Nonobach

Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 
Filed under

Giuseppe Verdi

 

Lucia di Lammermoor II

Angelagheorghiu_creditsashagus

Angela Gheorghiu - wir haben von ihr schon mehrmals in verschiedenen blogs gehört und gelesen. Sie will 2011 nun ran an die Butter, ist in Vorbereitung ihrer ersten "Lucia" und wagt sich damit - in letzter Zeit immer mehr - auf das Terrain des Belcanto.

Das könnte klappen, und eben nicht schief gehen. Und hoffentlich bekommen wir dann abseits diverser Live-Performances auch eine schöne CD oder DVD-Aufnahme, ganz gleich ob mit ihrem Mann (Roberto Alagna) als Partner, oder nicht.

Warum kann dies klappen? Ganz einfach: Gheorghiu ist seit Jahren die weltweit beste "Traviata". Und "Traviata" zählt noch nicht zum dramatischen oder lyrischen Sopran, die Titelpartie - Violetta - ist ein Belantosopran. Ein Weg, um zu Donizetti zu kommen, führt daher über z.B. Verdis Violetta.

Ihr internationales Debüt gab sie 1992 an der Royal Opera Covent Garden in La Bohème. Noch im selben Jahr erlebte man sie zum erstenmal an der Metropolitan Opera New York und an der Wiener Staatsoper. Als sie 1994 in Covent Garden zum erstenmal in "La Traviata" auftrat, disponierte die BBC kurzerhand den Sendeplan um und strahlte die Oper im Fersehen aus. Bei einer der Proben bekannte der Dirigent Sir Georg Solti: "Mir kamen die Tränen. Ich musste hinausgehen. Das Mädel ist wunderbar. Sie kann alles." Die Aufführung wurde auch gefilmt und von Decca aufgenommen. Zeitungen und Zeitschriften begeisterten sich: "Ein Stern ist aufgegangen." Seitdem ist Angela Gheorghiu rund um die Erde in Opernhäusern und Konzertsälen gefragt: New York, London, Paris, Salzburg, Berlin, Tokio, Rom, Seoul, Venedig, Athen, Monte Carlo, Chicago, Philadelphia, Sao Paolo, Los Angeles, Lissabon, Valencia, Palermo, Balbeck, Amsterdam, Kuala Lumpur, Zürich, Wien, Madrid, Barcelona, Valencia, Prag, Montreal, und Moskau.

Wir drücken die Daumen und sind gespannt, welches Opernhaus mit Gheorghiu diesen langersehnten Karriereschritt geht.

Hinterlegt in  //   Angela Gheorghiu   Giuseppe Verdi   La Traviata   Lucia di Lammermoor   Roberto Alagna   Sir Georg Solti  
Per email 

Kommentare [0]

Cesare Siepi ist tot

425-48

Der weltberühmte italienische Bassbariton Cesare Siepi ist am 5. Juli im Alter von 87 Jahren verstorben. An der Wiener Staatsoper sang er 11 verschiedene Partien in 171 Vorstellungen - unter anderem 44 Mal seine Paraderolle, die Titelpartie in Mozarts "Don Giovanni".

Aber nicht nur Don Giovanni hat es ihm angetan, überhaupt lag seiner Stimme Mozarts Oeuvre besonders gut - und dies ist bei Bassbaritonen selten der Fall. Was Renato Bruson für Verdi ist, ist Leo Nucci für Puccini - und Cesare Siepi für Mozart.

Eine CD, die es wahrscheinlich nur noch antiquarisch gibt, aber welche unbedingt zur eigenen CD-Sammlung gehören sollte, ist die Gesamtaufnahme von "Le Nozze di Figaro" mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Erich Kleiber (Vater von Carlos Kleiber), erschienen im Label Alto. Siepi - und hoffentlich haben ihn einige von uns damals live erlebt und erinnern sich jetzt - zieht alle Register, ist mühelos mit den Lastern und Freuden des Herzensbuben Figaro verwoben, ja eins. Siepis gesangliche Mitstreiter auf dieser CD sind übrigens u.a. die einmalige Lisa della Casa und Hilde Güden.

Zurück zu "Don Giovanni", in der Tat sein Steckenpferd. Die Rolle passte ihm nicht nur gesanglich, nein: Siepi war ein Beau von einem Sänger, und somit - insofern Don Giovanni wirklich ansehbar war - auch körperlich genau dieser Partie entsprechend. Hier ist jüngst bei Decca Heritage die Gesamtaufnahme herausgekommen. Es ist ein Hörgenuss für jeden Mozartianer, eine Sternstunde der Musik. Das deutsche Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' schreibt bezüglich der Neuaufnahme: "Eine Aufnahme für die einsame Insel. Und eine, über deren Neuveröffentlichung man dankbar sein darf. Denn im Wust lizenzfreier Mitschnitte schießt heute die Zahl der historischen Klassik-Aufnahmen dermaßen ins Kraut, dass sich selbst Fachleute nicht mehr auskennen. Alles gibt's billiger; doch das Gute herauszufinden, bedarf einer stärkeren Vorsortierung denn je."


 


Hinterlegt in  //   Cesare Siepi   Erich Kleiber   Giacomo Puccini   Giuseppe Verdi   Hilde Güden   Lisa della Casa   Wiener Philharmoniker   Wolfgang Amadeus Mozart  
Per email 

Kommentare [1]