   Ensemble Vocal & Instrumental de Lausanne   Johann Sebastian Bach   Michel Coboz   Sébastian Droy   Valérie Bonnard   Yumiko Tanimura  
Per email 

Kommentare [0]

Mächtig, mächtig - ein Bachsches Trompetenfest

Jacobs

Wenn wir bei Marc Minkowski von einem "enfant terrible" der Barockinterpretation reden (siehe blog Minkowski, h-Moll Messe), können wir René Jacobs eigentlich gleich auch dazu gesellen.

Jacobs ist ein Kenner und Maestro des Details, auch - wie Minkowski - der historischen Werkinterpretation. Und selbst wenn er überhaupt nicht richtig Dirigieren kann, die Phrasen einzelner Passagen nicht händisch ausmalt, sondern stumpf den Takt vorgibt, sei es ihm verziehen, denn er hat ein unglaubliches Talent Barockmusik und Musik der Klassik authentisch erklingen zu lassen.

Ein Beispiel für die Empfindsamkeit des ehemaligen Countertenors ist seine Einspielung der h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach, welche einem Meilenstein der Bachinterpretation gleich kommt und eine Referenzeinspielung darstellt. Die Sätze "Et ressurexit", oder auch das "Gloria" gleichen einem Fest für jeden Trompetenspieler und Liebhaber dieses Instrumentes.

Ein großes Lob noch für den RIAS Kammerchor, welcher beeindruckend artikuliert und sich willenlos und ohne Übertreibung dem Fluss der Bachschen Melodieeingebung hingibt.


wertvolle Referenzeinspielung

Johann Sebastian Bach, h-Moll Messe, BWV 232
Akademie für Alte Musik Berlin, RIAS Kammerchor
Dirigent: René Jacobs, Interpreten: Hillevi Martinpelto, Bernarda Fink, Matthias Goerne, Christophe Prégardien
Erschienen bei: Berlin Classics, 1992



 

Hinterlegt in  //   Akademie für Alte Musik   Bernarda Fink   Christophe Prégardien   Johann Sebastian Bach   Matthias Goerne   RIAS Kammerchor   René Jacobs  
Per email 

Kommentare [3]

Johann Sebastian Bach als Schüler des ehrwürdigen Gent

Herreweghe

Gent liegt in Flandern, eine geschichtsträchtige Region in Belgien. Menschen, die in Flandern leben, nennt man Flamen. Und seit Urzeiten ist wenn auch nicht vieles, aber eines bekannt: aus der Gegend um Gent die berühmte Franko-Flämische-Schule entstanden ist, welche die Musikgeschichte nach Palestrina entscheidend verändern sollte und verändert hat. So wurde die Sext und die Terz als ein konsonantes Intervall anerkannt, die Fünf- und Sechsstimmigkeit wird ausgebaut und zum Standard. Bedeutende Komponisten dieser großen Musikepoche sind Johannes Ockeghem oder auch Guillaume Dufay.

In Anlehnung an dieser traditionsreiche (flämische) Musikzeit hat der Dirigent Philippe Herreweghe 1970 das Collegium Vocale Gent gegründet, ein Ensemble, welches sich besonders auf die Interpretation von Barockkomponisten spezialisiert hat, wobei in den letzten Jahren auch immer wieder vermehrt klassische und romantische Werke zur Interpretationsgeschichte des Ensembles hinzugekommen sind.

Hört man Herreweghes Ansatz der Bachschen h-Moll Messen Interpretation, werden Minkowski Ideen wieder deutlich. Der Verdacht liegt nahe, dass Minkowski sich entweder mit Herreweghes Partiturlesweise auseinandersetzt hat (wohl nicht umgekehrt), oder dass Minkowski eben genauso spürt und empfindet, wie Herreweghe. Schlicht und schlank sind die chorischen wie die instrumentalen Sätze gehalten, eben so, wie zu Zeiten von Bach. Ein sehr gelungene Einspielung, die mittlerweile zum Standard gehört.

