Nonobach http://nonobach.posterous.com Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr posterous.com Mon, 28 Feb 2011 07:19:00 -0800 Pelléas et Mélisande - selten gespielt http://nonobach.posterous.com/pelleas-et-melisande-selten-gespielt http://nonobach.posterous.com/pelleas-et-melisande-selten-gespielt

Pelleas

Claude Debussy fühlte sich nach eigener Aussage durch die «traumhafte Atmosphäre» des Pelléas-Dramas von Maeterlinck, das «bei weitem mehr Menschlichkeit enthält als all die sogenannten lebensechten Stoffe», zu seiner einzigen Oper inspiriert. Sie lebt vom Andeuten und Verschleiern, vom symbolistischen Vernebeln, bei dem die Musik das Unausdrückbare in einem steten Blühen umspielt.

Herbert von Karajan liegt solche Musik ungemein. Er lotet mit den Berliner Philharmonikern den musikalischen Duktus dieser Traumsprache wunderbar aus und verhilft der kammermusikalischen Ebene mit blitzsauberen Bläsern und weichen Streichern zu Transparenz und klanglicher Dichte. Ihm gelingt ein grossformaler Bogen von der emotionslosen, schwebenden Zurückhaltung des ersten Teils in einem langgezogenen Crescendo hin zum wütenden Ausbruch des eifersüchtigen Goleaud.

Hörenswert

Claude Debussy, Pelléas et Mélisande
Dirigent: Herbert von Karajan, Solisten: Frederica von Stade, Jose van Dam, Ruggero Raimondi

Berliner Philharmoniker, Chor der Deutschen Oper Berlin
Erschienen bei: EMI, 1978

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Wed, 14 Jul 2010 02:56:00 -0700 Joseph Haydn und der Paukenschlag http://nonobach.posterous.com/joseph-haydn-und-der-paukenschlag http://nonobach.posterous.com/joseph-haydn-und-der-paukenschlag

Haydn1

Bei Joseph Haydn und seinem symphonischen Werk und dessen Interpretation streiten sich die Geister. Soll man die Werke in kleiner, klassischer Besetzung aufführen, oder eher auch groß?

Herbert von Karajan hat sich seiner Zeit wenig für eine historische Aufführungspraxis interessiert gezeigt. Viel wichtiger war im das Gesamtkunstwerk - meistens das symphonische - eines Komponisten und eine Gesamteinspielung. Ja, warum nicht. Er hatte doch seine Berliner Philharmoniker, eine "Ehe", die einfach einmalig war.

Und so gut klingt dann auch in großer Besetzung die Einspielung der Haydnschen Paukenschlag-Symphonie, erschienen auf CD 2009 bei der Deutschen Grammophon.

Karajan, hat man den Eindruck, setzt sich intensiv mit Haydns Sprache auseinander. Es klingt (wie schon manchmal erwähnt) nicht wie ein Brei, nein, viel Dynamik, viel Konzertierendes herrscht vor.

Der deutsche Titel „mit dem Paukenschlag“ bezieht sich auf den 2. Satz; er ist aber eher unpassend, als an der betreffenden Stelle das ganze Orchester einen überraschenden Fortissimoschlag bringt. Der englische Titel „Surprise“ ist daher treffender. Haydns erster Biograph, Georg August Griesinger berichtet dazu: „Ich fragte (Haydn) einst im Scherz, ob es wahr wäre, dass er das Andante mit dem Paukenschlage komponirt habe, um die in seinem Konzert eingeschlafenen Engländer zu wecken? „Nein“, erhielt ich zur Antwort, „sondern es war mir daran gelegen, das Publikum durch etwas Neues zu überraschen, und auf eine brillante Art zu debütiren (…).“


 

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Tue, 13 Jul 2010 06:05:00 -0700 Le Nozze di Figaro mit Karajan http://nonobach.posterous.com/le-nozze-di-figaro-mit-karajan http://nonobach.posterous.com/le-nozze-di-figaro-mit-karajan

Cotruba1

Auch wenn Harnoncourt der beste Mozartkenner unserer Zeit ist, eine der besten CD-Aufnahmen, bei Decca Records erschienen, ist die folgende "Le Nozze di Figaro"-Interpretation von Herbert von Karajan.

Sagenhaft, wie die Ouvertüre beginnt. Gab es die Wiener Philharmoniker je besser mit Mozart? Viel Schwung, viel Energie und die Heiterkeit, die Mozart in jede Note hineingibt. Ileana Cotrubas als Susanna und Figaro, von José van Dam gesungen: beiden gehört auf dieser CD wohl die Show schlechthin. Beide leben ihre Rollen aus, bis zum letzten.

