Bach in England? Ist schon passiert!
Köthen, Leipzig, Arnstadt, Lüneburg, Eisenach, Mühlhausen und Ohrdruf, das war es mit den Johann Sebastian Bach - Lebensstationen was Städte betrifft. London? Dort war er nie, auch nicht in England. Sein Wohnlebensradius war klein.
Was wäre wohl passier, wäre er auf eine Einladung hin oder anderweitig nach England gekommen? Wir wissen es nicht. Dass Bach jedoch von englischen bzw. Musikern genauso gut musiziert wird, wie von anderen, das belegt die vorliegende CD mit der Interpretation der h-Moll Messe des Schotten John Butt. Nichts, aber auch gar nichts, wird hier ausgespart: solistisch besetzte Chorsätze (wie bei Minkowski), kraftvolle Trompeten- und Hornklänge, nebst kammermusikalischen Einlagen - alles ist vorhanden, klingt wohlgeformt und - vor allem - wohl durchdacht. Der Musikwissenschaftler Joshua Rifkin "predigt" seit Jahren schon, dass Bach seine Chorsätze nur solistisch besetzt hat. Der deutsche und renommierte Musikverlag Breitkopf & Härtel nahm sich dieser Thesen an und veröffentlichte im Jahr 2006 die Urtextausgabe der Bachschen h-Moll Messe. Seitdem widmen sich immer mehr Ensembles, Dirigenten und Interpreten dieser (wahren) Fassung der h-Moll Messe. John Butts Einspielung braucht sich nicht hinter Jacobs oder Brüggen verstecken - im Gegenteil.Note sehr gutJohann Sebastian Bach, h-Moll Messe, BWV 232Dunedin Consort & Players
Dirigent: John Butt, Interpreten: Susan Hamilton, Cecilia Osmond, Margot Oitzinger, Thomas Hobbs
Erschienen bei: Linn Records, 2009
Per email