Nonobach http://nonobach.posterous.com Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr posterous.com Tue, 19 Apr 2011 14:29:00 -0700 Grandios dirigiert: Mendelssohn-Bartholdy Sinfonien http://nonobach.posterous.com/grandios-dirigiert-mendelssohn-bartholdy-sinf http://nonobach.posterous.com/grandios-dirigiert-mendelssohn-bartholdy-sinf

Dohnanyi

Kennen wir ihn? Christoph von Dohnanyi sein Name.

Ein kurzer Steckbrief sei erlaubt. Geboren in Berlin, studierte Christoph von Dohnányi Jura und Musik in München, widmete sich aber bald ausschliesslich dem Musikstudium, u.a. bei seinem Grossvater Ernst von Dohnányi. Georg Solti engagierte ihn 1953 als Korrepetitor und Dirigent an die Frankfurter Oper. Dohnanyi war darauf GMD in Lübeck und Kassel, bevor er Chefdirigent des WDR-Orchesters in Köln und 1968-1977 GMD und Operndirektor der Frankfurter Oper wurde.

1977-1984 war er Intendant und Chefdirigent der Hamburgischen Staatsoper, 1984-2002 Music Director des Cleveland Orchestra, das er in Cleveland und u.a. in Residenzen in Salzburg und der Carnegie Hall dirigierte. 1997-2008 bekleidete Dohnanyi die Position "Principal Conductor" des Philharmonia Orchestra London, das er auch in Opernproduktionen am Pariser Châtelet einführte. Er ist Chefdirigent des NDR-Sinfonieorchesters.

Was von Dohnanyi mit der Interpretation von Mendelssohns Sinfonien gelungen ist, ist einmalig. Fono schreibt darüber: "Die 1. Sinfonie ist ein sprühend vorgetragenes Kompendium von blitzenden Einfällen, die zweite eine Auseinandersetzung mit dem Humanitätsideal von Beethovens Neunter. Die 'Schottische' und 'Italienische' werden präsentiert als raffiniertes Wechselspiel zwischen formal strenger Sonatenkonzeption und stimmungshaftem Kolorit."

Perfekt!

Felix Mendelssohn-Bartholdy, Sinfonien
Dirigent: Christoph von Dohnanyi, Solisten: Sona Ghazarian, Edita Gruberova
Orchester: Wiener Philharmoniker, Staatsopernchor Wien
Erschienen bei: Decca Records, 1980

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Sun, 06 Feb 2011 23:57:00 -0800 Referenzeinspielung Mozart mit Big P http://nonobach.posterous.com/referenzeinspielung-mozart-mit-big-p http://nonobach.posterous.com/referenzeinspielung-mozart-mit-big-p

Pavarotti24

Wir sind mitten in den achtziger Jahren, mitten in jener Zeit, als Luciano Pavarotti schon der Herr des Tenorolymps geworden ist, er jedoch noch vielmehr künstlerisch sich austoben wollte, als es dann in den neunziger Jahren passierte, wo er sich mehr auf sein Kernrepertoire konzentrierte. Mit Mozart betritt Pavarotti Terrain, das nicht unbedingt das seine ist, denn die gewisse "italianita" fehlt doch stark, ganz im Gegensatz zu den Melodien eines Cimarosa, Donizetti oder Puccini.

Und dennoch ist die Kompletteinspielung von Mozart "Idomeneo" eine Referenzeinspielung aus mehreren Gründen. Zum einen steht am Pult Sir John Pritchard, einer der Pioniere der englischen 60ziger Jahre im Hinblick auf die historische Aufführungspraxis, welche weit vor Harnoncourt & Co. ein Umdenken in der Interpretation gewisser Werke gefordert haben. Mozartliebhaber mit der Vorliebe zum "Originalklang" kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Zum anderen vereint Pritchard Agnes Baltsa, Edita Gruberova, Luciano Pavarotti und Lucia Popp, allesamt Sängerinnen und Sänger, welche - ausser Popp - Mozart im Laufe der Jahre nicht mehr die Treue halten konnten, da ihre Stimmentwicklung anders verlaufen ist.

