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Georg Friedrich Händel

 

Il Fondamento mit gediegener Händeleinspielung

Il_fondamento

Die Einspielung der "Feuerwerksmusik" des belgischen Ensembles Il Fondamento ist ein wenig enttäuschend geraten, wenn auch solide gemacht.

Das Ensemble bemüht sich seit Jahren um die historische Aufführungspraxis, gräbt verschollene Werke wieder aus und bringt so manche Rarität ans Tageslicht. Das zeigt auch die jüngste Tour "Rule Britannia", mit Werken von Croft, Arne und Purcell.

Doch bei Händels "Feuerwerksmusik" fehlt irgendwie der zündende Funke. Einzig das "Menuett" sprüht voller Lebensfreude, ist gewitzt, kantig-rhythmisch, so wie es eben sein sollte.

Note 3

Feuerwerksmusik, HWV 351
Il Fondamento
Dirigent: Paul Dombrecht
Erschienen bei: Passcaille, 1997

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Feuerwerksmusik von G.F.Händel mit Le Concert Spirituel

Handel

Georg Friedrich Händel ist ein Meister der Tonverrückungen, der Modulationen. Keiner wie er hat Rhythmus so kongenial mit Melos verbunden und schließlich so vielfältig in sein eigenes Werk hinein komponiert.

Die "Feuerwerksmusik" ist vom Aufbau her eine ganz gewöhnliche Orchestersuite. Kein anderes Werk des instrumentalen Barockzeitalters hat wohl in den letzten Jahren derart viele Interpretationsansätze hervorgerufen, wie dieses Oeuvre des Maestro aus Halle.

Hervé Niquet hat sich famos und brilliant eine 'Massenbesetzung' ausgedacht, was Händel mit Sicherheit gefallen würde, da er einst bei der Uraufführung des Werkes nicht soviel Musiker zur Verfügung gehabt hat. 26 Oboen, 15 Flöten, 12 Fagotte, 2 Kontrafagotte, 9 Naturtrompeten, 9 Naturhörner, 20 Violinen, 8 Violen, 8 Celli und 6 Bässe sind das Ergebnis.

Und auch wenn man jetzt denken könnte, dass das erschlagen mag, ist dem nicht so. Die vorliegende Einspielung mit Le Concert Spirituel kann eindeutig als Referenzeinspielung angesehen werden.

Bravo zum Mut

Georg Friedrich Händel, Feuerwerksmusik, HWV 351
Le Concert Spirituel
Dirigent: Hervé Niquet
Erschienen bei: Glossa, 2002

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Händels Oratorien: Saul

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Saul markiert mit seiner Herrschaft den Übergang von einem losen Zusammenschluss einzelner Stämme Israels zu einem festgefügten Staat. Zwar trat er wie die charismatischen Richter vor ihm in einer kritischen Situation als politisch-militärischer Führer in Erscheinung, legte aber im Gegensatz zu ihnen sein Mandat anschließend nicht nieder.

Die biblischen Erzählungen zu Saul finden sich im 1. Buch Samuel. Danach schlug er die Ammoniter in einer offenen Feldschlacht und befreite damit die von ihnen belagerte Stadt Jabesch in Gilead.

Als Georg Friedrich Händels Zeit als Opernkomponist dem Ende zuging, da ein "neuer Geschmack" was Oper betrifft über England zog, sagte er zu seinem Sekretär: "Die Oper ist vorbei, laßt uns Oratorien machen."

Händel ist der einzige Komponist, welcher "Saul" vertont hat.

Besonders zu empfehlen ist hier das Label Das Alte Werk, mit welchem Nikolaus Harnoncourt stark zusammengearbeitet hat.

Ein wunderbares Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die komplette Einspielung von "Saul". Es spielt der Concentus Musicus Wien, als Sänger sind u.a. auch mit dabei Dietrich Fischer-Diskau und seine Frau Julia Varady.

Was man von Fischer-Diskau überhaupt nicht erwartet: wie gut er barock singen kann. Die Arie "As great Jehovah lives, I swear, the youth shall not be" ist ein musikalischer Höhepunkt des 2. Aktes.

Wunderbar konzertiert der Concentus: die Sinfonia, die den dritten Akt einleitet, perfekt musiziert. Oder auch der Chor im 1. Akt mit "How excellent thy name, o Lord", einfach herrliche Musik, wie überhaupt "Saul" sich stark über die orchestrale Gestaltung profiliert.

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Feuerwerks- und Wassermusik by Handel

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Naja, da hätte man sich von den Engländern  und vor allem vom Barockspezialisten John Eliot Gardiner etwas besseres erwartet.

Sehr enttäuschend im Tempo, überhaupt in der ganzen Interpretation, ist die bei Decca erschienene CD mit Georg Friedrich Händels "Feuerwerks- und Wassermusik".

Allein schon im ersten Satz der "Feuerwerksmusik" fehlt die markante Rhythmik, das typische Punktierte bei Händel versinkt im nirgendwo. Seine ganze Musik ist permanent davon durchsetzt, egal ob in seinen Oratorien, Opern oder anderen Werken. Es klingt alles verschlafen, einheitlich, nicht temperamentvoll und tänzerisch. Die restlichen Sätze braucht man erst gar nicht zu erwähnen. Die Streicher spielen einfach zu brav, frech hört sich anders an.

Der Dirigent Roger Norrington sieht das Ganze so: "Man muss spielen mit viel Phrasierung, mit starker und leichter, und mit viel Rhythmus. Zentral ist dieser Schwung. Alles ist tanzbar, sie haben in 18. Jh. Musik mit den Füßen gehört."

Genauso ist es - schade, die English Baroque Soloists einmal auch enttäuschend.


