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Lulu aus Münchner Sicht verständlich gemacht

Lulu

"Lulu" von Alban Berg hatte just im Theater an der Wien in Wien Premiere.

Die erste aller Fragen, die sich hier stellt, ist doch die Tatsache, dass dieses wunderbare Haus nicht gerade für eine Oper solch umfassender Dramatik geeignet ist. Vielmehr zwängt sich die Festellung auf, dass der sonst in barocker Manier gehaltene Spielplan des Theaters gefüllt werden muss, um ja der Wiener Staatsoper Paroli bieten zu können.

Zurück zum Werk. Diese Oper ist vielleicht kein Meisterwurf hinsichtlich der Verbindung von Text und Musik. Wie auch immer. Jedoch ist sie ein gefundenes Fressen für Regisseure, die sich etwas trauen, Regisseur, die diese Oper an der Titelfigur und ihrer Wirkung verstehen und dem Publikum damit etwas über den Kern "Lulus" beibringen wollen: Voyeurismus, Gier und Macht sind "in", willkommen in unserer Zeit der Medien- und Modellstars.

David Alden und sein Kostümteeam hatten sich etwas getraut und an der Bayerischen Staatsoper gezeigt (Premiere war 2004).

Alden konzentrierte sich auf die Lulu allein, sie ist - wer sonst - der Star, das absolute Zentrum und Verständnis des Werkes zum Werk hin. Die Süddeutsche Zeitung schrieb dazu: "Jede Mythisierung einer 'Urgestalt des Weibes' ist Alden fremd, zu sehen ist allerdings dessen perfekte Gestalt.", und weiter heisst es "Alden beobachtet und zeigt die Wirkungsmechanismen" hinter dem Werk und seiner Heldin, "auch die aktuell erkennbaren Symptome von Bildfaszination, -erkenntnis und -störung: die Medien. Es wird gefilmt und photographiert auf der Bühne, was das Zeug hält, ständig sind Apparate und Handkameras präsent."

Sehenswert also, wie München an ein so schwieriges Werk herangegangen ist.

Hörempfehlung: Brigitte Fassbaender als Lulu, unter der Leitung von Jeffrey Tate, erschienen bei EMI Classics.

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