Nonobach

Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 
Filed under

Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

 

Auch die Deutsche Kammerphilharmonie kann es

Mozart

Auf der Durchreise von Salzburg nach Wien ergab sich im Oktober 1783 für Mozart die Möglichkeit, in Linz eine Akademie zu veranstalten. Zu diesem Anlass komponierte er in nur vier Tagen seine "Linzer Sinfonie". In ihr ist der Einfluss Joseph Haydns allgegenwärtig. So verwendet Mozart hier erstmals, dem Vorbild Haydns folgend, die langsame Einleitung, deren vollstimmige Fanfare ihr festliches Pathos und Gewicht verleiht. Die für den zweiten Satz ungewöhnliche Dramatik resultiert aus der Besetzung mit Trompeten und Pauken sowie aus dem geheimnisvoll aufsteigenden Bassmotiv und den Akzenten der Bläser. Das prächtige Menuett und sein Trio folgen der vorgegebenen dreiteiligen Form; reizvoll ist der Dialog zwischen Oboe und Fagott im ländlerartigen Trio. Das Finale besitzt munteren Schwung, der über die strenge formale Durcharbeitung als Sonatensatz hinwegtäuscht.

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen mausert sich in jüngster Zeit immer wieder mehr und mehr zum "Experten" für Mozart. Dass dem Orchester ein von der historischen Aufführungspraxis bewanderter Dirigent wie Thomas Hengelbrock beisteht versteht sich fast von selbst. Und dennoch: Man unterschätze niemals die kleineren Ensembles und ihre Präzision insbesondere bei der Interpretation von Werken, welcher wir meine doch schon par coeur zu kennen. Jedesmal entsteht aufs neue ein kleines "Hör"wunder.

Makellos

Wolfgang Amadeus Mozart, Sinfonie Nr. 36 "Linzer", KV 425
Dirigent: Thomas Hengelbrock

Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Erschienen bei: IPPNW, 1995

Hinterlegt in  //   Deutsche Kammerphilharmonie Bremen   Thomas Hengelbrock   Wolfgang Amadeus Mozart  
Per email 

Kommentare [0]

Anderszewskis Sicht auf Beethoven

Rock_1_cropped117

Der polnische Pianist Piotr Anderszweski wurde von einer Journalistin vor kurzem gefragt, ob es möglich sei, dass in seinen Klavierinterpretationen eine gewisse Wut zu erkennen sei. Anderszewski antwortete darauf: "Wollen Sie jetzt wissen, ob ich wütend werden kann? Jeder Kritiker ist subjektiv in seinem Urteil, die Frage ist nur, muss er so subjektiv sein? Ich bestreite nicht, dass etwas von der Persönlichkeit durchkommt, aber das ist nur ein vordergründiger Aspekt. Es geht viel tiefer. Der spezifische, ganz eigene Klang eines Künstlers ist das Entscheidende. Der muss da sein. Wenn der nicht da ist, dann mag alles noch so intelligent konzipiert sein, aber es reicht einfach nicht."

Gesagt, getan. Seine Beethoven-Klavierkonzertinterpretation klingt anders. Frech, spontan, lausbubenhaft - eine ganz neue Hörerfahrung, und dies in Bezug auf einen Opus von Beethoven, welcher doch schon zig Mal durchgekaut wurde.

Frecher Beethoven

Ludwig van Beethoven, Klavierkonzerte I, op.15
Dirigent: Piotr Anderszweski, Solist: Piotr Anderszweski
Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Erschienen bei: Virgin, 2007

Hinterlegt in  //   Deutsche Kammerphilharmonie Bremen   Ludwig van Beethoven   Piotr Anderszweski  
Per email 

Kommentare [1]