Nonobach http://nonobach.posterous.com Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr posterous.com Sat, 22 Jan 2011 15:08:00 -0800 Messiah "für die Ewigkeit" mit Christie http://nonobach.posterous.com/messiah-fur-die-ewigkeit-mit-christie http://nonobach.posterous.com/messiah-fur-die-ewigkeit-mit-christie

William-christie-02

Eine Aufnahme "Für die Ewigkeit" betitelte einst der Tagesspiegel Berlin die Interpretation William Christies von Georg Friedrich Händels "Messiah".

In der Tat beeindruckend ist die Aufnahme, zweifelsohne. Großen Wert legt Christie auf die Behandlung des Generalbasses, somit auch der Generalbaßgruppe (Celli, Cembalo) - wie im übrigen so oft, wenn Christie Händel unter die Fittiche nimmt. Und genau dadurch haben wir zwar einerseits die Leichtigkeit und Sinnlichkeit der Händelschen Musik verteten, andererseits ist jedoch ebenso ständig das Fundament präsent, auf welchem Händel seine Harmonien aufbaut: ein kunstvoll gestalteter Generalbaß, brilliant auskomponiert und stützend zur Melodie eines jeden Stücks, ganz nach der Pflicht der damaligen (barocken) Zeit.

Noch ein letztes Bravo in Richtung Tempi. Diese sind durchwegs sorgfältig gewählt, dem Text und dem Ausdruck der Melodie stets zu Diensten (Beispiele dafür sind die Arie "Rejoice Greatly, O Daughter Of Zion" oder der Chor "For Unto Us A Child Is Born".

"Für die Ewigkeit" ist nicht übertrieben.


Georg Friedrich Händel, Messiah, HWV 56
Les Arts Florissants, Les Arts Florissants Choir
Dirigent: William Christie, Interpreten:
Barbara Schlick, Sandrine Piau, Andreas Scholl, Mark Padmore
Erschienen bei: HM, 1993

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Fri, 25 Jun 2010 11:39:00 -0700 "Semele" im Theater an der Wien http://nonobach.posterous.com/semele-im-theater-an-der-wien http://nonobach.posterous.com/semele-im-theater-an-der-wien

Christie

Mit Spannung werden im September 2010 die fünf "Semele"-Aufführungen im Theater an der Wien erwartet. Und dazu wird keine geringere als Cecilia Bartoli die Titelpartie singen, William Christie wird das Oratorium dirigieren, musikalisch unterstützen wird ihn dabei das Orchester Les Arts Florissants.

Eine richtige Première wird es jedoch eher nicht. Bartoli hat 2007 die Titelpartie dieses Händeloratoriums schon am Opernhaus Zürich gesungen und wurde unter anderem auch deswegen mit viel Respekt und Lob bedacht, weil sie zum allerersten Mal in ihrer Karriere ein längeres Stück komplett auf Englisch gesungen hat.

Die deutsche Zeitung "Die Welt" berichtet "(...) Donna Leon war da. Wie zu erwarten. Schließlich ist sie der weltgrößte bekennende Händel-Fan. Außerdem liebt sie Cecilia Bartoli. In Zürich konnte sie beides in „Semele“ genießen. Und als Kirsche auf dem Barock-Kuchen gab es William Christie am Pult.", wie eben auch in Wien. Und weiter heißt es "(...) Mehr aber noch, weil Cecilia Bartoli, die trotz des – in unseren Breiten – immer beängstigender wachsenden Netrebko-Trubels nach wie vor zugkräftigste Sängerin, an der Limmat ihre einzigen elf Operntermine in dieser Saison absolviert. Noch dazu in einer neuen Rolle, und erstmals nicht in Italienisch, sondern auf Englisch. Was sich als geglücktes Wagnis herausstellte. Selbst Briten attestierten ihr fließend souveräne Sprachbeherrschung. Die Koloraturen ratterten so geläufig, die Legatobögen schlugen sich so geschmeidig wie im Uridiom der liebenswerten, auch nach Jahrzehnten Superstar-Dasein geerdeten, intelligenten und souverän gereiften Römerin."

1743 beschloss Händel mit The Story of Semele wieder einmal etwas Neues zu probieren. Dazu nahm er ein Libretto von William Congreve basierend auf Ovids Metamorphosen, welches John Eccles bereits 1707 vertont hatte. Händel überarbeitete dieses Libretto für seine Zwecke zu "Semele" – möglicherweise mit Hilfe von Newburgh Hamilton, der ihm schon frühere englische Libretti geliefert hatte.

Im frühen Jahr 1744 konnte Händel eine ambitionierte Reihe von zwölf Fasten-Aufführungen in Covent Garden ankündigen, die mit seinem neuen weltlichen Oratorium Semele eröffnet wurde.

Um sich auf diese wunderbare kapriziös angelegte Händelmusik vorbereiten zu können, sei die bei Erato erschienene CD mit John Eliot Gardiner und den English Baroque Soloists empfohlen. Wie leicht verspielt und so talentiert in der Kunst des Barock die Engländer immer wieder ihr Können bezüglich Händel beweisen, das ist faszinierend - war der aus Halle stammende Komponist doch schlussendlich ihr Komponist.

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