Le Nozze di Figaro mit Harnoncourt
Ab jetzt wird wohl die heißeste Diskussionsrunde um Musik einsetzen, der Name Mozart und seine Werke bergen immer (schon zu seinen Lebzeiten) grossen Zündstoff.
Der Anlass, sich Mozart und seine Operninterpretationen vorzunehmen, ist wohl kein geringerer, als dass in wenigen Tagen Salzburg zum Erdmittelpunkt des musikklassischen Lebens wird, und dies für vier Wochen. Auch Mozart steht 2010, wie kann es anders sein, wieder im Mittelpunkt mit der Oper "Don Giovanni" (wir erinnern uns an einen der besten Giovannis überhaupt, Cesare Siepi, siehe blog vorher). Claus Guth, der vor wenigen Wochen mit seiner "Lohengrin"-Lesart an der Wiener Staatsoper baden ging, wird inszenieren. Die Titelpartie singt Christopher Maltman. "Le Nozze die Figaro" ist für fast jede Sängerin und jeden Sänger eine Hürde, über die man springen muss, ganz gleich ob man später ins dramatische oder lyrische Fach geht, denn die Crux ist, dass Mozart für fast alle Stimmlagen operal etwas geschrieben hat. Nikolaus Harnoncourt zählt zu den besten Mozartkennern unserer Zeit. Und dies hört man, musikalisch gibt es viel Raum, Luft, aber gleichzeitig lebt eben auch alles, wie ein Organismus. Wir reden von der Aufnahme, die 2007 als CD und als DVD bei der Deutschen Grammophon erschienen ist, von jener Aufführung, mit der Salzburg damals als Susanna Anna Netrebko verpflichtet hat, Christine Schäfer als Cherubino, Bo Skovhus als Graf, Dorothea Röschmann als Gräfin und Ildebrando d'Arcangelo als Figaro. Machen wir es kurz: Schäfer ist die beste, d'Arcangelo einmalig, genauso wie Bo Skovhus und Röschmann.Was Anna Netrebko betrifft: die Schauspielerei gelang ihr ganz gut, doch - wie immer - ihre Manier "ich kann eh alles" hat sich leider mit ihrer Interpretation der Susanna nicht durchgesetzt.
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