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Brahms und die Motette: Eine Rarität

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Die Motette wird primär der sakralen Musik zugeschrieben, aber erst seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Zuvor war die Motette ein Werk, welches mehrstimmig ist, weltlich auch verwendet wurde und besonders dadurch gekennzeichnet war, dass ein bestimmter Rhythmus in der Unterstimme bzw. in den Unterstimmen immer wiederkehrte.

Aufgrund der Tatsache, dass über das 16., 17. und 18. Jahrhundert die Motette dem geistlichen Musikgenre zugeordnet war, gibt es wenige "weltliche" Komponisten, die sich für diese Musikgattung interessiert haben. Erst mit dem Beginn der Romantik, als die Motette frei weltlich oder geistlich komponiert wurde, und nicht mehr der Geistlichkeit vorbehalten war, weckte sie bei zahlreichen Komponisten wieder Interesse in Arbeit genommen zu werden.

So auch bei Johannes Brahms. Er entdeckte wie Bruckner und Mendelssohn die Motette für sich und vertonte unter den Opuszahlen 29, 74 und 110 insgesamt sieben Motetten.

Eine fantastische Aufnahme dieser Werke ist schon vor einigen Jahren beim englischen Label Hyperion erschienen und verdient es wirklich, wieder entdeckt zu werden. Die Interpreten - die Corydon Singers und Dirigent Matthew Best - gehen der Brahms'schen Komposition bis in kleinste Detail nach. Es klingt nicht nach schwerer romantischer Musik. Es klingt auch nicht nach neuen stimmlichen An- und Herausforderungen, wie sie schon Beethoven als Vorreiter der Romantik in seiner 9. Sinfonie anbringt. Nein: Alles ist schlicht und in dieser Schlichtheit liegt eine unglaublich schöne und reine Mystik.

Eine wunderbare Neurscheinung bei Hyperion sind sämtliche Lieder von Johannes Brahms, gesungen von Angelika Kirchschlager.

 

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