Roberto Alagna endlich mit neuer CD
Roberto Alagna ist mit Sicherheit einer der hochgejubelsten und manchmal auch zu tiefst verhassten Tenöre unserer Zeit. Wieso? Diese Frage ist kaum zu beantworten.
Die einen freuen sich, wenn er an der Met in New York angekündigt ist, sind aber sehr zornig, wenn er (zurecht) aus Krankheit unerwartet absagen muss. Er sei ein Lügner, ein Blöffer, einer, der mit seinem Publikum macht, was er will. Besonders böse werden die Zungen, wenn seine Frau Angela Gheorghiu (auch Star der Szene) auch absagen muss, beide womöglich als Paar in einer Oper hätten auftreten sollen. Dann ist die Verdammung frei und die Wut des zahlenden Publikums kennt keine Grenzen. Was wurde er nicht als Nachfolger Pavarottis benannt, alle Gazetten sprachen davon. Immerhin wurde er - wie einst Pavarotti einmal - in der Mailänder Scala gnadenlos ausgebuht. Alles schien, sieht man ihn heute, fast spurlos an ihm vorbeizuziehen. Alagna ist ein harter Knochen, ein Mann für dieses schwere Musikbusiness, jemand der ganz genau weiß, wie der Hase läuft und jemand der trotz schlechter Phasen nie die Nerven verliert, zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Dass er Charisma hat, das zeigt seine neueste CD, die just im Juli 2010 bei der Deutschen Grammophon herausgekommen ist. Er interpretiert - etwas popig aufgemacht - Folklore aus seiner Heimat Sizilien. "Sicilien Live" ist ein tolles Album, ein wunderbares Geburtstagsgeschenk, aber auch ein tolles Mitbringsel für einen selbst, wenn man abends mit Freunden grillt und ein wenig den äußersten Süden Europas als Ambiente haben möchte.
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