Meistereinspielung von Idomeneo

Wolfgang Amadeus Mozart, Idomeneo
Dirigent: Sir John Pritchard, Solisten: Luciano Pavarotti, Edita Gruberova, Agnes Baltsa, Leo Nucci, Lucia Popp
Wiener Philharmoniker, Konzertervereinigung Wiener Staatsopernchor

Erschienen bei: Decca Records, 1987

 

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Mon, 09 Aug 2010 12:53:00 -0700 Presse von "Elektra" in Salzburg begeistert http://nonobach.posterous.com/presse-von-elektra-in-salzburg-begeistert http://nonobach.posterous.com/presse-von-elektra-in-salzburg-begeistert

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Der "Kurier" schreibt zu letzten Neuproduktion der Salzburger Festspiele:

Es ist absurd, dass die Werke von Richard Strauss, immerhin einer der Gründerväter der Festspiele, zuletzt eine derart untergeordnete Rolle in Salzburg spielten. Vom Intendanten Gérard Mortier ist noch die eine oder andere faszinierende Produktion (etwa "Ariadne auf Naxos") in Erinnerung.

Sein Nachfolger Peter Ruzicka wollte Strauss zentral im Programm etablieren - leider ist der für die Dirigate vorgesehene Giuseppe Sinopoli noch vor Amtsantritt gestorben. Dennoch schaffte Ruzicka gerade mit weniger bekannten Strauss-Opern schöne Erfolge. Unter ihm fand auch die bisher letzte Strauss-Premiere statt: "Rosenkavalier" im Jahr 2004.

Sechs Jahre lang gab es keine Neuproduktion einer Strauss-Oper - für Salzburg ein schändlicher Zustand. Erst im letzten Jahr seiner Intendanz setzte Jürgen Flimm "Elektra" im Großen Festspielhaus an. Die für 2011 geplante "Frau ohne Schatten" mit Christian Thielemann am Pult wird der interimistische Chef Markus Hinterhäuser abwickeln. Wie perfekt Strauss zu Salzburg passt, bekam man bei "Elektra" wieder bestätigt. Solche Werke gehören ins Große Festspielhaus und nicht Händel-Oratorien oder Gluck-Opern.

Daniele Gatti dirigierte die Wiener Philharmoniker beeindruckend. Seine "Elektra" ist farbenprächtig, kontrastreich, höchst dynamisch, manchmal eine Spur zu voluminös, aber stets ausbalanciert, differenziert, den damaligen Drang des Komponisten hin zur Moderne ideal umsetzend. Das radikalste Werk von Strauss darf auch so radikal klingen.

Dass es am Ende einige Buhs für Gatti gab, mag daran liegen, dass die Sänger manchmal vom riesigen Orchester überlagert wurden - wenn das bei einer Aufführung passiert, muss es aber nicht immer zwingend an den Musikern oder am Dirigenten liegen. Mit seiner "Lulu" bei den Wiener Festwochen und nun mit "Elektra" in Salzburg ist Gatti zweifellos einer der prägenden Dirigenten dieses Jahres.

Irene Theorin stellte sich in Salzburg mit der Titelpartie der Elektra vor: Die Schwedin ist eine hochdramatische Sopranistin, die nur gut hörbar ist, wenn sie forciert. Dabei kippt sie oft ins Schrille und neigt zum starken Tremolo. Immerhin hält sie tapfer durch.

Eva-Maria Westbroek ist eine fabelhafte Chrysothemis und könnte möglicherweise schon bald die bessere Elektra sein als Theorin. Waltraud Meier (siehe Bild) begeisterte bei ihrem Bühnendebüt als Klytämnestra mit großer Präsenz und einem Mezzo, der selbst bei dieser anspruchsvollen Partie stets elegant bleibt. Rene Pape ist ein grandioser Orest, Robert Gambill ein etwas unterbelichteter Aegisth.

Das klare, einfache Bühnenbild von Raimund Bauer erinnert an ein aus dem Lot geratenes Frauengefängnis oder an einen Rohbau im palästinensischen Siedlungsgebiet, mit vielen Löchern und Gruften, aus denen die verschleierten Mägde schauen. Regisseur Nikolaus Lehnhoff vertraut dem Werk und den Protagonisten, hat präzise gearbeitet und nichts mit einer Interpretation verjuxt. Wo das Ohr so viel zu tun hat, kann das Auge ruhen.

