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Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 
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Edita Gruberova

 

Grandios dirigiert: Mendelssohn-Bartholdy Sinfonien

Dohnanyi

Kennen wir ihn? Christoph von Dohnanyi sein Name.

Ein kurzer Steckbrief sei erlaubt. Geboren in Berlin, studierte Christoph von Dohnányi Jura und Musik in München, widmete sich aber bald ausschliesslich dem Musikstudium, u.a. bei seinem Grossvater Ernst von Dohnányi. Georg Solti engagierte ihn 1953 als Korrepetitor und Dirigent an die Frankfurter Oper. Dohnanyi war darauf GMD in Lübeck und Kassel, bevor er Chefdirigent des WDR-Orchesters in Köln und 1968-1977 GMD und Operndirektor der Frankfurter Oper wurde.

1977-1984 war er Intendant und Chefdirigent der Hamburgischen Staatsoper, 1984-2002 Music Director des Cleveland Orchestra, das er in Cleveland und u.a. in Residenzen in Salzburg und der Carnegie Hall dirigierte. 1997-2008 bekleidete Dohnanyi die Position "Principal Conductor" des Philharmonia Orchestra London, das er auch in Opernproduktionen am Pariser Châtelet einführte. Er ist Chefdirigent des NDR-Sinfonieorchesters.

Was von Dohnanyi mit der Interpretation von Mendelssohns Sinfonien gelungen ist, ist einmalig. Fono schreibt darüber: "Die 1. Sinfonie ist ein sprühend vorgetragenes Kompendium von blitzenden Einfällen, die zweite eine Auseinandersetzung mit dem Humanitätsideal von Beethovens Neunter. Die 'Schottische' und 'Italienische' werden präsentiert als raffiniertes Wechselspiel zwischen formal strenger Sonatenkonzeption und stimmungshaftem Kolorit."

Perfekt!

Felix Mendelssohn-Bartholdy, Sinfonien
Dirigent: Christoph von Dohnanyi, Solisten: Sona Ghazarian, Edita Gruberova
Orchester: Wiener Philharmoniker, Staatsopernchor Wien
Erschienen bei: Decca Records, 1980

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Norma mit Gruberova

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Über die Bühnenpräsenz von Edita Gruberova braucht man nicht reden. Sie ist ebenso überwältigend wie ihre Stimmbeherrschung, ihr Piano weltweit ohne jeden Vergleich. Ganz gleich ob sie Lucia, Traviata oder wie auf dieser Aufnahme Norma singt.

Die berühmte Casta Diva-Arie ist ein berührendes Gebet um Frieden, gehalten im feinsten und geradlinigsten Pianissimo, das man sich von einer Diva nur so gesungen wünschen kann.

Doch die dramatischen Ausbrüche der Gruberova sind nicht weniger überwältigend. Wenn sie in der Tiefe ihres Brustregisters zusätzliche Resonanzräume für mächtig orgelnde Töne zu öffnen scheint, dann fürchtet sich nicht nur ein römischer Prokonsul. Da die Gruberova sich solche Aus- und Register-Brüche nur auf wenigen Tönen gestattet, wirken sie nie manieriert. Das gilt auch für ihre zu feinen Glissandi verschliffenen Koloraturen, die wie silbrige Pfeile glitzern.

Norma mit Gruberova gehört zu den besten Belliniinterpretationen der letzten 30 Jahre.

Ein Traum von Musik

Vincenzo Bellini, Norma
Dirigent: Friedrich Haider, Solisten:
Edita Gruberova, Sonia Ganassi, Markus Herzog, Zoran Todorovich
Bayerisches Staatsorchester, Chor der Bayerischen Staatsoper
Erschienen bei: Deutsche Grammophon, 2006

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Referenzeinspielung Mozart mit Big P

Pavarotti24

Wir sind mitten in den achtziger Jahren, mitten in jener Zeit, als Luciano Pavarotti schon der Herr des Tenorolymps geworden ist, er jedoch noch vielmehr künstlerisch sich austoben wollte, als es dann in den neunziger Jahren passierte, wo er sich mehr auf sein Kernrepertoire konzentrierte. Mit Mozart betritt Pavarotti Terrain, das nicht unbedingt das seine ist, denn die gewisse "italianita" fehlt doch stark, ganz im Gegensatz zu den Melodien eines Cimarosa, Donizetti oder Puccini.

