Jetzt geht es rund: Les Musiciens du Louvre musizieren Joseph Haydn - top!
Jene, welche in Wien leben und ein Abo im Konzerthaus haben, sollten sich noch erinnern, als Marc Minkowski mit seinen Musiciens du Louvre dort alle 12 Londoner Symphonien von Joseph Haydn aufgeführt hat.
Jene, welche nicht in Wien leben, oder nicht ein Abo des Wiener Konzerthauses haben oder aber auch eben diese Vorstellungen verpasst haben kaufen sich bitte ab sofort alle 4Cds, die beim Label Naive jetzt erschienen sind. Wortlos, wie frech, gewitzt und doch einfühlsam Minkowski Haydn liest. Die Wiener Presse - und das will etwas heißen, angesichts dass Franzosen Haydn interpretieren - war einer Meinung, namentlich hellauf begeistert. Wie kam es eigentlich zu diesen sogenannten "Zwölf Londoner Symphonien"?Es war wohl das, was die alten Griechen "kairos" nannten, der genau richtige Augenblick, und der, dem er sich bot, griff zu, ohne zu zögern. Anfang Dezember 1790 stand bei Joseph Haydn in Wien ein Mann an der Tür und stellte sich mit diesen Worten vor: "Ich bin Salomon von London und komme, Sie abzuholen. Morgen werden wir einen Akkord schließen und reisen."Haydn nämlich, und davon hatte der Konzert-Unternehmer Johann Peter Salomon Wind bekommen, befand sich gerade in einen unfreiwilligen Vorruhestand. Zwei Monate zuvor war sein langjähriger Dienstherr Nikolaus I. Esterházy gestorben, dessen Nachfolger hatte die Hofkapelle aufgelöst und Haydn also - allerdings bei Fortzahlung aller Bezüge - nichts mehr zu tun. Ganz so schnell wie Salomon prophezeit hatte, ging es nicht, aber fast. Keine zwei Wochen später machten Haydn und er sich auf den Weg, und schon am Neujahrstag 1791 betrat Haydn nach einer stürmischen Überfahrt über den Ärmelkanal in Dover britischen Boden.Superbe! Wie die Franzosen sagen.
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