Nonobach http://nonobach.posterous.com Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr posterous.com Sat, 10 Jul 2010 04:14:00 -0700 Jonas Kaufmann - ein Mann für alle Fächer http://nonobach.posterous.com/jonas-kaufmann-ein-mann-fur-alle-facher http://nonobach.posterous.com/jonas-kaufmann-ein-mann-fur-alle-facher

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Es ist die gleiche Geschichte wie im blog von Diana Damrau, nur geht es dieses Mal nicht um Soprane, die gesucht werden, sondern um Tenöre. Jahrelang war Ebbe in Deutschland. Die Italiener, die Spanier, die Bulgaren, ja selbst die Franzosen und Amerikaner hatten mehr an Super-Tenören zu bieten, als das Land, das immer noch seinem Kaliber Rudolf Schock hinterhertrauert (und dies zurecht).

Als Jonas Kaufmann 1994 in Saarbrücken gesungen hat, hat die Öffentlichkeit noch geschlafen, die Medien waren mit anderen unwichtigen Dingen beschäftigt. Hier, nahe der französischen Grenze, hat für Kaufmann alles begonnen. Im Jahr 2000 hatte kein geringerer als Alexander Pereira den Riecher, dass dieser Mann mehr kann, als auf drittklassigen Bühnen irgendwelche Nebenrollen zu singen und nahm Kaufmann in sein Förderprogramm am Opernhaus Zürich auf.

Und heute? Ist er der gefeiertste aller Tenöre. Keiner beherrscht wirklich mühelos soviel Fächer, Gattungen und Rollen, wie Jonas Kaufmann. Er ist einfach ein Naturtalent. Deutschland hat endlich wieder einen Tenor, hurra!

Hurra auch bezüglich einer bei Decca Records herausgekommenen DVD, die Kaufmann in der Titelpartie der Wagneroper "Lohengrin" zeigt. Wunderbar, mehr braucht man nicht sagen. Man ist ohne Worte, wenn man sich vor Augen und zu Gehör führt, wie Kaufmann seine Rollen interpretiert. Kann Oper schöner sein?

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Sun, 27 Jun 2010 08:04:00 -0700 Diana Damrau: das Wunder http://nonobach.posterous.com/diana-damrau-das-wunder http://nonobach.posterous.com/diana-damrau-das-wunder

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Wie lange hat Deutschland nach einer würdigen Nachfolgerin von Edita Gruberova gesucht, wie lange nach einer Mozartinterpretin, wie lange nach einer Verdiinterpretin? Sänger, welche mehrere Stile verschiedener Epochen vereinen, sind rar. Karajan nannte sie "Jahrhundertstimmen". Dass Netrebko nicht dazu gehört, darauf ist in anderen blogs schon mehrmals hingewiesen worden.

Um weiterhin den Anti-Netrebko-Kurs zu halten, und um sich nicht einfach vom Medienrummel um eine Russin fertig machen zu lassen, sollte man standhaft sein und Vergleiche suchen, andere Sängerinne, aus anderen Ländern. Nur scheut das Gros der Bevölkerung diese Vergleiche. Doch es lohnt sich.

Diana Damrau ist eine Ausnahmeerscheinung besonderen Ranges. Auch sie sang am 26.Juni 2010 bei der Abschiedsgala des Wiener Staatsoperndirektors Holender. Sie interpretierte die Hauptpartie von Bellinis "Sonnambula", mit dem Effekt, dass man im wahrsten Sinne des Wortes an den Stuhl gedrückt wurde. Wucht und Filigranes vereinten sich, Koloraturen wurden wohl und sanft ausgewählt.

Wer sich Damrau nicht entgehen lassen will, der schaue sich die Sopranistin im Oktober 2010 im Theater an der Wien an. Dort singt sie die berühmt berüchtigte Partie der Zerbinetta (Richard Strauss, "Ariadne auf Naxos").

 

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Sun, 27 Jun 2010 07:46:00 -0700 Violeta Urmana: Hingabe bis in die Spitzen http://nonobach.posterous.com/violeta-urmana-hingabe-bis-in-die-spitzen http://nonobach.posterous.com/violeta-urmana-hingabe-bis-in-die-spitzen

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Der Wirbel um Anna Netrebko scheint endlich zur Ruhe zu kommen. Als am 26. Juni 2010 Staatsoperndirektor Ioan Holender sich mit seiner "Musikalischen Rückschau 1991 - 2010" von seinem Publikum und seinem Team verabschiedet hat kamen fast ausnahmslos alle Sängerinnen und Sänger, die ihn in diesen Jahren begleitet haben. Natürlich war auch Anna Netrebko dabei, doch mehr Jubel erntete Waltraud Meier für ihren "Liebestod", oder auch Diana Damrau für "La Sonnambula". Wie schon bei der "best of" CD von Anna Netrebko erwähnt: die alte Leier, show mit eintönigem Gesang darzubieten, wird langweilig. Die Welt hat mehr zu bieten!

Am interessantesten war der Auftritt von Violeta Urmana, einem richtigen Weib von Sängerin. Gemeinsam mit Zubin Mehta interpretierte sie "Pace, pace" aus Verdis "La Forza del Destino". Der reine Wahnsinn, was sich in den letzten Jahren bei dieser Frau ereignet hat. Sie pausierte mehrere Jahre, weil ihre Stimme vom Mezzosopran zum Sopran wurde und nun erstrahlt sie mit wirklich neuem Klang, dass einem die Worte fehlen.

Trotz all dem bleibt sie die große Vertreterin von Verdi- und Verismoopern. Wer sich selbst von dieser litauischen Ausnahmekünstlerin überzeugen will, reise im Juli nach Hamburg an die Staatsoper. Dort singt sie die Santuzza aus Mascagnis "Cavalliera Rusticana".

CD-Tipp: Neuerscheinung, Decca Records, Violeta Urmana neben Andrea Bocelli in Umberto Giordanos Meisterwerk "Andrea Chénier".
 

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