Und dennoch ist die Kompletteinspielung von Mozart "Idomeneo" eine Referenzeinspielung aus mehreren Gründen. Zum einen steht am Pult Sir John Pritchard, einer der Pioniere der englischen 60ziger Jahre im Hinblick auf die historische Aufführungspraxis, welche weit vor Harnoncourt & Co. ein Umdenken in der Interpretation gewisser Werke gefordert haben. Mozartliebhaber mit der Vorliebe zum "Originalklang" kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Zum anderen vereint Pritchard Agnes Baltsa, Edita Gruberova, Luciano Pavarotti und Lucia Popp, allesamt Sängerinnen und Sänger, welche - ausser Popp - Mozart im Laufe der Jahre nicht mehr die Treue halten konnten, da ihre Stimmentwicklung anders verlaufen ist.

Meistereinspielung von Idomeneo

Wolfgang Amadeus Mozart, Idomeneo
Dirigent: Sir John Pritchard, Solisten: Luciano Pavarotti, Edita Gruberova, Agnes Baltsa, Leo Nucci, Lucia Popp
Wiener Philharmoniker, Konzertervereinigung Wiener Staatsopernchor

Erschienen bei: Decca Records, 1987

 

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Lucia di Lammermoor I

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"Lucia di Lammermoor" - manche meinen, es sei das Meisterstück des Bergamasken Gaetono Donizetti. Darüber kann man streiten, denn viele Jahre wurde u.a. "Lucrezia Borgia" musik-dramaturgisch und musikalisch bei weitem unterschätzt, heute führen die Staatsoper München und die Wiener Staatsoper "Lucrezia" als bejubelte Premieren auf.

Mit "Lucia" ist es so seine Sache. Diese Oper steht und fällt mit der Titelfigur. Viele haben sich an der Rolle probiert, haben entweder einen Sieg davon gerungen, oder sind mit der Rolle gescheitert.

Spitzenreiter in der CD-Gesamteinspielung und überhaupt im Siegeszug um die Kunst, die in der Oper sehr schwere Wahnsinnsarie bestens wiederzugeben, ist ohne Zweifel Edita Gruberova. Sie hat die Oper drei Mal eingespielt. Bei EMI, Teldec und Nightingale Classics (ihrem eigenen Label). Die beeindruckendste Aufnahme ist bei Teldec erschienen, auf welcher sie gemeinsam mit Neil Shicoff singt, welcher die Rolle des Edgardo in der Oper verkörpert. Der Musikkritiker Joachim Kaiser schrieb in den achtziger Jahren einst nach der sagenumwogenen Premiere der "Lucia"-Inszenierung von August Everding in München: "(...) wie ein Tiger lauerte das Publikum auf jeden Ton, doch Gruberova wurde nicht zum Opfer (...), sie schlug den Tiger in die Flucht.". Genauso ist es, auch auf dieser Aufnahme. Die Kunst des Belcanto: es sitzt jeder Ton, jede Nuance, alles, was Belcanto bedeutet, ist präsent.

Edita Gruberova selbst über Belcanto in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk: "Ich glaube, es gibt nur eine Gesangstechnik. Natürlich muß jeder Sänger für sich adaptieren, wie er das dann wieder zurückgibt. Die Vorgänge im Körper, also seine körperliche Arbeit - das ist ja vom Atem angefangen bis zur Koordination der ganzen Muskulatur des ganzen Körpers, von der Zehenspitze bis zum Scheitel -, das alles ist eine Wissenschaft. Das muß man sich alles in mühevoller kleiner und detailreicher Arbeit aneignen, die man tagtäglich praktizieren muß, die man bei jedem Auftritt auf der Bühne kontrollieren oder beachten muß: Mache ich alles richtig, oder habe ich etwas vergessen? Wobei ich an meine Rolle und an meine Darstellung denken muß. Aber das sind alles Abläufe, die niemand merken darf, aber die sind schon da."


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