Nonobach

Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 
« Zurück zur Startseite

Cecilia Bartoli bleibt unerreicht

Bartoli

Was haben wir nicht weltweit für wunderbare Konzert- und Opernabende schon erleben dürfen, wenn die Römerin Bartoli begann ihre Gurgel in Schwung zu versetzen. Wohl kein Kritiker konnte ihrem Temperament, ihrer Gesangeskunst und ihrer frohen Natur je widerstehen, nein, Bartoli lag und liegt zurecht die Klassik- und Opernwelt zu Füssen.

Eine CD, welche 2003 bei Decca Records erschienen ist, trägt den Titel "The Salieri Album" und ist jenem Komponisten gewidmet, welcher besonders seit dem Film "Amadeus" den Ruf als Mozartmörder trägt, ein Cliché, welches nichts weiter als ein Cliché ist und in keinster Weise der Wahrheit entspricht.

"Für mich war die Entdeckung der Opern Salieris eine riesen Erfahrung", so Bartoli. "Ich hoffe, dass diese Aufnahme endlich dazu beiträgt, Salieri aus dem Schatten von Mozart zu befreien und ihm schlussendlich den Status als Komponisten gibt, den er verdient hat".

Doch Bartoli wäre nicht Bartoli, wenn man nicht bis in kleinste Detail an dieses Projekt herangegangen wäre. Was den Orchesterpart betrifft, entschied sie sich für das Orchestra of the Age of Enlightenment, welches bis heute zur Weltspitze in Sachen historische Aufführungspraxis und Interpretation der Musik des 18. und 19. Jahrhunderts zählt. Als Dirigent konnte die Koloratursopranistin Adam Fischer gewinnen, welcher derzeit Musikdirektor an der Budapester Staatsoper ist.

Alles zusammen nennt man Symbiose, alles zusammen nennt man musikwissenschaftliche Forschungsarbeit auf höchster Ebene, welche auf CD verewigt wurde und Klangwelten vermittelt, die nicht in Vergessenheit geraten können.

Besonders hervorzuheben sind die Arien "Alfin son sola" aus der Oper "La Cifra" und "E non degg'io seguirla" aus der Oper "Armida". Jede Kantilene sitzt, ob stimmlich oder orchestral, die Dynamik ist umwerfend gut, die Blechbläserformation des Orchesters bei "Alfin son sola" strotzt voller Klarheit, von der Artikulation der Worte ganz zu Schweigen.

Ab September 2010 ist Cecilia Bartoli in Händels Oper "Semele" zu erleben. Hoffen wir, dass sowohl diese Aufführung wie auch jedes weitere Konzert der Bartoli auf CD gepresst wird, denn Sucht kann auch etwas Positives sein. 

Per email 

Kommentare (0)

Kommentar schreiben...