Referenzeinspielung Mozart mit Big P
Wir sind mitten in den achtziger Jahren, mitten in jener Zeit, als Luciano Pavarotti schon der Herr des Tenorolymps geworden ist, er jedoch noch vielmehr künstlerisch sich austoben wollte, als es dann in den neunziger Jahren passierte, wo er sich mehr auf sein Kernrepertoire konzentrierte. Mit Mozart betritt Pavarotti Terrain, das nicht unbedingt das seine ist, denn die gewisse "italianita" fehlt doch stark, ganz im Gegensatz zu den Melodien eines Cimarosa, Donizetti oder Puccini.
Und dennoch ist die Kompletteinspielung von Mozart "Idomeneo" eine Referenzeinspielung aus mehreren Gründen. Zum einen steht am Pult Sir John Pritchard, einer der Pioniere der englischen 60ziger Jahre im Hinblick auf die historische Aufführungspraxis, welche weit vor Harnoncourt & Co. ein Umdenken in der Interpretation gewisser Werke gefordert haben. Mozartliebhaber mit der Vorliebe zum "Originalklang" kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Zum anderen vereint Pritchard Agnes Baltsa, Edita Gruberova, Luciano Pavarotti und Lucia Popp, allesamt Sängerinnen und Sänger, welche - ausser Popp - Mozart im Laufe der Jahre nicht mehr die Treue halten konnten, da ihre Stimmentwicklung anders verlaufen ist. Meistereinspielung von IdomeneoWolfgang Amadeus Mozart, Idomeneo
Dirigent: Sir John Pritchard, Solisten: Luciano Pavarotti, Edita Gruberova, Agnes Baltsa, Leo Nucci, Lucia Popp
Wiener Philharmoniker, Konzertervereinigung Wiener Staatsopernchor
Erschienen bei: Decca Records, 1987
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