Nonobach

Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 

Marino Formenti spielt Morton Feldman beim Arcana Festival

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"Er ist manchmal selbst dabei eingeschlafen" witzelt Formenti ueber Feldman und sein Klavierstueck "For Bunita Marcus" aus dem Jahre 1985, sein Vorletztes. Der Ausnahme-Pianist bringt dann aber das Stueck um 0430 morgens mit voller Konzentration und Hingabe in der Kirche von St. Gallen im steirischen Gesaeuse zur Auffuehrung. Rund um den Steinway am Altar liegt und sitzt das Publikum auf Matratzen und erlebt wie die winzigen Tonreihen sich wiederholen, verklingen, sich permanent in Zeitlupentempo weiterentwickeln. Jeder einzelne Ton entfaltet seine Wirkung. Nach einiger Zeit verliert man sein Zeitgefuehl, gleichzeitig wird der Kopf klarer. Die Kirchenglocken erinnern fuer einen kurzen Moment an die sonst herrschende zeitliche Struktur.

Wenn es eines Beweises fuer die starke Einwirkung der sogenannten neuen Musik auf die menschliche Wahrnehmung bedarf, dann ist er hier glaenzend erbracht. 75 Minuten spaeter sind einige eingeschlafen, draussen ist es Tag geworden und ich gehe erfrischt und angeregt aus der Kirche. Dafuer lohnt es sich den weiten Weg ins Gesaeuse anzutreten, Arcana bietet 10 Tage lang aussergwoehnlich anregende Musikerlebnisse fernab vom Routine-Musikbetrieb. Intendant Peter Oswald und seinem Team sei gedankt!

Eingespielt wurde dieses Werk sowie sein allerletztes Werk, Palais de Mari, das übrigens Formenti am Abend zuvor hinreissend spielte, auf Oehms Classics mit Sabine Liebner. Weitere Einspielungen von Morton Feldman gibt es bei Kairos, dem führenden Label für zeitgenössische Musik. 

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Bayreuth: Weg mit diesem Ring!

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Zum letzten Mal muss das Bayreuther Publikum diesen Festspielsommer sich durch Richard Wagners Ring der Nibelungen in der Inszenierung von Tankred Dorst quälen. In der Götterdämmerung stolpert ein entstellter Siegfried-Tölpel mit roter Clown-Perücke durch die Gegend, auf Brünnhildes Felsen kommt ein Bauarbeiter in orangenem Schutzgewand die Kollateral-Schäden durch Loges Feuersbrunst inspizieren, und nach wirrem Untergang Walhalls kommt ein Pärchen mit Fahrrad auf die Bühne um sich freudig (worüber?) zu umarmen. Will Dorst sich über das Stück lustig machen? Ist ja sein gutes Recht, warum ihn aber engagieren?

Schade, denn die musikalische Darbietung unter der Leitung Christian Thielemanns ist Weltklasse. Bayreuth hat ja alle Trümpfe in der Hand: die Akustik und die Sicht ist für alle im Publikum hervorragend, die Pausen sind adäquat lang. Linda Watson als Brünnhilde aber macht den Abend endgültig zunichte, so ein statisches Vorsingen, ein so unmotiviertes Dahinspielen kann die durchaus schöne Stimme nicht kompensieren. In dieser Oper ist Brünnhilde der treibende Faktor, die wichtigste Person.


Also für den Ring am besten nach Wien fahren oder nach L.A (Blog folgt). Bei Sven-Eric Bechtold in Wien kann man gut sehen, dass feine Personenführung viel wichtiger ist als Slapstick. Die Charaktere verwandeln sich in Fleisch und Blut, die Emotionen sind voll sichtbar und nur so kann der Zuseher und -hörer mitgerissen werden. Franz Welser-Möst und die Wiener Philharmoniker sind hervorragend (vor allem in der ungedaempften Version von Siefrieds Tod), Eva Johansson eine packende, energische Brünnhilde. Und mit Eric Halfvarson singt in Bayreuth, Wien und L.A. (!) der Hagen unserer Zeit.

