Nonobach http://nonobach.posterous.com Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr posterous.com Tue, 01 Mar 2011 01:46:00 -0800 Krönungsmesse à la Amerika http://nonobach.posterous.com/kronungsmesse-a-la-amerika http://nonobach.posterous.com/kronungsmesse-a-la-amerika

Kroenungsmesse-kv317-paukenmes

"Sie wissen, bester Freund, wie mir Salzburg verhasst ist! Salzburg ist kein Ort für mein Talent." Mit Händen und Füßen sträubt sich Mozart – doch es hilft nichts. Nachdem die große Reise nach Mannheim und Paris gescheitert ist, bleibt ihm nur eins: die Rückkehr nach Salzburg in den verhassten Dienst beim Fürst-Erzbischof Colloredo. "Ich schwöre Ihnen bey meiner Ehre, dass ich Salzburg und die Einwohner nicht leiden kann; mir ist ihre Sprache, ihre Lebensart ganz unerträglich!", notiert Mozart weiter in einem Brief.

Erst recht der Erzbischof selbst ist ihm unerträglich: der Erzlümmel, wie Mozart ihn nennt. Der zahlt seinem aufsässigen Hoforganisten 450 Gulden im Monat und bekommt dafür frische Kompositionen. Im Februar 1779 bewirbt sich Mozart um diesen zweitklassigen Posten in einer zweitklassigen Residenzstadt. Einen Monat später liefert er pflichtgemäß eine neue Messe – eine erstklassige, versteht sich, gehalten in C-Dur, mit Beinamen "Krönungsmesse".

Und dass James Levine sich dieser Messe annimmt mag verwundern, ist doch Levine nicht unbedingt ein Dirigent, welcher sich die letzten Jahrzehnte um sakrale Musik des 18. Jahrhunderts gekümmert hat, geschweige denn um historische Aufführungspraxis. Doch das Ergebnis ist beachtlich.

Verwundert wunderbar

Wolfgang Amadeus Mozart, Messe C-Dur, KV 317
Dirigent: James Levine, Solisten: Sylvia McNair, Delores Ziegler, Hans Peter Blochwitz, Andreas Schmidt

Berliner Philharmoniker, RIAS Kammerchor Berlin
Erschienen bei: Deutsche Grammophon, 1991

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Thu, 22 Jul 2010 04:08:00 -0700 Die Zauberflöte mit James Levine http://nonobach.posterous.com/die-zauberflote-mit-james-levine http://nonobach.posterous.com/die-zauberflote-mit-james-levine

Jimmylevine

"Die Zauberflöte", wohl eines der populärsten Werke der Welt.

Einspielungen dieser Mozartschen Oper gibt es wie Sand am Meer. Schwierig zu besetzen ist diese Oper, denn von den Solopartien hatte Mozart schauspielerisch wie sängerisch ganz bestimmte Vorstellungen.

Es gehört zu den Legenden rund um die Zauberflöte, dass die Oper gleich ein Erfolg war. Eine Stütze findet sich in dem Brief Mozarts vom 7.Oktober: „(Die Oper) .... war voll wie allzeit. Das Duetto 'Mann und Weib' und das Glöckchenspiel im ersten Ackt wurde wie gewöhnlich wiederhollet – auch im 2ten Ackt das knaben Terzett – was mich aber am meisten freuet, ist, der stille beifall! (…)“. Allein im Oktober 1791 wurde die Oper in Wien noch zwanzig Mal gespielt. Im November 1792 behauptete Schikaneder, die Zauberflöte bereits das 100. Mal auf die Bühne zu bringen. Belegt sind bis dahin jedoch nur 83 Aufführungen. In dem Wiener Vorstadttheater wurde die Inszenierung bis zum 6. Mai 1801 insgesamt 223-mal zur Aufführung gebracht.

Wie auch immer es gewesen sein mag. Eine Aufnahme, die solide, wenn auch nicht bahnbrechend ist, ist bei RCA erschienen. Es dirigiert James Levine (ein Mozart-Kenner), es spielen die Wiener Philharmoniker, die Konzertvereinigung Wien, und die Solisten sind: Ileana Cotrubas (einsame Spitze), José van Dam, Christian Boesch und Eric Tappy.

Einfach mal reinhören, es lohnt sich!

Kraftvoll und locker zugleich

Wolfgang Amadeus Mozart, Zauberflöte
Dirigent: James Levine, Solisten:
Martti Talvela, Ileana Cotrubas, Jose van Dam, Eric Tappy

Wiener Philharmoniker, Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Erschienen bei: RCA, 1980

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Sun, 11 Jul 2010 04:03:00 -0700 Tosca I http://nonobach.posterous.com/tosca-i http://nonobach.posterous.com/tosca-i

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"Tosca" gehört seit Jahrzehnten zu den meistgespielten Opern der Welt. Ein riesen Erfolg, auch wenn für den Urheber des Werkes - Giacomo Puccini - nur noch posthum zu geniessen.

Was ist es, was an dieser Geschichte so zieht? Wohl die Dramatik, die wahre und tiefe Liebe der Tosca zu ihrem Mario. Eine Liebe, die auch bis in den Tod führt, ja sogar bis hin zum Mord. Tosca wird immer wieder in ihrer Liebe zu Mario gestört, durch Scarpia, den einflussreichen Politiker Roms. Er ahnt nicht, wie sehr sie ihn hasst, will er doch nur seine Liebe zu ihr erwidert haben - mehr nicht. Er ahnt es wahrscheinlich erst, als er lebensgefährlich von Tosca mit einem Brieföffner verletzt wird, zu Boden sinkt und stirbt.

Placido Domingo hat die Rolle das Mario wohl bis heute am besten verkörpert. Es geht einem in Fleisch und Blut über, wie er die Szene "E buona mia la Tosca" interpretiert oder die Arie "E lucevan le stelle".

Eine sehr  zu empfehlende Aufnahme ist einst bei EMI erschienen. Seine Partnerin als Tosca ist Renata Scotto. Kein Abstrich ist bei ihr zu machen, sie hat wahrhaftig eine Puccini-Stimme, ganz im Gegensatz zu Maria Callas, wie wir in einem weiteren blog besprechen werden. Der Bösewicht Scarpia wird durch Renato Bruson vertreten. Sehr profund, sehr tief, rachelüstern. 

James Levine dirigiert das Philharmonia Orchestra, der Mann, welcher seiner Zeit an der Met mit dieser fantastischen Oper debütierte. Ein orchestraler Genuss!

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