Nonobach http://nonobach.posterous.com Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr posterous.com Tue, 22 Feb 2011 14:40:00 -0800 Boulez dirigiert Wozzeck http://nonobach.posterous.com/boulez-dirigiert-wozzeck http://nonobach.posterous.com/boulez-dirigiert-wozzeck

Berg

 

Spannend kann es sein, wenn Musikgeschichte durch einen Komponisten weiterentwickelt wird, aber auch durch ein- und denselben Komponisten die Weiterentwicklung wieder zerstört wird, durch Auflösung alles bisher vorher Dagewesenen.

Noch spannender ist es, wenn genau dieser Komponist ein Werk dirigiert, das aus der Feder einer seiner unmittelbaren Vorgängers von ihm stammt. Wie geht er mit dem Material, aus welchem er selbst einst neue Ideen fürs Weiterentwicklen der Komposition an sich schöpfte? Wird es ihm fremd sein, wird er soviel eigene Interpretation hineingeben, dass die Ursprache seines Vorgängers verwischt, vielleicht unkenntlich wird?

Die Rede ist von Pierre Boulez, welcher die Oper "Wozzeck" von Alban Berg unter die Lupe nimmt. Wirklich spannend, wie das klingt. Boulez sagt selbst: "Wenn ich über mich und meine Entwicklung spreche, dann geht es ja vor allem um die zweite Hälfte des Jahrhunderts, die Zeit nach 1945. Das war zunächst eine Zeit des Neuanfangs. Wir orientierten uns an der Schönbergschule und ihrer strengen Disziplin. Aber wir wollten mehr König sein als der König, also weiteten wir die serielle Methodik noch viel mehr aus. Das konnte nicht immer so weitergehen, und so kam es wieder zum Pendelschlag in die andere Richtung. Anscheinend war es notwendig für uns, eine Ordnung aufzubauen, um sie dann nach einiger Zeit wieder zu demolieren." Alban Berg ist für ihn "ein Nostalgiker. Zugleich wollte er ein ganz gehorsamer Schönbergschüler sein, doch nur insgeheim. Berg wollte alles: das große romantische Pathos und die von Schönbergs Lehrmeinung beglaubigte und vielfach abgesicherte Konstruktion."

 

Ein Aha-Erlebnis

Alban Berg, Wozzeck
Dirigent: Pierre Boulez
, Solisten: Walter Berry, Isabel Strauss, Fritz Uhl, Carl Doench
Orchestre de l'Opéra de la Bastille, Choeur de l'Opéra de la Bastille
Erschienen bei: Sony, 1966

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Mon, 21 Feb 2011 14:25:00 -0800 BB = Zufall oder Plan? http://nonobach.posterous.com/bb-verbindung-oder-versuchung http://nonobach.posterous.com/bb-verbindung-oder-versuchung

Berio

Ein B für Boulez, ein B für Berio. Eine bewußte Symbiose oder reiner Zufall? Nein, es scheint schon, dass der Komponist und Dirigent Pierre Boulez sehr viel mit der zeitgenössischen Musik mehr anfangen kann, als mit Barocksound und, dass er sich intensiv wie kein anderer Dirigent zuvor mit seiner eigenen Sparte, wie auch seinen eigenen Kollegen auseinandersetzt. Nennen wir es folglich nicht Zufall, sondern eher willige Programmplanung, sei es live oder auf CD.

Es ist nicht jedermanns Sache, die Sache mit der Musik eines Luciano Berio, welcher das spieltechnische und klangliche Ausloten der Möglichkeiten eines Instrumentes und ihrer Kombinationen untereinander (bei mehreren Instrumenten) zu einer kompositorischen Herausforderung von eminenter Wichtigkeit ansieht, mit einher gehend natürlich ebenso die Umsetzung dieser "Wichtigkeit" in Form von Musikdarbietung bzw. Musikinterpretation. Diesem Reiz, ja dieser Aufgabe hat sich Berio in mit seiner "Sinfonia" gleich in mehreren "Sinfonieversuchen" angenommen. Berio meint selbst über Instrumental- und Vokalisten: "Die besten Solisten unserer Zeit - modern in ihrer Intelligenz, ihrer Sensibilität, ihrer Technik - sind auch fähig, sich in einer weiten historischen Perspektive zu bewegen und die Spannungen zwischen den schöpferischen Impulsen von gestern und heute aufzuheben: sie setzen ihre Instrumente als Mittel zur Suche und zum Ausdruck ein."

Eine unendliche Suche? Vielleicht, kann gut sein - denn Berios Musik hält vieles offen.

Spannende, nicht leichte Kost

Luciano Berio, Sinfonia
Dirigent: Pierre Boulez

New Swingle Singers, Orchestre National de France
Erschienen bei: Apex, 1984


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