Das Werk "Elektra" (Libretto: Hugo von Hofmannsthal) wurde 1909 uraufgeführt. Die Strauss-Oper erzählt, wie sich Elektra und ihr Bruder Orest an ihrer Mutter Klytämnestra und deren Geliebten Aegisth rächen, weil diese einst ihren Vater Agamemnon töteten. Die Aufführung Toll musiziert, gut gesungen, die beste Opern-Neuproduktion 2010.

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Mon, 26 Jul 2010 07:45:00 -0700 Bayreuth: Weg mit diesem Ring! http://nonobach.posterous.com/bayreuth-weg-mit-diesem-ring http://nonobach.posterous.com/bayreuth-weg-mit-diesem-ring

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Zum letzten Mal muss das Bayreuther Publikum diesen Festspielsommer sich durch Richard Wagners Ring der Nibelungen in der Inszenierung von Tankred Dorst quälen. In der Götterdämmerung stolpert ein entstellter Siegfried-Tölpel mit roter Clown-Perücke durch die Gegend, auf Brünnhildes Felsen kommt ein Bauarbeiter in orangenem Schutzgewand die Kollateral-Schäden durch Loges Feuersbrunst inspizieren, und nach wirrem Untergang Walhalls kommt ein Pärchen mit Fahrrad auf die Bühne um sich freudig (worüber?) zu umarmen. Will Dorst sich über das Stück lustig machen? Ist ja sein gutes Recht, warum ihn aber engagieren?

Schade, denn die musikalische Darbietung unter der Leitung Christian Thielemanns ist Weltklasse. Bayreuth hat ja alle Trümpfe in der Hand: die Akustik und die Sicht ist für alle im Publikum hervorragend, die Pausen sind adäquat lang. Linda Watson als Brünnhilde aber macht den Abend endgültig zunichte, so ein statisches Vorsingen, ein so unmotiviertes Dahinspielen kann die durchaus schöne Stimme nicht kompensieren. In dieser Oper ist Brünnhilde der treibende Faktor, die wichtigste Person.


Also für den Ring am besten nach Wien fahren oder nach L.A (Blog folgt). Bei Sven-Eric Bechtold in Wien kann man gut sehen, dass feine Personenführung viel wichtiger ist als Slapstick. Die Charaktere verwandeln sich in Fleisch und Blut, die Emotionen sind voll sichtbar und nur so kann der Zuseher und -hörer mitgerissen werden. Franz Welser-Möst und die Wiener Philharmoniker sind hervorragend (vor allem in der ungedaempften Version von Siefrieds Tod), Eva Johansson eine packende, energische Brünnhilde. Und mit Eric Halfvarson singt in Bayreuth, Wien und L.A. (!) der Hagen unserer Zeit.

Thielemanns Ring-Gesamteinspielung findet man übrigens bei Opus Arte. Die Aufführung der Walküre wird im Live-Stream am 21. August 2010 übertragen unter http://www.bayreuther-festspiele.de/ für 14,99€. 


PS: Wann findet sich endlich ein Sponsor für gepolsterte Rückenlehnen in Bayreuth?!

 

Für alle Wagnerfans der Standard

Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen
Dirigent: Josef Keilberth, Solisten: Hans Hotter, Astrid Varnay, Wolfgang Windgassen, Toni Blankenheim
Orchester der Bayreuther Festspiele, Chor der Bayreuther Festspiele

Erschienen bei: Testament, 1955

 

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Thu, 22 Jul 2010 04:08:00 -0700 Die Zauberflöte mit James Levine http://nonobach.posterous.com/die-zauberflote-mit-james-levine http://nonobach.posterous.com/die-zauberflote-mit-james-levine

Jimmylevine

"Die Zauberflöte", wohl eines der populärsten Werke der Welt.