Ja, man kommt ins Schwelgen, wenn man über diese Aufnahme spricht. Manche meinen sogar, diese Aufnahme ist bis heute unerreicht, weil sie von allen "Le Nozze"-Interpretationen jene ist, die am ausgwogensten in den Stimmen ist, aber auch im Orchesterpart.

Herbert von Karajan hatte Mozarts Figaro bereits 1950 für EMI aufgenommen, damals allerdings ohne die wichtigen Secco-Rezitative. Hier haben wir nun die Vollendung: Die Wiener Philharmoniker sind bei dieser Aufnahme aus dem Jahre 1978 bestens disponiert und in allen Gruppen hervorragend besetzt.

Ein "must" für jedes CD-Regal, ob Mozartfan, oder nicht.

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Sat, 10 Jul 2010 05:08:00 -0700 Karajan und die neunte Beethovens - der Meilenstein schlechthin http://nonobach.posterous.com/karajan-und-die-neunte-beethovens-der-meilens http://nonobach.posterous.com/karajan-und-die-neunte-beethovens-der-meilens

Karajan_teaser_2_dw_486494g

Wenn Beethoven mit seiner 9. Sinfonie Zukunftswege der Musikgeschichte anlegt, wenn der Mann, der wie kein zweiter die Sinfonie als Gattung weiterentwickelt hat, sich mit seiner 9. Sinfonie einer neuen Variante der Sinfonie - der sinfonischen Dichtung - öffnet, und dies, obwohl er fast nichts mehr hört, dann muss dieses Werk, die 9. Sinfonie, ein Meilenstein der Geschichte werden.

Ein Meilenstein ist es auch, wenn ein Dirigent es schafft, sich diesem Musikkosmos zu nähern und die 9. Sinfonie interpretiert. Nein, hier sei einmal nicht von "Brei" die Rede, ein absolutes "must" für alle Musikliebhaber ist die 1976 entstandenen Aufnahme (bei der Deutschen Grammophon 2007 auf CD erschienen) von Beethovens 9. Sinfonie mit den Berliner Philharmonikern, unter der Leitung von Herbert von Karajan.

Karajan kann es! Der erste Satz eröffnet uns den Pathos, die Gewalt, den Kampf der Titanen, wenn man so will, wenn Beethoven zwei so extrem gerichtete Themen aufeinander richtet, gegeneinander richtet. Einmalig, auch das Tempo, welches bei anderen Beethoven-Karajan-Interpretationen manchmal einfach zu schleppend scheint. Im zweiten Satz dann kommt diese wunderbare paradoxale Rhythmik zum Tragen, ein hin und ein her der Gefühle. Der Höhepunkt dieser Interpretation ist wohl nicht der letzte Satz der Sinfonie, sondern der dritte Satz. Sprachlos ist man bei dieser Filigranität!

Die Sängerbesetzung kann sich sehen lassen - Karajan bietet alles auf, was in den 80er Jahren Rang und Namen hat. Ob Agnes Baltsa, Peter Schreier oder José van Dam. Diese Einspielung ist und bleibt unerreicht, vielleicht sogar für immer.


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Sat, 10 Jul 2010 04:30:00 -0700 Beethoven wirklich entschlackt und zurück von der Kur http://nonobach.posterous.com/beethoven-wirklich-entschlackt-und-zuruck-von http://nonobach.posterous.com/beethoven-wirklich-entschlackt-und-zuruck-von

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Mein Gott, hat es solange gebraucht? Was haben wir uns nicht jahrelang diese Breimasse von Karajan bis Böhm und Furtwängler anhören können, bezogen auf die Sinfonien Beethovens. Natürlich war immer Pathos dabei, natürlich auch die Stärke und Gewalt, die mit Sicherheit auch in Beethovens Musik (und dies nicht nur in den Sinfonien) steckt.

Wer hat's (anders) erfunden? Die Schweiz. Auch bei Beethoven. Nach Harnoncourtschen Versuchen (die gelungen sind, aber auch sehr extrem waren) wagt sich der Gründer des berühmten Barockensembles "Il Giordanon Armonico", Giovanni Antonini, an Beethoven und all das ohne Hemmungen, zuviel Überlegung und Denkkunst. Ganz normal, will man sagen, musiziert er Beethoven, kein Schnickschnack, keine Kraftausübung.

Erschienen sind bei Sony Music Schweiz mit dem Kammerorchester Basel und Giovanni Antonini auf zwei CDs Beethovens Sinfonien Nr. 3, 4, 5 und 6. Bitte kaufen!!!! Und die große Bitte an die Schweizer Sony: Bitte mehr davon, wenn machbar alle neune von Beethoven.


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