 

Bach-Standard Einspielung

Johann Sebastian Bach, h-Moll Messe, BWV 232

La Chapelle Royale, Collegium Vocale Gent

Dirigent: Philippe Herreweghe, Interpreten: Veronique Gens, Agnes Mellon, Andreas Scholl, Peter Kooy, Christophe Prégardien

Erschienen bei: Harmonia Mundi, 1997

Hinterlegt in  //   Agnes Mellon   Andreas Scholl   Christophe Prégardien   Collegium Vocale Gent   Johann Sebastian Bach   Johannette Zomer   La Chapelle Royale   Philippe Herreweghe  
Per email 

Kommentare [0]

Gemütliches Schreiten, Pracht und Fülle im Klang - Brüggen mit h-Moll Messe

Brggen

Das Label Glossa legt eine Einspielung des wohl monumentalsten sakralen Werkes Johann Sebastian Bachs vor, die sich hören lassen kann.

Kein geringerer als Frans Brüggen widmet sich hier mit seinem Ensemble Orchestra of the 18th Century jener Messe Bachs, die zwar in der Aufführungsdauer nicht an ein Weihnachtsoratorium heran kommt, jedoch musikalisch weit vielschichtiger - und eben monumentaler - ist.

Im Gegensatz zu Minkowskis Interpretation ist der Instrumentalsatz nicht unbedingt lebendig, fast eher leicht schleppend, jedoch aber taktvoll und mächtig im Eindruck. Beeindruckend sind die Bachtrompeten, welche beim "Sanctus" und "Et resurrexit" sehr schön hervor kommen und bravourös gespielt werden. Chorisch gesehen (es singt die Cappella Amsterdam) muss sich Brüggen auch nicht unbedingt verstecken.

Was fehlt, ist vielleicht der "drive", wie bei Minkowski. Durch die leicht schleppende Art kommt kein Tempounterschied der einzelnen Sätze zum Ausdruck, wo doch das musikalische Zeitalter des Barocks vom Puls lebte, welcher zwar immer den gleichen Rhythmus hat, aber nicht immer die gleiche Schnelligkeit.

Frans Brüggen, ehemals Professor der Harvard-Universität, gebührt noch ein Dankeschön generell. Denn abseits der Wiederentdeckung einiger verschollener barocker Werke, hat er die Blockflöte als Soloinstrument wieder salonfähig gemacht.

 

Prägnant

Johann Sebastian Bach, h-Moll Messe, BWV 232 

Orchestra of the 18th Century, Cappella Amsterdam

Dirigent: Frans Brüggen, Interpreten: Dorothee Mields, Johannette Zomer, Patrick van Goethem, Jan Kobow



 

 


 


 

Hinterlegt in  //   Cappella Amsterdam   Dorothee Mields   Frans Brüggen   Jan Kobow   Johann Sebastian Bach   Johannette Zomer   Orchestra of the 18th Century  
Per email 

Kommentare [1]

h-Moll Messe Bachs in ganz neuem Gewand

Minkowski_h_moll_bach

Es gab sie immer, und es wird sie auch immer geben - jene, welche Musik zu Grabe tragen, und jene, welche Musik wieder aus dem Grab herausholen, wiederauferstehen lassen. Wiederauferstehungskünstler gab es bis dato einige. Ob Sir Roger Norrington, Sir Charles Mackerras, Nikolaus Harnoncourt, oder auch Sir John Eliot Gardiner. Sie alle haben sich um die Wiederbelebung und Neuinterpretation insbesondere von barocken Werken verdient gemacht.

Seit einigen Jahren gibt es ein weiteres "enfant terrible" in der Musikwelt, welches uns nicht zur Ruhe kommen läßt. Der Franzose Marc Minkowski hat nicht nur mit Les Musiciens du Louvre Grenoble sein eigenes Ensemble (wie viele andere), mit welchem er so einiges anstellen kann, nein, er hat noch dazu einen rasend guten Instinkt für das Wahrhaftige und damit Echte, den O-Ton, wenn man so will.

Jüngst erschienen ist seine Interpretation der h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach (Label Naive). Es hört sich an wie Josquin des Prez, ist aber Bach. Oder wie Johannes Ockeghem - doch es ist Bach. Ein gesundes Tempo verwürzt nicht den Geschmack, sondern mundet wunderbar. Eine Interpretation, die auf dem besten Wege ist, Standard zu werden, wenn sie es vielleicht nicht schon ist.

