Nonobach

Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 
« Zurück zur Startseite

Riccardo Chailly - Dirigent mit besonderer Gabe

M1204_chailly_ricardo

Dirigenten gibt es viele, wie Sand am Meer - sagt man. Da gibt es die Kategorie, welche vorher einen anderen Beruf ausübten und welche im Laufe ihrer Karriere zu Dirigenten wurden, so René Jacobs (vorher Countertenor), oder Nikolaus Harnoncourt (vorher Professor für Musik). Da gibt es die andere Kategorie, die - warum auch immer - soviel tamtam um sich gemacht haben, die Sponsoren für ihre Zwecke die Gelder aus den Taschen gezogen haben (auch für gute Zwecke versteht sich) und um die sich die Plattenfirmen geradezu gerissen haben, so wie Riccardo Muti, Lorin Maazel, Herbert von Karajan oder auch Leonard Bernstein.

Und schliesslich gibt es jene, die ganz bedächtig, aber mit sicheren Schritten ihren Weg gehen und auch - wie alle zuvor erwähnten - eine Karriere und ein Können aufweisen, das sich nicht zu verstecken braucht. Wir nennen sie einmal die "leisen Treter".

Riccardo Chailly ist ein solcher "leiser Treter", einer, der immer mal wieder auftaucht, aber dann richtig, ein Dirigent, welcher es versteht Orchester zu formen, zu erziehen, ihnen eine eigene Sprache zu geben und eine Interpretation von Musik zu liefern, die es wert ist sich anzuhören.

Ein besonderes Lob verdient in diesem Zusammenhang die bei Decca Records erschienene Neuaufnahme der Bachschen "Matthäus-Passion". Chailly, der hier mit seinem derzeitigen Orchester, dem Gewandhausorchester Leipzig, musiziert, erreicht eine Gravität und Nachdenklichkeit passend zu Bach, die selbst Barockspezialisten verblüfft. Chailly, eigentlich mehr bekannt durch die Interpretation von Opern und Werken aus dem 19. Jahrhundert, glänzt mit einem Klang, der nicht gekünstelt, sondern tief ernst und real ist. Bravo, bravo, bravo!

Per email 

Kommentare (0)

Kommentar schreiben...