Mehrstimmigkeit in aller Deutlichkeit mit Cobozscher Leseart der h-Moll Messe
Carl Friedrich Zelter hat Johann Sebastian Bachs h-Moll Messe als "das größte Kunstwerk, dass die Welt jeh gesehen hat" beschrieben, anno 1811. Auch Haydn, Mozart und Beethoven sind nachgewiesene Bewunderer dieser Messe. Bis heute jedoch weiß man nicht, ob das Entstehung der gesamten Messe eher einem Zufall zu verdanken ist, in dem Bach einfach immer wieder diverse Mess-Teile zum Einzelgebrauch vertont hat, bis er sie schlussendlich zusammenfügte, oder ob Bach von Beginn an eine komplette - im katholischen Sinne - Messe verfassen wollte.
Fakt ist, dass diese Messe voller Fugen und Polyphonie ist und es wohl selten eine Aufnahme gibt, bei welcher gerade Bachs musikalisches Mittel der Fuge so deutlich beim Zuhören ankommt, wie bei der Einspielung von Michel Coboz. Musikalisch entschlackt (außer was den Orchestersatz betrifft, der manchmal etwas breiig daherkommt) interpretiert Coboz die h-Moll Messe als furioses und glanzvolles Werk, womit er sich der Interpretation Frans Brüggen annähert.Polyphoner WohlklangJohann Sebastian Bach, h-Moll Messe, BWV 232
Ensemble Instrumental & Vocal de Lausanne
Dirigent: Michel Coboz, Interpreten: Yumiko Tanimura, Valérie Bonnard, Sébastien Droy
Erschienen bei: Mirare, 2008
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