Nonobach

Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 
« Zurück zur Startseite

Alban Bergs "Lulu"

Images

Die Kritiker waren durch die Bank angetan von Peter Steins "Lulu"- Inszenierung anlaesslich Alban Berg's rundem Geburts- und Todestages. Nichtsdestotrotz hinterlaesst die Oper beim Zuhoerer zum wiederholten Male einen seltsam leeren und angestrengten Eindruck: warum ist man nicht innerlich bewegt von dem Schicksal der Protagonistin und Ihrer vielen Opfer-Peiniger? An der Musik kann es nicht liegen, das merkt man insbesondere an den Zwischenspielen, wo man ihrer Intensitaet erst richtig gewahr wird. Kann es an der hoechst unzeitgemaessen und gegen Ende hin verworrenen Handlung liegen? Wenn in der letzten Szene Graefin Geschwitz sich vornimmt zu "immatrikulieren", "Jurisprudenz zu studieren" und um Frauenrechte zu kaempfen, um kurze Zeit spaeter Ihr Leben auszuhauchen ist einem eher zum Lachen zumute. Ihre Verehrung fuer Lulu wirkt aufgesetzt, die vielen Maennerlobreden ueber Lulus Reize peinlich. Der kolossale Schlussakkord des Schreckens trifft einem in Mark und Bein aber nicht wegen Lulus Ende. Er wirkt eher wie Mahlers Aufschrei der Verzweiflung in der 10ten Symphonie, die ganz ohne Handlung und Darsteller Ihre volle Wirkung auf den Zuhoerer entfaltet. Hat Berg auf ein schlechtes Libretto gesetzt? Man kann sich den Gedanken nicht verkneifen angesichts der grossartigen Uebereinstimmung von Handlung, Wort und Musik, die Bergs andere grosse Oper "Wozzeck" auszeichnet...

Per email 

Kommentare (0)

Kommentar schreiben...