Thielemanns Ring-Gesamteinspielung findet man übrigens bei Opus Arte. Die Aufführung der Walküre wird im Live-Stream am 21. August 2010 übertragen unter http://www.bayreuther-festspiele.de/ für 14,99€. 


PS: Wann findet sich endlich ein Sponsor für gepolsterte Rückenlehnen in Bayreuth?!

 

Für alle Wagnerfans der Standard

Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen
Dirigent: Josef Keilberth, Solisten: Hans Hotter, Astrid Varnay, Wolfgang Windgassen, Toni Blankenheim
Orchester der Bayreuther Festspiele, Chor der Bayreuther Festspiele

Erschienen bei: Testament, 1955

 

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Verdi Requiem: Beste Einspielung aller Zeiten

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Manchmal sagt man, dass nur Italiener italienische Musik gut aufführen können, weil sie es eben im Blut haben. Manchmal sagt man, dass nur Engländer "Hamlet" oder "Macbeth" aufführen können, weil beide Stücke England zur Wiege haben.

Im vorliegenden Fall treffen diese "manchmals" voll zu, den Sir Georg Solti hat mit seinem einstigen Chicago Symphony Orchestra die wohl beste Einspielung des Verdischen Requiems vorgelegt, die es bis heute gibt.

Verdi - wir wissen es bezüglich der Opern - hat stets seine Sänger gefordert. Solti tut dies im Sinne Verdis auch und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein Sängercast, dass einem warm ums Herz wird: Leontyne Price, Janet Baker, Veriana Luchetti und José van Dam, als auch der Chor aus Chicago, alle ohne Makel, ohne Tadel.

Das beste an allem ist, wie Solti die Rhythmik Verdis herausfiltert (hört man es genau so bei anderen Einspielungen? eher weniger), wie mathematisch er an die Teile des Werkes geht, welche mit Fugen arbeiten (wie sehr hat doch Verdi immer wieder die Fugen Bachs als das Höchste angesehen und sich selbst in der Kunst der Fuge immer wieder probiert). Dann, der Glanz, der Abgrund, wie beide Lebenszustände instrumental von Verdi notiert werden und wie bravourös breit im Klang Solti sie darstellt.

Bravo, bravo, bravo!

Erschienen ist die Aufnahme bei RCA, eingespielt wurde sie im Jahr 1977.

Verdi in Bestform

Giuseppe Verdi, Messa da Requiem
Dirigent: Sir Georg Solti, Solisten: Janet Baker, Leontyne Price, Veriana Luchetti, José van Dam
Chicago Symphony Orchestra, Chicago Symphony Choir

Erschienen bei: RCA, 1977

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Otto Klemperer: die beste Zauberflöteneinspielung!

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Es ist schwierig, ein finales Urteil zu fällen, wenn es um eine "beste" Einspielung eines Werkes geht. Es ist insofern so schwierig, weil Musik doch immer wieder subjektiv ist, in der Interpretation, wie auch in Hörweise, oder auch bezüglich des Musizierens - alles ist subjektiv.

"Die Zauberflöte" gehört zu den meist eingespielten Werken überhaupt, jedoch eine Interpretation, welche 1964 eingespielt wurde und welche es inzwischen bei EMI auf CD gibt, ist einfach unübertrefflich: Otto Klemperer und das Philharmonia Orchestra, als Tamino Nicolai Gedda (heldenhaft und jugendhaft schön gesungen), als Pamina Gundula Janowitz (bezaubernd und betörend), als Königin der Nacht Lucia Popp (unvergesslich) und unter den drei Damen war damals auch schon Christa Ludwig.

Das Orchester spielt famos, wäre es doch immer so. Klemperer spielte die "Zauberflöte" übrigens ohne Dialoge - klingt anders, aber klingt gut!


 

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Opéra de Paris mit fantastischer Zauberflöte

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Ein richtiger Wahnsinn - von der Inszenierung und besonders von der musikalischen Seite her - ist "Die Zauberflöte" der Pariser Oper, erschienen beim Label TDK.

