Nonobach http://nonobach.posterous.com Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr posterous.com Tue, 09 Nov 2010 14:26:00 -0800 Johann Sebastian Bach als Schüler des ehrwürdigen Gent http://nonobach.posterous.com/johann-sebastian-bach-als-schuler-des-ehrwurd http://nonobach.posterous.com/johann-sebastian-bach-als-schuler-des-ehrwurd

Herreweghe

Gent liegt in Flandern, eine geschichtsträchtige Region in Belgien. Menschen, die in Flandern leben, nennt man Flamen. Und seit Urzeiten ist wenn auch nicht vieles, aber eines bekannt: aus der Gegend um Gent die berühmte Franko-Flämische-Schule entstanden ist, welche die Musikgeschichte nach Palestrina entscheidend verändern sollte und verändert hat. So wurde die Sext und die Terz als ein konsonantes Intervall anerkannt, die Fünf- und Sechsstimmigkeit wird ausgebaut und zum Standard. Bedeutende Komponisten dieser großen Musikepoche sind Johannes Ockeghem oder auch Guillaume Dufay.

In Anlehnung an dieser traditionsreiche (flämische) Musikzeit hat der Dirigent Philippe Herreweghe 1970 das Collegium Vocale Gent gegründet, ein Ensemble, welches sich besonders auf die Interpretation von Barockkomponisten spezialisiert hat, wobei in den letzten Jahren auch immer wieder vermehrt klassische und romantische Werke zur Interpretationsgeschichte des Ensembles hinzugekommen sind.

Hört man Herreweghes Ansatz der Bachschen h-Moll Messen Interpretation, werden Minkowski Ideen wieder deutlich. Der Verdacht liegt nahe, dass Minkowski sich entweder mit Herreweghes Partiturlesweise auseinandersetzt hat (wohl nicht umgekehrt), oder dass Minkowski eben genauso spürt und empfindet, wie Herreweghe. Schlicht und schlank sind die chorischen wie die instrumentalen Sätze gehalten, eben so, wie zu Zeiten von Bach. Ein sehr gelungene Einspielung, die mittlerweile zum Standard gehört.

 

Bach-Standard Einspielung

Johann Sebastian Bach, h-Moll Messe, BWV 232

La Chapelle Royale, Collegium Vocale Gent

Dirigent: Philippe Herreweghe, Interpreten: Veronique Gens, Agnes Mellon, Andreas Scholl, Peter Kooy, Christophe Prégardien

Erschienen bei: Harmonia Mundi, 1997

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Tue, 09 Nov 2010 12:56:00 -0800 Gemütliches Schreiten, Pracht und Fülle im Klang - Brüggen mit h-Moll Messe http://nonobach.posterous.com/gemutliches-schreiten-pracht-und-fulle-im-kla http://nonobach.posterous.com/gemutliches-schreiten-pracht-und-fulle-im-kla

Brggen

Das Label Glossa legt eine Einspielung des wohl monumentalsten sakralen Werkes Johann Sebastian Bachs vor, die sich hören lassen kann.

Kein geringerer als Frans Brüggen widmet sich hier mit seinem Ensemble Orchestra of the 18th Century jener Messe Bachs, die zwar in der Aufführungsdauer nicht an ein Weihnachtsoratorium heran kommt, jedoch musikalisch weit vielschichtiger - und eben monumentaler - ist.

Im Gegensatz zu Minkowskis Interpretation ist der Instrumentalsatz nicht unbedingt lebendig, fast eher leicht schleppend, jedoch aber taktvoll und mächtig im Eindruck. Beeindruckend sind die Bachtrompeten, welche beim "Sanctus" und "Et resurrexit" sehr schön hervor kommen und bravourös gespielt werden. Chorisch gesehen (es singt die Cappella Amsterdam) muss sich Brüggen auch nicht unbedingt verstecken.

Was fehlt, ist vielleicht der "drive", wie bei Minkowski. Durch die leicht schleppende Art kommt kein Tempounterschied der einzelnen Sätze zum Ausdruck, wo doch das musikalische Zeitalter des Barocks vom Puls lebte, welcher zwar immer den gleichen Rhythmus hat, aber nicht immer die gleiche Schnelligkeit.

Frans Brüggen, ehemals Professor der Harvard-Universität, gebührt noch ein Dankeschön generell. Denn abseits der Wiederentdeckung einiger verschollener barocker Werke, hat er die Blockflöte als Soloinstrument wieder salonfähig gemacht.

 

Prägnant

Johann Sebastian Bach, h-Moll Messe, BWV 232 

Orchestra of the 18th Century, Cappella Amsterdam

Dirigent: Frans Brüggen, Interpreten: Dorothee Mields, Johannette Zomer, Patrick van Goethem, Jan Kobow



 

 


 


 

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