Nonobach http://nonobach.posterous.com Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr posterous.com Sun, 06 Feb 2011 23:57:00 -0800 Referenzeinspielung Mozart mit Big P http://nonobach.posterous.com/referenzeinspielung-mozart-mit-big-p http://nonobach.posterous.com/referenzeinspielung-mozart-mit-big-p

Pavarotti24

Wir sind mitten in den achtziger Jahren, mitten in jener Zeit, als Luciano Pavarotti schon der Herr des Tenorolymps geworden ist, er jedoch noch vielmehr künstlerisch sich austoben wollte, als es dann in den neunziger Jahren passierte, wo er sich mehr auf sein Kernrepertoire konzentrierte. Mit Mozart betritt Pavarotti Terrain, das nicht unbedingt das seine ist, denn die gewisse "italianita" fehlt doch stark, ganz im Gegensatz zu den Melodien eines Cimarosa, Donizetti oder Puccini.

Und dennoch ist die Kompletteinspielung von Mozart "Idomeneo" eine Referenzeinspielung aus mehreren Gründen. Zum einen steht am Pult Sir John Pritchard, einer der Pioniere der englischen 60ziger Jahre im Hinblick auf die historische Aufführungspraxis, welche weit vor Harnoncourt & Co. ein Umdenken in der Interpretation gewisser Werke gefordert haben. Mozartliebhaber mit der Vorliebe zum "Originalklang" kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Zum anderen vereint Pritchard Agnes Baltsa, Edita Gruberova, Luciano Pavarotti und Lucia Popp, allesamt Sängerinnen und Sänger, welche - ausser Popp - Mozart im Laufe der Jahre nicht mehr die Treue halten konnten, da ihre Stimmentwicklung anders verlaufen ist.

Meistereinspielung von Idomeneo

Wolfgang Amadeus Mozart, Idomeneo
Dirigent: Sir John Pritchard, Solisten: Luciano Pavarotti, Edita Gruberova, Agnes Baltsa, Leo Nucci, Lucia Popp
Wiener Philharmoniker, Konzertervereinigung Wiener Staatsopernchor

Erschienen bei: Decca Records, 1987

 

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Sat, 10 Jul 2010 05:08:00 -0700 Karajan und die neunte Beethovens - der Meilenstein schlechthin http://nonobach.posterous.com/karajan-und-die-neunte-beethovens-der-meilens http://nonobach.posterous.com/karajan-und-die-neunte-beethovens-der-meilens

Karajan_teaser_2_dw_486494g

Wenn Beethoven mit seiner 9. Sinfonie Zukunftswege der Musikgeschichte anlegt, wenn der Mann, der wie kein zweiter die Sinfonie als Gattung weiterentwickelt hat, sich mit seiner 9. Sinfonie einer neuen Variante der Sinfonie - der sinfonischen Dichtung - öffnet, und dies, obwohl er fast nichts mehr hört, dann muss dieses Werk, die 9. Sinfonie, ein Meilenstein der Geschichte werden.

Ein Meilenstein ist es auch, wenn ein Dirigent es schafft, sich diesem Musikkosmos zu nähern und die 9. Sinfonie interpretiert. Nein, hier sei einmal nicht von "Brei" die Rede, ein absolutes "must" für alle Musikliebhaber ist die 1976 entstandenen Aufnahme (bei der Deutschen Grammophon 2007 auf CD erschienen) von Beethovens 9. Sinfonie mit den Berliner Philharmonikern, unter der Leitung von Herbert von Karajan.

Karajan kann es! Der erste Satz eröffnet uns den Pathos, die Gewalt, den Kampf der Titanen, wenn man so will, wenn Beethoven zwei so extrem gerichtete Themen aufeinander richtet, gegeneinander richtet. Einmalig, auch das Tempo, welches bei anderen Beethoven-Karajan-Interpretationen manchmal einfach zu schleppend scheint. Im zweiten Satz dann kommt diese wunderbare paradoxale Rhythmik zum Tragen, ein hin und ein her der Gefühle. Der Höhepunkt dieser Interpretation ist wohl nicht der letzte Satz der Sinfonie, sondern der dritte Satz. Sprachlos ist man bei dieser Filigranität!

Die Sängerbesetzung kann sich sehen lassen - Karajan bietet alles auf, was in den 80er Jahren Rang und Namen hat. Ob Agnes Baltsa, Peter Schreier oder José van Dam. Diese Einspielung ist und bleibt unerreicht, vielleicht sogar für immer.


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