Nonobach http://nonobach.posterous.com Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr posterous.com Fri, 16 Jul 2010 11:23:00 -0700 Berg in Lockenhaus http://nonobach.posterous.com/berg-in-lockenhaus-0 http://nonobach.posterous.com/berg-in-lockenhaus-0

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Die Lyrische Suite des Jahresregenten Alban Berg (75. Todestag, 125. Geburtstag) gab es am 9. Juli im Kammermusikfest Lockenhaus gleich zu Beginn des Abendkonzertes. Gleich nach den ersten Takten wurde mir wieder klar, dass Berg mir immer naeher war als Schoenberg. Warum, das bleibt wohl ein Geheimnis, doch zweifellos schlaegt diese Musik bei mir eine innere Saite an, die bei Schoenberg meist stumm bleibt. Ist es die Leidenschaft, die Emotion dieser Musik? Das Stueck ist teils in Zwoelfton, teils "frei" komponiert, doch letztlich ist das fuer den nicht Profi-Musiker belanglos, was zaehlt, ist die Inspiration und die Wirkung. Oder war es die Wiedererkennung an alte Studentenzeiten, da ich das Stueck auf einer alten Schallplatte meiner Eltern hoerte? Die Melancholie schoener, aber vergangener Jahre? Sehr fein und ueberzeugend gespielt vom Cuarteto Arriaga.

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Fri, 16 Jul 2010 11:20:38 -0700 Schostakowitsch in Lockenhaus http://nonobach.posterous.com/schostakowitsch-in-lockenhaus-0 http://nonobach.posterous.com/schostakowitsch-in-lockenhaus-0
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Gleich nach der Lyrischen Suite von Berg ein weiterer kammermusikalischer Liebling von mir: Das Klavierquintett von Dmitri Schostakowitsch. Im Vergleich zu Bergs Werk, das 15 Jahre frueher entstand, mutet es "klassisch" an, mit einer klaren Struktur, die intuitiv erkennbar wird, mit einem markanten Beginn des Klaviers, einer immer wiederkehrenden Melodie, einer Fuge, einer Reprise. Aber das alles ist fuer den Zuhoerer unwesentlich, wichtig ist die innerliche Erschuetterung, die diese Musik ausloesen kann. Die Fuge gehoert fuer mich zum schoensten und ergreifendsten der gesamtem kammermusikalischen Literatur. Das Euphonia Quartett spielt es deutlich schneller und zarter als das Borodin Quartett, deren legendaere Aufnahme meine Referenz darstellt. Bei Borodin hat es eine ausserirdische, mystische Qualitaet, die Fuge wird zu einer Insel der Ruhe- und Trauer inmitten des Satzes. Im Jahre 1940, mitten im Schrecken seiner Zeit, ein erschuetterndes Zeitzeugnis. Hervorragend Eva Bindere und Daniil Grishin, Martin Stadtfeld am Klavier enttaeuscht. Man hat den Eindruck, es ist nicht seine Musik. Spaeter, bei Liszts Transkribtion von Isoldes Liebestod, ist das schon deutlich mehr der Fall.

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