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Bruno Weil

 

Bruno Weil spielt auf Risiko: Sein "Freischütz"

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Da bleibt einem ja wirklich der Atem aus. Der "Freischütz" von Carl Maria von Weber wurde von Bruno Weil und seiner Cappella Coloniensis komplett umfunktioniert. Das muss man sich geben und anhören, denn da steckt Spannung drin. Erschienen ist die Aufnahme bei der Deutschen Harmonia Mundi.

Ein Orchester der Avantgarde zu sein – das war der Anspruch der Cappella Coloniensis bei ihrer Gründung durch den WDR vor über 50 Jahren. Dabei konnten ihre Gründerväter kaum ahnen, dass sie eine Bewegung in Gang setzen, die von so nachhaltiger, ja geradezu revolutionärer Bedeutung für das gesamte Musikleben werden würde. Die Aufgabe, Musik so zum Klingen zu bringen, wie sie sich der Komponist am Tage ihrer Entstehung im Kopf und im Herzen vorstellte, hat seitdem die Musiker und Hörer auf der ganzen Welt fasziniert.

Nach der Etablierung der Historischen Aufführungspraxis, an der die Cappella Coloniensis durch den WDR weltweit maßgeblichen Anteil hatte, ist nun die Lösung aus über 50-jähriger engagierter Trägerschaft durch den WDR vollzogen. Die Cappella Coloniensis steht auf eigenen Beinen und setzt die Arbeit der vergangenen Jahrzehnte mit großem Enthusiasmus fort.

Die Zuammenarbeit mit Bruno Weil dauert nun schon seit 2003. Kennengelernt hat sich die Cappella Coloniensis und ihr Maestro 1997. Seitdem gab es ausschliesslich eine sehr konstruktive und fruchtbare Zeit, die zu außergewöhnlichen Konzerterlebnissen und weltweit anerkannten und mit Preisen ausgezeichneten Aufnahmen führte. Im Jahre 2003 wählten die Musikerinnen und Musiker der Cappella Coloniensis Bruno Weil zu ihrem Künstlerischen Leiter.

Was ist das Neue also an diesem "Freischütz"? 

Bruno Weil strich die Originaltexte von Carl Maria von Weber vollkommen und ließ stattdessen den Schriftsteller Steffen Kopetzky Samiel-Monologe verfassen, in denen dieser in der Handlung sich selbst als "dunkler Geist des Kollektivs" charakterisiert und welcher nur mittels des negativen Verhaltens von Menschen in Aktion treten kann. Sie an, sie an - eine ganze neue Art und wenn man ein wenig solchen Veränderungen offen gegenübersteht, wird einem das Ergebnis gefallen.

Überraschend gut singt Christoph Prégardien, der die Rolle des Max verkörpert. Prégardien, der eher als "zarter" Tenor bekannt ist, kann auch anders - heroisch und gar nicht wieder erkennbar.

Reinhören, es lohnt sich.

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