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Brahms Klavierkonzert Nr. 1 - verschmäht, aber doch gut!

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Im Frühjahr 1854 begann Johannes Brahms mit der Konzeption einer Sonate für zwei Klaviere in d-Moll. Er musste ernüchtert feststellen, dass sich seine Ideen mit zwei Klavieren nur unzulänglich umsetzen ließen. Ein Versuch, den Entwurf in eine Symphonie umzuarbeiten, blieb in den Anfängen stecken, weil Brahms sich mit der Kunst der Orchestrierung nicht gut genug vertraut fühlte und fürchtete, mit dieser Unternehmung zu scheitern.

1855 hatte Brahms die Idee, den Entwurf des Kopfsatzes der Klaviersonate zu einem Klavierkonzert umzuarbeiten. Sie kam ihm sozusagen über Nacht, berichtete er doch Clara Schumann: „Denken Sie, was ich die Nacht träumte. Ich hätte meine verunglückte Symphonie zu meinem Klavierkonzert benutzt und spielte dieses. Vom ersten Satz und Scherzo und einem Finale furchtbar schwer und groß. Ich war ganz begeistert.“

Bis zum Herbst 1856 entstand so der erste Satz eines "Concerts für das Pianoforte mit Begleitung des Orchesters", der allerdings bis 1859 mehrmals überarbeitet wurde. Das Adagio komponierte Brahms im Winter 1856/57. Der Erstfassung des Rondo-Finales, die er Mitte Dezember 1856 an Joseph Joachim, seinem Ratgeber in Sachen Instrumentierung für Orchester schickte, ließ er Ende April 1857 eine zweite Version folgen.

Auch wenn Brahms mit diesem Konzert sehr oft vorgeworfen wurde, alle neuen Errungenschaften seiner Komponierkollegen in Sachen Satzbau und Komponierweise gnadenlos zu missachten, ist doch dieses erste Klavierkonzert ein Wahnsinn in Sachen Romantik. Es ist aufwühlend, mitreissend, mit einprägsamen Themen und das Adagio (der zweite Satz) ist wohl eines der schönsten Adagii überhaupt.

Ein sehr gute Aufnahme dieses Konzertes bekommt man bei EMI. Einspielt wurde die CD von dem London Symphonie Orchestra, Dirigent ist Carlo Maria Giulini, Solist ist Alexis Weissenberg. Perfektion pur, ob im Orchester, beim Dirigat oder beim Solisten!

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