Nonobach http://nonobach.posterous.com Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr posterous.com Sun, 27 Jun 2010 08:04:00 -0700 Diana Damrau: das Wunder http://nonobach.posterous.com/diana-damrau-das-wunder http://nonobach.posterous.com/diana-damrau-das-wunder

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Wie lange hat Deutschland nach einer würdigen Nachfolgerin von Edita Gruberova gesucht, wie lange nach einer Mozartinterpretin, wie lange nach einer Verdiinterpretin? Sänger, welche mehrere Stile verschiedener Epochen vereinen, sind rar. Karajan nannte sie "Jahrhundertstimmen". Dass Netrebko nicht dazu gehört, darauf ist in anderen blogs schon mehrmals hingewiesen worden.

Um weiterhin den Anti-Netrebko-Kurs zu halten, und um sich nicht einfach vom Medienrummel um eine Russin fertig machen zu lassen, sollte man standhaft sein und Vergleiche suchen, andere Sängerinne, aus anderen Ländern. Nur scheut das Gros der Bevölkerung diese Vergleiche. Doch es lohnt sich.

Diana Damrau ist eine Ausnahmeerscheinung besonderen Ranges. Auch sie sang am 26.Juni 2010 bei der Abschiedsgala des Wiener Staatsoperndirektors Holender. Sie interpretierte die Hauptpartie von Bellinis "Sonnambula", mit dem Effekt, dass man im wahrsten Sinne des Wortes an den Stuhl gedrückt wurde. Wucht und Filigranes vereinten sich, Koloraturen wurden wohl und sanft ausgewählt.

Wer sich Damrau nicht entgehen lassen will, der schaue sich die Sopranistin im Oktober 2010 im Theater an der Wien an. Dort singt sie die berühmt berüchtigte Partie der Zerbinetta (Richard Strauss, "Ariadne auf Naxos").

 

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Sun, 27 Jun 2010 07:46:00 -0700 Violeta Urmana: Hingabe bis in die Spitzen http://nonobach.posterous.com/violeta-urmana-hingabe-bis-in-die-spitzen http://nonobach.posterous.com/violeta-urmana-hingabe-bis-in-die-spitzen

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Der Wirbel um Anna Netrebko scheint endlich zur Ruhe zu kommen. Als am 26. Juni 2010 Staatsoperndirektor Ioan Holender sich mit seiner "Musikalischen Rückschau 1991 - 2010" von seinem Publikum und seinem Team verabschiedet hat kamen fast ausnahmslos alle Sängerinnen und Sänger, die ihn in diesen Jahren begleitet haben. Natürlich war auch Anna Netrebko dabei, doch mehr Jubel erntete Waltraud Meier für ihren "Liebestod", oder auch Diana Damrau für "La Sonnambula". Wie schon bei der "best of" CD von Anna Netrebko erwähnt: die alte Leier, show mit eintönigem Gesang darzubieten, wird langweilig. Die Welt hat mehr zu bieten!

Am interessantesten war der Auftritt von Violeta Urmana, einem richtigen Weib von Sängerin. Gemeinsam mit Zubin Mehta interpretierte sie "Pace, pace" aus Verdis "La Forza del Destino". Der reine Wahnsinn, was sich in den letzten Jahren bei dieser Frau ereignet hat. Sie pausierte mehrere Jahre, weil ihre Stimme vom Mezzosopran zum Sopran wurde und nun erstrahlt sie mit wirklich neuem Klang, dass einem die Worte fehlen.

Trotz all dem bleibt sie die große Vertreterin von Verdi- und Verismoopern. Wer sich selbst von dieser litauischen Ausnahmekünstlerin überzeugen will, reise im Juli nach Hamburg an die Staatsoper. Dort singt sie die Santuzza aus Mascagnis "Cavalliera Rusticana".

CD-Tipp: Neuerscheinung, Decca Records, Violeta Urmana neben Andrea Bocelli in Umberto Giordanos Meisterwerk "Andrea Chénier".
 

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Fri, 25 Jun 2010 10:11:00 -0700 Anna Netrebko wird zum Leierkasten http://nonobach.posterous.com/anna-netrebko-wird-zum-leierkasten http://nonobach.posterous.com/anna-netrebko-wird-zum-leierkasten

Voslauer_anna-netrebko_trinken

Grotesk, einfach billig. Mit "The Best of Anna Netrebko" (bei der Deutschen Grammophon 2009 erschienen) führt sich die Sängerin selbst ab adsurdum und merkt es nicht einmal.

Vereint sind auf einer CD Arien diverse Komponisten. Ob Verdi, Dvorak, Puccini, Bellini, ja sogar Offenbach, nichts wird von Netrebko ausgelassen, denn sie beherrscht ja jede Epoche. Vielleicht sollte sie sich noch mit dem barocken Zeitalter probieren - leider ist bis heute aus dieser Zeit nichts erschienen.

Erinnert uns diese Manie - nämlich alles zu beherrschen - nicht an eine Sängerin, welche auch (wie Netrebko) Potenzial besessen hat, es aber im Laufe ihrer Karriere vergeudet und falsch eingesetzt hat? Ja, genau. Maria Callas war vom gleichen Kaliber, mit der Ausnahme vielleicht, dass sie nicht soviel Werbeverträge wie Netrebko hatte.

Es ist ganz einfach: Netrebko muss aufhören zu meinen ihr Timbre und damit ihre Stimme sei für alles geeignet. Wenn sie es bald schafft, selbst auf diesen Gedanken zu kommen, sind wir in der Entwicklung der Karriere der Netrebko endlich einen Schritt weiter.

Wer meint, nach ein paar Jahren Karriere ein "best of" herausbringen zu müssen, schadet der Klassikwelt mit einer überflüssigen und kostspieligen CD, welche nichts als egoistische Geilheit an der eigenen Person bezeugt. Es sei denn wir reden von Rolando Villazon. Er hatte allen Grund dazu - nachdem er durch viele Partien gezwängt wurde und seine Stimme seitdem nicht mehr in Form ist - seiner Karriere (leider) mit einem "best of" ein Dankeschön auszusprechen.

 

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