Einspielungen dieser Mozartschen Oper gibt es wie Sand am Meer. Schwierig zu besetzen ist diese Oper, denn von den Solopartien hatte Mozart schauspielerisch wie sängerisch ganz bestimmte Vorstellungen.

Es gehört zu den Legenden rund um die Zauberflöte, dass die Oper gleich ein Erfolg war. Eine Stütze findet sich in dem Brief Mozarts vom 7.Oktober: „(Die Oper) .... war voll wie allzeit. Das Duetto 'Mann und Weib' und das Glöckchenspiel im ersten Ackt wurde wie gewöhnlich wiederhollet – auch im 2ten Ackt das knaben Terzett – was mich aber am meisten freuet, ist, der stille beifall! (…)“. Allein im Oktober 1791 wurde die Oper in Wien noch zwanzig Mal gespielt. Im November 1792 behauptete Schikaneder, die Zauberflöte bereits das 100. Mal auf die Bühne zu bringen. Belegt sind bis dahin jedoch nur 83 Aufführungen. In dem Wiener Vorstadttheater wurde die Inszenierung bis zum 6. Mai 1801 insgesamt 223-mal zur Aufführung gebracht.

Wie auch immer es gewesen sein mag. Eine Aufnahme, die solide, wenn auch nicht bahnbrechend ist, ist bei RCA erschienen. Es dirigiert James Levine (ein Mozart-Kenner), es spielen die Wiener Philharmoniker, die Konzertvereinigung Wien, und die Solisten sind: Ileana Cotrubas (einsame Spitze), José van Dam, Christian Boesch und Eric Tappy.

Einfach mal reinhören, es lohnt sich!

Kraftvoll und locker zugleich

Wolfgang Amadeus Mozart, Zauberflöte
Dirigent: James Levine, Solisten:
Martti Talvela, Ileana Cotrubas, Jose van Dam, Eric Tappy

Wiener Philharmoniker, Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Erschienen bei: RCA, 1980

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Wed, 14 Jul 2010 03:29:00 -0700 Leonard Bernstein und der Paukenschlag http://nonobach.posterous.com/leonard-bernstein-und-der-paukenschlag http://nonobach.posterous.com/leonard-bernstein-und-der-paukenschlag

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Auch bei der Deutschen Grammophon erschienen ist eine CD mit Leonard Bernstein und den Haydn-Symphonien Nr. 88, 92 und 94 (letztere ist jene "mit dem Paukenschlag").

Leonard Bernstein geht etwas anders als Karajan an die Sache ran. Bernstein liebte Haydn neben Mahler über alles und für ihn scheint Haydn nichts als pure Freude und Wonne. Die Ecksätze der Paukenschlagsymphonie sind rasant, rasch, nicht hektisch, aber mit viel Feuer versehen. Die Streicher werden bei Bernstein mehr hervorgehoben, als bei Karajan. Insbesondere beim 2. Satz ist dies hörbar, wie filigran - vielleicht auch ein wenig übertrieben - Bernstein mit den Streichern umgeht. Vielleicht liegt es auch daran, dass nicht die Berliner Philharmoniker spielen, sondern die Wiener Philharmoniker, die eben gerade durch ihren "Streicherteppich" weltberühmt und auch einmalig sind.

Bernstein war hoch angesehen als Dirigent zahlreicher Konzerte mit weltbekannten Orchestern, vor allem als (wohlgemerkt erster US-amerikanischer) Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestra (1958–1969), und als regelmäßiger Gastdirigent der Wiener Philharmoniker und des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks bis zu seinem Tode 1990. Doch nicht nur sein musikalischer Genius, sondern auch sein von Emotionen geprägter Charakter waren hervorstechend. Sein Repertoire umfasste sowohl klassische wie avantgardistische Werke; insbesondere das Werk Gustav Mahlers fand seine Beachtung und Bewunderung. Daneben wurde er auch als Komponist bekannt durch Werke wie das Musical "West Side Story" wie auch als Pianist und Lehrer. Er komponierte drei Sinfonien, zwei Opern, fünf Musicals sowie zahlreiche andere musikalische Werke.


