Herreweghe nimmt sich Beethovens Fünfter an
Dass Harnoncourt vor Jahren auch die Oper "Aida" von Verdi dirigiert hat, mußte mit großem Erstaunen festgestellt werden. Was haben jene, welche Jahrzehnte zuvor die Wiederbeleber der Alten Musik waren, mit einem Mal in der Klassik oder in der Romantik zu suchen?
Philippe Herreweghe, auch einer der "jenen", hat sich inzwischen mit seinem Royal Flemish Philharmonic Orchestra Beethoven angenähert und weiß auf die zuvor gestellte Frage eine passende Antwort: "Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man sich ständig weiter entwickelt, im und außerhalb des Kernrepertoires. Die Kantatenaufnahmen der Sechzigerjahre Jahre finde ich heute schrecklich, aber das Publikum war damals interessiert und begeistert, weil alles so neu war. Das Publikum verlangt immer nach Neuem."Gesagt, getan. Herreweghes Beethoven ist - ähnlich wie bei Giovanni Antonini - frisch, voller Dynamik und schön transperent musiziert. Und selbst wenn Herreweghe wohl weiß, dass er bei Beethoven insbesonders nicht mehr ausschliesslich (wie bei Alter Musik) mit alten Instrumenten mit Farbklang imponierend überzeugen kann, findet er andere Wege, um der historischen Aufführungspraxis Respekt zu zollen: mit Artikulation und Rhythmik. Einfach genialLudwig van Beethoven, 5. und 8. Sinfonie, op. 67/92
Dirigent: Philippe Herreweghe, Royal Flemish Philharmonic Orchestra
Erschienen bei: Pentatone, 2007
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