Jessye Norman und Richard Strauss
Es lohnt sich, einmal wieder in der Vergangenheit nachzuschauen, was denn schon so alles auf CD erschienen ist. Gibt es etwas, was man ohne weiteres auch heute noch empfehlen kann, was sozusagen zum Standard gehört?
Oh ja. Zum Beispiel Richard Strauss und die "Vier letzten Lieder" und die "Sechs Orchesterlieder". Bei dem Label Philips erschien 2002 eine CD mit dem Gewandhausorchester Leipzig, unter Kurt Masur (aufgenommen wurde das Ganze als Platte schon in den achtziger Jahren). Gesungen werden die Lieder von Jessye Norman. Was für eine Frau, was für eine Stimme, was für eine gute deutsche Aussprache. Aber auch der Orchesterpart ist unglaublich subtil, durchdringend und wundersam, eben Kurt Masur, ein Kenner der Strauss-Literatur. Die "Vier letzten Lieder" sind nach Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff entstanden und von Strauss in der Schweiz zu Papier gebracht worden. Der Titel selbst stammt nicht vom Komponisten. Darüber hinaus dokumentieren diese Lieder vielmehr eine kontinuierliche Auseinandersetzung von Strauss mit den Themen "Tod" und "Abschied", womöglich auch vor dem Hintergrund des vergangenen Krieges und in Vergegenwärtigung des eigenen bevorstehenden Todes.
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