Nonobach http://nonobach.posterous.com Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr posterous.com Fri, 16 Jul 2010 11:39:00 -0700 Feuerwerks- und Wassermusik by Handel http://nonobach.posterous.com/feuerwerks-und-wassermusik-by-handel http://nonobach.posterous.com/feuerwerks-und-wassermusik-by-handel

Haendel_portr_sw

Naja, da hätte man sich von den Engländern  und vor allem vom Barockspezialisten John Eliot Gardiner etwas besseres erwartet.

Sehr enttäuschend im Tempo, überhaupt in der ganzen Interpretation, ist die bei Decca erschienene CD mit Georg Friedrich Händels "Feuerwerks- und Wassermusik".

Allein schon im ersten Satz der "Feuerwerksmusik" fehlt die markante Rhythmik, das typische Punktierte bei Händel versinkt im nirgendwo. Seine ganze Musik ist permanent davon durchsetzt, egal ob in seinen Oratorien, Opern oder anderen Werken. Es klingt alles verschlafen, einheitlich, nicht temperamentvoll und tänzerisch. Die restlichen Sätze braucht man erst gar nicht zu erwähnen. Die Streicher spielen einfach zu brav, frech hört sich anders an.

Der Dirigent Roger Norrington sieht das Ganze so: "Man muss spielen mit viel Phrasierung, mit starker und leichter, und mit viel Rhythmus. Zentral ist dieser Schwung. Alles ist tanzbar, sie haben in 18. Jh. Musik mit den Füßen gehört."

Genauso ist es - schade, die English Baroque Soloists einmal auch enttäuschend.


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Fri, 25 Jun 2010 11:39:00 -0700 "Semele" im Theater an der Wien http://nonobach.posterous.com/semele-im-theater-an-der-wien http://nonobach.posterous.com/semele-im-theater-an-der-wien

Christie

Mit Spannung werden im September 2010 die fünf "Semele"-Aufführungen im Theater an der Wien erwartet. Und dazu wird keine geringere als Cecilia Bartoli die Titelpartie singen, William Christie wird das Oratorium dirigieren, musikalisch unterstützen wird ihn dabei das Orchester Les Arts Florissants.

Eine richtige Première wird es jedoch eher nicht. Bartoli hat 2007 die Titelpartie dieses Händeloratoriums schon am Opernhaus Zürich gesungen und wurde unter anderem auch deswegen mit viel Respekt und Lob bedacht, weil sie zum allerersten Mal in ihrer Karriere ein längeres Stück komplett auf Englisch gesungen hat.

Die deutsche Zeitung "Die Welt" berichtet "(...) Donna Leon war da. Wie zu erwarten. Schließlich ist sie der weltgrößte bekennende Händel-Fan. Außerdem liebt sie Cecilia Bartoli. In Zürich konnte sie beides in „Semele“ genießen. Und als Kirsche auf dem Barock-Kuchen gab es William Christie am Pult.", wie eben auch in Wien. Und weiter heißt es "(...) Mehr aber noch, weil Cecilia Bartoli, die trotz des – in unseren Breiten – immer beängstigender wachsenden Netrebko-Trubels nach wie vor zugkräftigste Sängerin, an der Limmat ihre einzigen elf Operntermine in dieser Saison absolviert. Noch dazu in einer neuen Rolle, und erstmals nicht in Italienisch, sondern auf Englisch. Was sich als geglücktes Wagnis herausstellte. Selbst Briten attestierten ihr fließend souveräne Sprachbeherrschung. Die Koloraturen ratterten so geläufig, die Legatobögen schlugen sich so geschmeidig wie im Uridiom der liebenswerten, auch nach Jahrzehnten Superstar-Dasein geerdeten, intelligenten und souverän gereiften Römerin."

1743 beschloss Händel mit The Story of Semele wieder einmal etwas Neues zu probieren. Dazu nahm er ein Libretto von William Congreve basierend auf Ovids Metamorphosen, welches John Eccles bereits 1707 vertont hatte. Händel überarbeitete dieses Libretto für seine Zwecke zu "Semele" – möglicherweise mit Hilfe von Newburgh Hamilton, der ihm schon frühere englische Libretti geliefert hatte.

Im frühen Jahr 1744 konnte Händel eine ambitionierte Reihe von zwölf Fasten-Aufführungen in Covent Garden ankündigen, die mit seinem neuen weltlichen Oratorium Semele eröffnet wurde.

Um sich auf diese wunderbare kapriziös angelegte Händelmusik vorbereiten zu können, sei die bei Erato erschienene CD mit John Eliot Gardiner und den English Baroque Soloists empfohlen. Wie leicht verspielt und so talentiert in der Kunst des Barock die Engländer immer wieder ihr Können bezüglich Händel beweisen, das ist faszinierend - war der aus Halle stammende Komponist doch schlussendlich ihr Komponist.

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