Interpretation ohne Worte
Felix Mendelssohn-Bartholdy verknüpfte in den vielen seiner "Lieder ohne Worte" sangliche Melodien mit diversen kapriziösen Begleitfiguren.
Mittelteile, wie sie für das Charakterstück des 19. Jahrhunderts typisch sind, fehlen, es ist alles mehr oder weniger durchkomponiert. Sehr oft beginnt die Begleitung, bevor die Melodie einsetzt. Daneben stehen „Lieder“ mit kurzen, kadenzierenden Vor- und Nachspielen, aber auch Stücke, in denen die Melodie von Anfang an erklingt. Die ausgefeilten Figurationen von Mendelssohn-Bartholdy rücken seine "Lieder ohne Worte" ohne Zweifel in die Nähe virtuoser Konzertetüden.
Roberto Prosseda hat sich wie kaum ein Pianist zuvor intensiv mit der Materia von Mendelssohn-Bartholdy auseinander gesetzt und liebt es, jene die Lied-Einfachheit raffinierenden und brillianten Momente zu beschwören, die versteckte Mehrstimmigkeit, aber auch die polyphonen Elemente. Im Opus 67 erreicht Prosseda eine lyrische Innigkeit und eine Pianissimokultur, die ihresgleichen sucht. Man bleibt sprachlos, ohne Worte.
Sprachlos
Felix Mendelssohn-Bartholdy, Lieder ohne Worte
Solist: Roberto Prosseda
Erschienen bei: Decca Records, 2008