Nonobach http://nonobach.posterous.com Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr posterous.com Mon, 16 May 2011 12:53:43 -0700 Sawallisch dirigiert die "Jahreszeiten" http://nonobach.posterous.com/sawallisch-dirigiert-die-jahreszeiten http://nonobach.posterous.com/sawallisch-dirigiert-die-jahreszeiten

Haydn_visitenkarte

Nach einem Konzert im Februar 1993 resümierte der Kritiker Franz Endler: „Ein Satz, den man wohl nach jedem Konzert mit Wolfgang Sawallisch schreiben wird: Auch das Wiener Musikleben hätte einen Künstler von seinen Qualitäten als ständige Institution sehr notwendig.“ Drei Jahrzehnte zuvor – von 1960 bis 1970 – war Sawallisch als erster Chefdirigent der Wiener Symphoniker im Übergang von der Nachkriegszeit in die Normalität eines institutionell abgesicherten lokalen und zunehmend auch internationalisierten Konzertwesens eine solche Wiener Institution gewesen. Mit ihm gastierte das Orchester 1964 erstmals (und mit viel Erfolg) in den USA, 1967 im Rahmen einer Weltreise auch in Japan.

Mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Wolfgang Sawallisch liegt eine Einspielung der Haydnschen "Jahreszeiten" vor, welche ihresgleichen sucht. Von der Frische der Natur im Frühling bis zur Behäbigkeit des Winters wird autographengetreu musiziert, trotz einer gewissen Länge der Aufführungsdauer wirkt nichts langweilig, von Satz zu Satz entsteht Spannung.

Haydn ist die Arbeit an seinem Oratorium "Die Jahreszeiten" schwergefallen. In die lebensbejahende Lebensphilosophie des damals 68jährigen begann sich ein gewisser Pessimismus einzuschleichen. So sah er den Winter als ein Abbild seiner sich neigenden Lebenskurve an. Dazu kamen Unstimmigkeiten mit dem Textdichter Gottfried von Swieten. Haydn in einem Brief: "Ungeachtet dessen werde ich mit Hülfe der Vorsicht alle Kräfte anstemmen, und nach Vollendung dessen mich wegen Schwäche meiner Nerven zu Ruhe begeben."

Brave Manier und Ausgewogenheit

Jospeh Haydn, Die Jahreszeiten
Dirigent: Wolfgang Sawallisch, Solisten:
Ruth Ziesak, Robert Gambill, Alfred Muff

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Chor des Bayerischen Rundfunks
Erschienen bei: Profil, 1994

Permalink | Leave a comment  »

]]>
Sat, 20 Nov 2010 09:21:00 -0800 Concerto Köln brilliert mit Händels mächtigstem Oratoriumwurf http://nonobach.posterous.com/concerto-koln-brilliert-mit-handels-machtigst http://nonobach.posterous.com/concerto-koln-brilliert-mit-handels-machtigst

Concertokoeln

Wo philosophische Innigkeit zuhause ist, wo Wärme durch Extreme und starke Kontraste entsteht, lesen wir die Handschrift von Georg Friedrich Händel.

Sein Oratorium "Israel in Egypt" gehört zu jenen beschriebenen Werken.

Zwei Dinge sind bei diesem in gigantischem Ausmaß komponierten Oeuvre (was Instrumental- und Chorsatz betrifft) unbedingt hervorzuheben:

die tragende Rolle des Chores, welcher zu achtzig Prozent zur Gestaltung des Werkes beiträgt. Noch nie zuvor, weder im "Messiah" noch beispielsweise bei "Jephta" ist Händel so weit gegangen, dass der Chor zum non plus ultra einer Komposition wird.

Das Zweite: Händel hat zur Komposition dieses Werkes länger gebraucht. Die Dauer bis zur finalen Zusammenstellung der Komposition erinnert an die h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach. Denn so wie Bachs letztes Chorwerk hat Händel erst ein Stück skizziert und separat aufgeführt. Es geht dabei um den Schlusschor, den er mit 'Moses Song' betitelt hat.

Die Uraufführung der finalen Fassung (welche drei Teile besitzt, nicht zwei) hat am Anfang April 1739 in London stattgefunden, im Theatre Royal Haymarket.

Concerto Köln und der Chor des Bayerischen Rundfunks geben mit der vorliegenden Aufnahme eine Glanzleistung ab.


Beste Einspielung Händelscher Chormusik

Georg Friedrich Händel, Israel in Egypt, HWV 54
Concerto Köln
Dirigent: Peter Dijkstra, Interpreten: Rosemary Joshua, Atsuko Suzuki, Kobi van Rensburg
Erschienen bei: BRKlassik, 2009

Permalink | Leave a comment  »

]]>
Tue, 13 Jul 2010 05:27:00 -0700 Freischütz III http://nonobach.posterous.com/freischutz-iii http://nonobach.posterous.com/freischutz-iii

Br-online-publikation-ab-05-20

Eine "Freischütz"-Aufnahme muss doch noch hier erwähnt werden. Erschienen ist sie 2005 bei der Deutschen Grammophon. Dirigent ist Eugen Jochum, einer der großen deutschen Dirigenten der 70er und 80er Jahre, international wohl durch seine hervorragende Anton Bruckner-Interpretationen bekannt geworden.

Gesanglich - und damit sind erstmals die Solostimmen gemeint - ist der "Freischütz" für einen Tenor oder einen Sopran wohl eine Herausforderung. "Der Freischütz", das ist nicht irgendein billiges Singspiel, hier geht es um wenn überhaupt die erste deutsche romantische Oper in großen Aufzügen. Aber auch der Bassbariton, in Gestalt Kaspars, hat einige kaprizöse Noten zu singen, man denke nur an die Arie "Hier, im irdischen Jammertal" oder "Schweig, damit dich niemand warnt".

Aber zum zweiten ist diese Oper eine große Herausforderung für den Chor. Eugen Jochum musiziert hier mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks einsame Spitze. Von der Artikulation kann man alles verstehen, selbst bei schnellen oder sehr rhythmisch veranlagten Tempi. Die besten Beispiele für eine erstklassige Chorpartie sind der Anfangschor "Viktoria! Viktoria!" oder auch "Schaut, o Schaut" im dritten Akt.

Permalink | Leave a comment  »

]]>