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Georg Friedrich Händels Orgelkonzerte neu!

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Wenn wir schon bei dem wunderbaren Ensemble der Academy of Ancient Music sind, so sei hier noch eine Neuerscheinung ganz groß hervorgehoben.

Gemeinsam mit dem Organisten Richard Egarr ist bei Harmonia Mundi eine komplette Einspielung der Orgelkonzerte Georg Friedrich Händels erschienen.

Oft staunt man, warum Händel eigentlich nicht viel mehr für die Orgel geschrieben hat, so wie Bach. Die Frage ist berechtigt, kann aber auch ohne viel Drumherum beantwortet werden. Händel lebt die größte Zeit seines Lebens in England. Dort waren - wenn überhaupt - nur zweimanualige Orgeln Gang und Gebe, während im deutschsprachigen Raum die Orgel geschichtlich gesehen eine große Weiterentwicklung gefunden hat.

Händel stand auch keine Pedalik zur Verfügung - man stelle sich vor, es wäre so gewesen, was für wunderbare Werke wir mit Sicherheit von ihm überliefert bekommen hätten.

Somit ist das Hauptorgelwerks Händels auf diesen opus 7 konzentriert.

Gerade für die Sommerzeit ist diese Musik geeignet, so festlich, unterhaltend und leicht, mit wenig Dramatik.


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Saul bei Manufactum

Saul

 

A propos sich umschauen lohnt sich (wie im blog betreffs der Schiersteiner Kantorei erwähnt). Entdeckt man doch im Sortiment von Manufactum eine Aufnahme von Georg Friedrich Händels "Saul" (Label: K&K Verlagsanstalt / Manufactum).
 
Ja - wirklich kein primitiver Querschnitt. Nein, es ist eine komplette Aufnahme des 1739 uraufgeführten Monumentalwerkes des Meisters aus Halle.
 
Die Salzburger Nachrichten schreiben dazu:"Einigermaßen still geworden ist es um Händels große englische Oratorien, die eigentlich Opern mit biblischen Stoffen sind. Neue Impulse der Auseinandersetzung mit diesen Werken kommen jedoch aus dem Schwäbischen. Dort gibt es im Kloster Maulbronn eine sehr engagierte Musikszene. Der exquisite Kammerchor Maulbronn, das ebensolche Barockorchester 'Hannoversche Hofkapelle', bekannte Solisten wie Michael Chance, Nancy Argenta und andere bemerkenswerte Künstler unter Jürgen Budday geben den Oratorien Händels jugendlich-frisches Leben."
 
Was die Hessen können, machen die Schwaben schon lang. Gemeinsam mit der Hannoverschen Hofkapelle musiziert der Kammerchor Maulbronn dieses Werk von Händel in der Tat ebenso frisch, andächtig und freizügig im Schwung, wie die Schiersteiner Kantorei. 
 
Fazit: wer hier nun besser musiziert, das ist jetzt schwer zu sagen. 

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Saul und ein Fest der Stimmen

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Kleinvieh macht auch Mist, sagt man. Und das muss wohl stimmen, wenn man sich einmal umsieht und bemerkt, was weniger bekannte Ensembles auf die Beine stellen.
 
So geschehen mit der CD-Aufnahme "Saul" (erschienen bei SK live). Ein Oratorium in drei Akten, komponiert von keinem geringeren als Georg Friedrich Händel, ein Werk, das an Stimmengewalt und Masse wohl kaum zu übertreffen ist.
 
Interpretiert wird das Werk von der Schiersteiner Kantorei, welche im hessischen Wiesbaden ansässig ist. Was man hört ist einmalig: ob der Orchesterpart, oder der Chorpart, alles in feinster Barockmanier und - ja, man staune - in englischer Sprache (Originalsprache des Oratoriums) vorgetragen. René Jacobs oder John Eliot Gardiner mit seinen English Baroque Soloists sind ein Kaliber, die Schiersteiner Kantorei ein anderes. Hinzu gesellen sich auch Solisten von internationalem Rang, wie der weltberühmte Countertenor Andreas Scholl. Und ein richtiger guter Aufführungsort wurde noch dazu ausgewählt: das Kloster Eberbach.
 
Saul stellt eine nationale und politisch brisante Tragödie dar, in der das Schicksal des Einzelwesens – der Tod Sauls und seines Sohnes Jonathan – vor der nationalen Katastrophe der unmittelbar daran beteiligten und davon betroffenen Volksmassen zurücktritt.

Große Kunst kann nichts anderes leisten, als vorbildlich zu wirken, es ist ihr nicht anzulasten, wie wenig Einfluss sie auf verblendete und gottlose Menschen haben mag. Das Paradigma eines solchen stellt auch König Saul, eine der ambivalentesten und fragwürdigsten Personen des Alten Testaments, dar. Innerlich zerrissen, mutig im Kampf und feige im Leben, unfähig, sein vom Aberglauben befallenes Volk zu führen, moralisch krank und geistig verfallend, zieht sich Saul selbst in den unausweichlichen Untergang. Saul ist die Geschichte eines geborenen Verlierers – und doch auch eines Wegbereiters: Am Ende wird sein Nachfolger David eine neue kulturgeschichtliche Epoche begründen, das Volk leiten, und zumindest versuchen, dies auch gut zu tun.

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"Semele" im Theater an der Wien

Christie

Mit Spannung werden im September 2010 die fünf "Semele"-Aufführungen im Theater an der Wien erwartet. Und dazu wird keine geringere als Cecilia Bartoli die Titelpartie singen, William Christie wird das Oratorium dirigieren, musikalisch unterstützen wird ihn dabei das Orchester Les Arts Florissants.

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