Kuhn und Mahlers 9. Sinfonie
Gustav Mahler wäre am 7.7.2010 150 Jahre alt geworden. Meistens kümmert sich die musikalische Nachwelt erst wieder um so großartige Komponisten, wenn es was zum Feiern gibt. So also auch 2010 mit Mahler: Bücher, CDs, DVDs und Ausstellungen (wobei von letzteren es zumindest in Mahlers Wahlheimat Wien auch nicht sehr viele überwältigende gab) wo das Auge nur hinschauen kann. Mehr Rauch als Pulver? Kann man so sagen, ja.
nonobach geht andere Wege, wir bloggen hier auch wenn es nicht um ein Jubiläum geht. Daher einmal ein Lob für eine CD-Einspielung, welche schon 2006 stattgefunden hat.
Erschienen ist sie beim kleinen (aber feinen) Münchner Label OehmsClassics. Gustav Kuhn dirigiert, das Orchestra Filharmonica Marchigiana spielt und auf dem Programm steht Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 9 - ja, ein seltsames aber wie bei Beethoven zukunftsweisendes Werk für die Musikgeschichte.
Kuhn - wer ihn kennt weiß das - ist ein Hannsdampf in allen Gassen. Geboren in Salzburg, Dirigierstudium in Istanbul, inzwischen mit Tirol so verwurzelt wie Wien mit dem Stephansdom. Er hat die Tiroler Festspiele in Erl zu einem Magnetpunkt erster Sahne gemacht, insbesondere auch durch die Aufführungen der Richard Wagner Opern, und dies mitten unter Kühen und grünen Wiesen.
Das Orchester stammt aus Ancona. Mahler und Ancona, naja. Die perfekte Symbiose? Im ersten und zweiten Satz der neunten Mahlers kommt in dem Sinn kein Glanz hervor, keine gepriesene Hoheit von "wow", aber der dritte und der vierte Satz hat es in sich, hier spürt man einen Kenner am Pult, der weiß, wie bei Mahler die Streicher zu nehmen sind.
Summa summarum ist die Aufnahme ordentlich und ohne weiteres zu empfehlen.
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