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Händels Oratorien: Jephta

Jephta_kopf

Einst den Deutschen Schallplattenpreis hat Harnoncourt für seine "Jephta" Aufnahme erhalten (erschienen in Das Alte Werk) - und leider hier auch zurecht, gegenüber der Aufnahme mit John Eliot Gardiner und den English Baroque Soloists.

Die Geschichte von Jephta zeigt, wie Israel gefallen war, indem es Zuflucht zum Anführer einer Truppe von „losen Männern" nahm. Jephta litt schwer unter seinem unbedachten Schwur, und er besaß keine Weisheit und Demut, um den Groll der Ephraimiter zu beschwichtigen. Gott ließ sein Volk nicht im Stich, aber ihr schwacher Zustand wurde deutlich offenbar. In der Bibel wird im 11. Hebräerbrief von Jephtas Glaube gesprochen.

"Jephta" ist für den Komponisten unter sehr schwierigen Umständen entstanden - der graue Star hat seine Vorboten geschickt. Man sieht an seinen Bemerkungen in der Originalpartitur, wie dramatisch sich sein Augenleiden in dieser Zeit verschlimmerte. Den ersten Akt komponierte er vom 21. Januar bis 2. Februar 1751. Im zweiten Akt vermerkte er beim Chor „How dark, O Lord, are Thy decrees“ in deutscher Sprache „biß hierher komen den 13 Febr. 1751 verhindert worden wegen so relaxt des gesichts meines linken auges“. Als er die Arbeit wieder aufnahm, notierte er „den 23 dieses (Monats) etwas beßer worden wird angegangen“, und am Schluss des zweiten Aktes „geendiget den 27 dieses Febr. 1751“.

Danach begab er sich zu einer Kur nach Cheltenham und nahm anschließend am 18. Juni die Arbeit am dritten Akt und an der Ausfüllung der Stimmen auf. Am 30. August fügte er seine Schlussformel S(oli). D(eo). G(loria). mit dem Datum an.

So sehr manche Rezitative nicht mögen, hier in "Jephta" hat Händel einen Kunstgriff gemacht, denn es scheint immer wieder, als ob die Rezitative nicht alleine dastehen, sondern auf fast unheimliche Weise mit den Arien und Choreinlagen verwoben sind.

Zu loben ist u.a. auch der Arnold Schönberg Chor Wien, welcher mit der englischen Aussprache nicht immer gute Chor-Ergebnisse erzielt hatte. Bei dieser Aufnahme klappt alles wunderbar. Bravi!

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