Nonobach http://nonobach.posterous.com Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr posterous.com Thu, 03 Mar 2011 13:39:00 -0800 Glanz und Glorie in Tollkühnheit http://nonobach.posterous.com/glanz-und-glorie-in-tollkuhnheit http://nonobach.posterous.com/glanz-und-glorie-in-tollkuhnheit

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Die Messe Es-Dur D 950 gehört zu den letzten vollendeten Werken Schuberts und entstand 1828 vermutlich für die Wiener Dreifaltigkeitskirche im Alsergrund. Wie viele seiner bedeutenden Spätwerke, z.B. die Sinfonie C-Dur (die "Große") oder die "Winterreise", hat Schubert die Messe selbst nie gehört. Die Uraufführung im Oktober 1829 unter der Leitung von Schuberts Bruder Ferdinand stieß beim Publikum auf große Resonanz, worauf weitere Aufführungen folgten. Ein zeitgenössischer Rezensent bezeichnete Schuberts letzte Messe als „gewiss eines seiner tiefsten und vollendetsten Werke“.

Wie viele andere groß angelegte Werke Schuberts geriet sie nach seinem Tod in Vergessenheit und wurde erst 1865 auf Initiative von Johannes Brahms gedruckt. Seitdem hat sie sich als Meisterwerk der geistlichen Musik im 19. Jahrhundert etabliert. Schubert-Spezialist Sir Charles Mackerras hat das Werk mit bedeutenden Dresdner Künstlern in der Frauenkirche eingespielt. Und dieser Aufnahme fehlt auch rein an nichts: Glanz, Glorie und kühne Harmoniken sind anzutreffen, wie viele es von Schubert nicht vermuten, ja ein fast harmonisch revolutionärer Geist in allen Sätzen anwesend.

Frenetischer Beifall posthum

Franz Schubert, Messe Es-Dur
Leitung: Sir Charles Mackerras, Solisten:
Genia Kühmeier, Christa Mayer, Timothy Robinson, Oliver Ringelhahn
Staatskapelle Dresden, Chor der Staatsoper Dresden
Erschienen bei: Carus, 2007

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Tue, 13 Jul 2010 06:38:00 -0700 Le Nozze di Figaro mit Mackerras http://nonobach.posterous.com/le-nozze-di-figaro-mit-mackerras http://nonobach.posterous.com/le-nozze-di-figaro-mit-mackerras

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Vorsicht ist geboten, wenn England sich an Mozart zu schaffen macht. Weniger Vorsicht, vielmehr aber Spannung herrscht vor, wenn einer wie Sir Charles Mackerras sich an Mozart zu schaffen macht.

So geschehen im Jahr 1994. Gemeinsam mit dem Scottish Chamber Orchestra & Choir versucht er sich an "Le Nozze di Figaro" (als CD bei Telarc erschienen), mit dem Ergebnis "sehr gut" was das Orchester betrifft, "weniger gut" was den Chor betrifft, aber "sehr überzeugend", was die Solisten betrifft. Alastair Miles - ein fantastischer Bassbariton - singt den Figaro herzzerreissend gut!

Das ganz besondere an dieser Aufnahme ist jedoch etwas anderes: Nicht allein, dass Mackerras in einem Anhang unterschiedliche Versionen Mozarts von mehreren Arien und Accompagnato-Rezitativen einspielte, dass er die Apoggiaturen singen ließ, nein, er übernahm in Einzelfällen sogar überlieferte Verzierungen Mozarts. Das bedeutet: gründliche Arbeit mit den Sängern. Sie ist in jeder Phase der Einspielung spürbar und Mozart hätte mit Sicherheit an diesem englischen - gelungenen - Experiment seine wahre Freude gehabt, war er doch selbst immer einer, welcher gerne ausprobierte und nichts mehr als Herkömmliches verabscheute.

Very good, Sir Mackerras!

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