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Michael Gielen: Grandiose Schumann Neuerscheinung

Gielen

Michael Gielen ist leider nun im 21. Jahrhundert an der Stelle angekommen, an welcher im 20. Jahrhundert Leonard Bernstein und Herbert von Karajan waren. Mit seinen mehr als achtzig Lebensjahren rückt er in den Olymp jener Dirigenten auf, die wirklich Ahnung von der Materie Musik haben, aber eben leider zur ihrer Zeit nicht mehr so oft wie früher zu hören und zu erleben sind.

Dennoch zählt Gielen nicht zum "alten Eisen", nein. Seine jüngste Einspielung (erschienen bei Hänssler Classics) der 2. und der 3. Sinfonie des Jahresregenten Robert Schumanns sind der Beweis, dass der Pultmeister Gielen weiterhin etwas zu sagen hat, besonders wenn es um die Musik des 19. Jahrhunderts geht.

Diese CD-Neuerscheinung darf keinem Musikliebhaber fehlen. Sie ist außerdem der Beweis dafür, wie sehr man spürt, wenn ein Dirigent und ein Orchester lange Zeit miteinander ein "Paar" waren, sozusagen durch Dick und Dünne gegangen sind und wenn beide miteinander abschließend eine fruchtbare "Ehe" hatten. So war Michael Gielen von 1986 bis 1999 Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden & Freiburg. Dieses "Ehe"phänomen war u.a. auch bei Günther Wand und dem NDR Sinfonieorchester, bei Marcello Viotti und dem Münchner Rundfunkorchester, oder auch bei Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern zu erleben.

Sowohl die "Rheinische", wie auch die die 2. Sinfonie: beide Werke sind von einer fesselnden Lebendigkeit geprägt, die Tempi sind genau richtig, es scheint alles ausgelotet, nichts zu viel und nichts zu wenig und alles ohne überkandideltes Dazutun von Romantizismen an Stellen, wo sie nicht (oder nie) hingehören.

Nota bene: diese Neuerscheinung ist ein absolut toller Beitrag zum Schumann-Gedenkjahr 2010.

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