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Franz Schubert

 

Schubert auch bei bei Frans Brüggen beliebt

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Entgegen aller Behauptungen und auch selbst bei großem Lob für die Einspielung von Dirigent Jonathan Nott und seinen wirklich perfekten Bambergern muss für die Frans Bruggen Aufnahme der Schubertschen C-Dur Sinfonie (die "Große") eine Lanze gebrochen werden: Niemals zuvor klang Schubert auf CD so frisch, leicht, aber auch eckig und markant, wie hier. Die Wiener Philharmoniker unter Muti wirken hingegen etwas flächiger und verschwommener. Darüber hinaus rast Muti, wie so oft, dem Orchester mit seinem Ferrari-Tempo davon.

In der Sinfonie selbst ist ausser meisterlicher musikalischer gereifter Technik des Komponisten Leben in allen Fasern, Kolorit bis in die feinste Abstufung, Bedeutung überall,
schärfster Ausdruck des Einzelnen, und über das Ganze eine Romantik ausgegossen, wie man sie von Franz Schubert kennt.

Die Entstehungszeit der Großen C-Dur-Sinfonie lag lange im Dunkeln. Auf der Titelseite des Manuskripts ist die Jahreszahl „1828“ angegeben, Schuberts Todesjahr. Bereits im Jahr 1825 hat Schubert nachweislich in der Sommerfrische in Gmunden und später in Bad Gastein an einer Sinfonie in C-Dur gearbeitet. Doch war es jene C-Dur Sinfonie, von welcher hier die Rede ist? Erst Ende der 70er gilt es als bewiesen, dass der Autograph nachträglich auf 1828 datiert wurde.

Tolle Leistung von Brüggen

Franz Schubert, Sinfonie Nr. 8 (9) in C-Dur, die "Große"
Dirigent: Frans Brüggen

Orchestra of the 18th Century
Erschienen bei: Decca, 1992

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Glanz und Glorie in Tollkühnheit

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Die Messe Es-Dur D 950 gehört zu den letzten vollendeten Werken Schuberts und entstand 1828 vermutlich für die Wiener Dreifaltigkeitskirche im Alsergrund. Wie viele seiner bedeutenden Spätwerke, z.B. die Sinfonie C-Dur (die "Große") oder die "Winterreise", hat Schubert die Messe selbst nie gehört. Die Uraufführung im Oktober 1829 unter der Leitung von Schuberts Bruder Ferdinand stieß beim Publikum auf große Resonanz, worauf weitere Aufführungen folgten. Ein zeitgenössischer Rezensent bezeichnete Schuberts letzte Messe als „gewiss eines seiner tiefsten und vollendetsten Werke“.

Wie viele andere groß angelegte Werke Schuberts geriet sie nach seinem Tod in Vergessenheit und wurde erst 1865 auf Initiative von Johannes Brahms gedruckt. Seitdem hat sie sich als Meisterwerk der geistlichen Musik im 19. Jahrhundert etabliert. Schubert-Spezialist Sir Charles Mackerras hat das Werk mit bedeutenden Dresdner Künstlern in der Frauenkirche eingespielt. Und dieser Aufnahme fehlt auch rein an nichts: Glanz, Glorie und kühne Harmoniken sind anzutreffen, wie viele es von Schubert nicht vermuten, ja ein fast harmonisch revolutionärer Geist in allen Sätzen anwesend.

Frenetischer Beifall posthum

Franz Schubert, Messe Es-Dur
Leitung: Sir Charles Mackerras, Solisten:
Genia Kühmeier, Christa Mayer, Timothy Robinson, Oliver Ringelhahn
Staatskapelle Dresden, Chor der Staatsoper Dresden
Erschienen bei: Carus, 2007

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Die schöne Müllerin mit Gitarrenbegleitung

Was läge näher als Schuberts Liedzyklus "Die schöne Müllerin" mit der Gitarre zu begleiten, ist doch der junge Müller laut Text ein Lautenspieler! Genau das machen Alexander Kaimbacher und sein Gitarrist Gerhard Löffler mit einem hörenswerten Ergebnis (Lex Musica). Die Gitarre verleiht dem Zyklus eine starke Intimität, die gut zu den inneren Reflektionen und Bekenntnissen des Müllers passen. Der Klang erinnert an Minnegesang mit Harfe, manchmal an Ländler mit Zitter. Besonders schön "Der Morgengruss", eine Mini-Arie in 3 Teilen, die lange schmachtende Verzögerung der Schlussphrase:

"Die Lerche wirbelt in der Luft,
und aus dem tiefen Herzen ruft:
die Liebe Leid und Sorgen,
die Liebe Leid und Sorgen."

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Julia Fischer und die Schubert-Fantasien

Julia Fischer zeigt in Ihrer juengst erschienenen Einspielung der Schubert Fantasien Ihre Doppelbegabung. Die Aufnahme ist bei Pentatone erschienen. In der Violinfantasie spielt sie den angestammten Violinpart, in der Fantasie zu 4 Haenden uebernimmt Sie neben Martin Helmchen den zweiten Klavierpart. Das schoene daran: dass diese beiden vollkommenen Spaetwerke nebeneinander zu hoeren sind, denn sie sind stark miteinander verwandt. Neben dem unglaublichen Einfallsreichtum bestechen beide Werke vor allem durch den Zauber der Einleitungsmelodien. Schubert entrueckt uns schlagartig in eine eigene Welt voller Melancholie, Schoenheit und Traurigkeit. Wenn die Melodien wiederkommen viel spaeter im Stueck, dann haben sie uns veraendert, wir nehmen Sie noch staerker wahr, erschuettert. Es ist eine aehnliche Wirkung wie bei Wagners Leitmotiven im Ring. Die Violinfantasie in Fischers Haenden kann es mit den Busch-Bruedern aufnehmen, die dynamische und sehr spontane Klavierfantasie von Britten und Richter gefaellt mir persoenlich besser. Fischer/Helmchen legen loeblicherweise viel Wert auf Transparenz, in Summe wirkt aber alles ein wenig akademisch. Und die Zaubermelodie ist etwas zu zart, zu langsam geraten. Dennoch ein Muss fuer den Schubert Verehrer.

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