 

kurz und gut
Johann Sebastian Bach
, h-Moll Messe, BWV 232
Les Musiciens du LouvreGrenoble

Dirigent: Marc Minkowski
; Interpreten: Lucy Crowe, Joanne Lunn, Julia Lezhneva, Colin Blazer
Erschienen bei: Naïve, 2008

 

Hinterlegt in  //   Colin Blazer   Johann Sebastian Bach   Julia Lezhneva   Les Musiciens du Louvre Grenoble   Lucy Crowe   Marc Minkowski   Nathalie Stutzmann  
Per email 

Kommentare [2]

Julia Fischer: Bach und die Sinnlichkeit

Julia-fischer-sol-gabetta-gram

Als Julia Fischer im April diesen Jahres den Mozartsaal des Konzerthauses in Wien betrat schien Sie durch Koerperhaltung, Gesichtsausdruck, und Kleidung dem Publikum klar machen zu wollen, dass Sie Zeugen eines ganz ausserordentlichen, ja heiligen Aktes werden wuerden. Immerhin gab es die Solosonaten und Toccaten von Bach an 2 Abenden. Es war ein Gluecksfall, nicht nur wegen der Interpretin selbst, sondern auch wegen der Gelegenheit, Sie so hautnah erleben zu koennen in dem der Solo- und Kammermusik vorbehaltenen Saal. Das Konzert wurde 2 Jahre zuvor fixiert und es ist zu vermuten, dass Julia Fischer schon heute den Grossen Saal fuellen koennte und in Zukunft auch wird.

Bachs Solostuecke stellen nicht nur eine technische Herausfoerderung dar, sie exponieren den Solist, der alleine und frontal dem Publikum gegenuebersteht und ueber 90 Minuten voll konzentriert bleiben muss. Nach jedem Satz blickt Julia Fischer fast bedrohlich Richtung Publikum, gewaehrt ihm eine kleine Pause bevor es wieder weitergeht. Dabei schwingt sie den Bogen fast wie einen Revolver: "lenkt mich ja nicht ab" scheint sie sagen zu wollen. Dazu kommt, dass Julia Fischer eine sehr attraktive Erscheinung ist, eine weitere potentielle Ablenkung vom eigentlichen Meister des Abends. Diese Ablenkung will sie nicht hinnehmen, Ihre Kleidung ist festlich und geschmackvoll, aber wenig koerperbetont. Dies geraet Ihr zur Ehre, gerade angesichts der heute unertraeglichen Erotomanie auch in der Klassik-Welt. Allerdings schmaelert das in keinster Weise das sinnliche Ereignis des Fischerschen Bachs, ganz im Gegenteil. Weniger ist mehr, einmal mehr. Die ausgezeichnete Gesamteinspielung gibt es uebrigens bei Pentatone.

Hinterlegt in  //   Johann Sebastian Bach   Julia Fischer  
Per email 

Kommentare [1]

Bach und die Sinnlichkeit II

Joanna_mc_gregor_foto2

A propos Julia Fischer, Bach und die Sinnlichkeit: Schon einmal etwas von der Pianistin Joanna MacGregor gehört?

In ihrer Heimat Großbritannien ist die Pianistin als Leiterin von Festivals keine Unbekannte mehr und gab im Jahr 2001 darüberhinaus ihr Debut als Dirigentin. Als Künstlerin versteht Joanna MacGregor sich selbst vorwiegend in der Position einer Vermittlerin zwischen Musikern und Komponisten einerseits und dem Publikum andererseits. Dementsprechend wenig Anlass sieht sie derzeit dafür, selbst zu komponieren, zieht aber durchaus in Erwägung, dies in Zukunft zu ändern und dem eigenen Schaffen in dieser Hinsicht mehr Raum einräumen.

Derweil aber erobert sie die Welt durch ständiges Konzertreisen, ist eine Ruhelose, die viele Hotels von innen kennt, aber nur selten Gelegenheit hat, längere Zeit daheim zu verbringen.

Im März 2010 ist bei Warner Classics eine CD mit ihr erschienen, die wohl "Sinnlichkeit" auch als Überschrift haben könnte. MacGregor interpretiert Johann Sebastian Bachs "Goldberg Variationen". Sehr beeindruckend, wie leicht alles klingt (im Gegensatz dazu, wenn man sich das Notenbild ansieht, welches - typisch Bach - sehr mathematisch undurchschaubar aussieht).

Ja, Frauen können es mit Bach sehr gut.

Brava!

Hinterlegt in  //   Joanna MacGregor   Johann Sebastian Bach   Julia Fischer  
Per email 

Kommentare [1]