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Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 
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Christophe Prégardien

 

Mächtig, mächtig - ein Bachsches Trompetenfest

Jacobs

Wenn wir bei Marc Minkowski von einem "enfant terrible" der Barockinterpretation reden (siehe blog Minkowski, h-Moll Messe), können wir René Jacobs eigentlich gleich auch dazu gesellen.

Jacobs ist ein Kenner und Maestro des Details, auch - wie Minkowski - der historischen Werkinterpretation. Und selbst wenn er überhaupt nicht richtig Dirigieren kann, die Phrasen einzelner Passagen nicht händisch ausmalt, sondern stumpf den Takt vorgibt, sei es ihm verziehen, denn er hat ein unglaubliches Talent Barockmusik und Musik der Klassik authentisch erklingen zu lassen.

Ein Beispiel für die Empfindsamkeit des ehemaligen Countertenors ist seine Einspielung der h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach, welche einem Meilenstein der Bachinterpretation gleich kommt und eine Referenzeinspielung darstellt. Die Sätze "Et ressurexit", oder auch das "Gloria" gleichen einem Fest für jeden Trompetenspieler und Liebhaber dieses Instrumentes.

Ein großes Lob noch für den RIAS Kammerchor, welcher beeindruckend artikuliert und sich willenlos und ohne Übertreibung dem Fluss der Bachschen Melodieeingebung hingibt.


wertvolle Referenzeinspielung

Johann Sebastian Bach, h-Moll Messe, BWV 232
Akademie für Alte Musik Berlin, RIAS Kammerchor
Dirigent: René Jacobs, Interpreten: Hillevi Martinpelto, Bernarda Fink, Matthias Goerne, Christophe Prégardien
Erschienen bei: Berlin Classics, 1992



 

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Johann Sebastian Bach als Schüler des ehrwürdigen Gent

Herreweghe

Gent liegt in Flandern, eine geschichtsträchtige Region in Belgien. Menschen, die in Flandern leben, nennt man Flamen. Und seit Urzeiten ist wenn auch nicht vieles, aber eines bekannt: aus der Gegend um Gent die berühmte Franko-Flämische-Schule entstanden ist, welche die Musikgeschichte nach Palestrina entscheidend verändern sollte und verändert hat. So wurde die Sext und die Terz als ein konsonantes Intervall anerkannt, die Fünf- und Sechsstimmigkeit wird ausgebaut und zum Standard. Bedeutende Komponisten dieser großen Musikepoche sind Johannes Ockeghem oder auch Guillaume Dufay.

In Anlehnung an dieser traditionsreiche (flämische) Musikzeit hat der Dirigent Philippe Herreweghe 1970 das Collegium Vocale Gent gegründet, ein Ensemble, welches sich besonders auf die Interpretation von Barockkomponisten spezialisiert hat, wobei in den letzten Jahren auch immer wieder vermehrt klassische und romantische Werke zur Interpretationsgeschichte des Ensembles hinzugekommen sind.

Hört man Herreweghes Ansatz der Bachschen h-Moll Messen Interpretation, werden Minkowski Ideen wieder deutlich. Der Verdacht liegt nahe, dass Minkowski sich entweder mit Herreweghes Partiturlesweise auseinandersetzt hat (wohl nicht umgekehrt), oder dass Minkowski eben genauso spürt und empfindet, wie Herreweghe. Schlicht und schlank sind die chorischen wie die instrumentalen Sätze gehalten, eben so, wie zu Zeiten von Bach. Ein sehr gelungene Einspielung, die mittlerweile zum Standard gehört.

 

Bach-Standard Einspielung

Johann Sebastian Bach, h-Moll Messe, BWV 232

La Chapelle Royale, Collegium Vocale Gent

Dirigent: Philippe Herreweghe, Interpreten: Veronique Gens, Agnes Mellon, Andreas Scholl, Peter Kooy, Christophe Prégardien

Erschienen bei: Harmonia Mundi, 1997

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