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Tue, 13 Jul 2010 06:05:00 -0700 Le Nozze di Figaro mit Karajan http://nonobach.posterous.com/le-nozze-di-figaro-mit-karajan http://nonobach.posterous.com/le-nozze-di-figaro-mit-karajan

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Auch wenn Harnoncourt der beste Mozartkenner unserer Zeit ist, eine der besten CD-Aufnahmen, bei Decca Records erschienen, ist die folgende "Le Nozze di Figaro"-Interpretation von Herbert von Karajan.

Sagenhaft, wie die Ouvertüre beginnt. Gab es die Wiener Philharmoniker je besser mit Mozart? Viel Schwung, viel Energie und die Heiterkeit, die Mozart in jede Note hineingibt. Ileana Cotrubas als Susanna und Figaro, von José van Dam gesungen: beiden gehört auf dieser CD wohl die Show schlechthin. Beide leben ihre Rollen aus, bis zum letzten.

Ja, man kommt ins Schwelgen, wenn man über diese Aufnahme spricht. Manche meinen sogar, diese Aufnahme ist bis heute unerreicht, weil sie von allen "Le Nozze"-Interpretationen jene ist, die am ausgwogensten in den Stimmen ist, aber auch im Orchesterpart.

Herbert von Karajan hatte Mozarts Figaro bereits 1950 für EMI aufgenommen, damals allerdings ohne die wichtigen Secco-Rezitative. Hier haben wir nun die Vollendung: Die Wiener Philharmoniker sind bei dieser Aufnahme aus dem Jahre 1978 bestens disponiert und in allen Gruppen hervorragend besetzt.

Ein "must" für jedes CD-Regal, ob Mozartfan, oder nicht.

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Sat, 10 Jul 2010 03:37:00 -0700 Cesare Siepi ist tot http://nonobach.posterous.com/cesare-siepi-ist-tot http://nonobach.posterous.com/cesare-siepi-ist-tot

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Der weltberühmte italienische Bassbariton Cesare Siepi ist am 5. Juli im Alter von 87 Jahren verstorben. An der Wiener Staatsoper sang er 11 verschiedene Partien in 171 Vorstellungen - unter anderem 44 Mal seine Paraderolle, die Titelpartie in Mozarts "Don Giovanni".

Aber nicht nur Don Giovanni hat es ihm angetan, überhaupt lag seiner Stimme Mozarts Oeuvre besonders gut - und dies ist bei Bassbaritonen selten der Fall. Was Renato Bruson für Verdi ist, ist Leo Nucci für Puccini - und Cesare Siepi für Mozart.

Eine CD, die es wahrscheinlich nur noch antiquarisch gibt, aber welche unbedingt zur eigenen CD-Sammlung gehören sollte, ist die Gesamtaufnahme von "Le Nozze di Figaro" mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Erich Kleiber (Vater von Carlos Kleiber), erschienen im Label Alto. Siepi - und hoffentlich haben ihn einige von uns damals live erlebt und erinnern sich jetzt - zieht alle Register, ist mühelos mit den Lastern und Freuden des Herzensbuben Figaro verwoben, ja eins. Siepis gesangliche Mitstreiter auf dieser CD sind übrigens u.a. die einmalige Lisa della Casa und Hilde Güden.

Zurück zu "Don Giovanni", in der Tat sein Steckenpferd. Die Rolle passte ihm nicht nur gesanglich, nein: Siepi war ein Beau von einem Sänger, und somit - insofern Don Giovanni wirklich ansehbar war - auch körperlich genau dieser Partie entsprechend. Hier ist jüngst bei Decca Heritage die Gesamtaufnahme herausgekommen. Es ist ein Hörgenuss für jeden Mozartianer, eine Sternstunde der Musik. Das deutsche Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' schreibt bezüglich der Neuaufnahme: "Eine Aufnahme für die einsame Insel. Und eine, über deren Neuveröffentlichung man dankbar sein darf. Denn im Wust lizenzfreier Mitschnitte schießt heute die Zahl der historischen Klassik-Aufnahmen dermaßen ins Kraut, dass sich selbst Fachleute nicht mehr auskennen. Alles gibt's billiger; doch das Gute herauszufinden, bedarf einer stärkeren Vorsortierung denn je."


 


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