Das Dirigat liegt bei Ivan Fischer - tolle Tempi, tolle Akzentuierungen.

Die Pariser Produktion glänzt mit einer Garde bester Solisten. Sarastro wird vom finnischen Bass Matti Salminen gesungen, während die übrigen Rollen von einem hervorragenden Cast junger Sänger belegt werden. Vor allem Dorothea Röschmann als Pamina ist ein wahrer Glücksfall und mit dem deutschen Bariton Detlef Roth ist ein wunderbar frisch klingender lebhafter Papageno gefunden. Unter dem Dirigat des ungarischen Maestros Ivan Fischer entwickelt sich diese Zauberflöten-Einspielung zu einem Highlight.

Die Presse meint dazu: "Auf der Bühne schart sich ein erstklassiges Ensemble junger Sänger um Matti Salminen, der als Sarastro längst eine Institution ist. Piotr Beczala ist mit seinem schmelzreichen lyrischen Tenor ein Tamino aus dem Bilderbuch, Dorothea Röschmann mit jugendlich aufblühendem Sopran und emotionaler Tiefe eine ideale Pamina, Desirée Rancatore (siehe Bild) eine Königin mit blitzsauberen Koloraturen und darstellerischem Temperament."

 

Mozart in Paris

Wolfgang Amadeus Mozart, Zauberflöte
Dirigent: Ivan Fischer, Solisten:
Piotr Beczala, Dorothea Röschmann, Desiree Rancatore, Detlef Roth, Matti Salminen

Orchestre National de l'Opéra de Paris, Choeur de l'Opéra National de Paris
Erschienen bei: TDK, 2001

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Die Zauberflöte mit James Levine

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"Die Zauberflöte", wohl eines der populärsten Werke der Welt.

Einspielungen dieser Mozartschen Oper gibt es wie Sand am Meer. Schwierig zu besetzen ist diese Oper, denn von den Solopartien hatte Mozart schauspielerisch wie sängerisch ganz bestimmte Vorstellungen.

Es gehört zu den Legenden rund um die Zauberflöte, dass die Oper gleich ein Erfolg war. Eine Stütze findet sich in dem Brief Mozarts vom 7.Oktober: „(Die Oper) .... war voll wie allzeit. Das Duetto 'Mann und Weib' und das Glöckchenspiel im ersten Ackt wurde wie gewöhnlich wiederhollet – auch im 2ten Ackt das knaben Terzett – was mich aber am meisten freuet, ist, der stille beifall! (…)“. Allein im Oktober 1791 wurde die Oper in Wien noch zwanzig Mal gespielt. Im November 1792 behauptete Schikaneder, die Zauberflöte bereits das 100. Mal auf die Bühne zu bringen. Belegt sind bis dahin jedoch nur 83 Aufführungen. In dem Wiener Vorstadttheater wurde die Inszenierung bis zum 6. Mai 1801 insgesamt 223-mal zur Aufführung gebracht.

Wie auch immer es gewesen sein mag. Eine Aufnahme, die solide, wenn auch nicht bahnbrechend ist, ist bei RCA erschienen. Es dirigiert James Levine (ein Mozart-Kenner), es spielen die Wiener Philharmoniker, die Konzertvereinigung Wien, und die Solisten sind: Ileana Cotrubas (einsame Spitze), José van Dam, Christian Boesch und Eric Tappy.

Einfach mal reinhören, es lohnt sich!

Kraftvoll und locker zugleich

Wolfgang Amadeus Mozart, Zauberflöte
Dirigent: James Levine, Solisten:
Martti Talvela, Ileana Cotrubas, Jose van Dam, Eric Tappy

Wiener Philharmoniker, Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Erschienen bei: RCA, 1980

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Tschaikowsky: Masur bietet alle Symphonien und Klavierkonzerte - top!

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Nicht nur beeindruckend vom Umfang her. Der Dirigent Kurt Masur hat mit seinen ehemaligen Stammorchestern - dem New York Philharmonic Orchestra und dem Gewandhausorchester Leipzig - alle Symphonien von Tschaikowsky eingespielt, und alle Klavierkonzerte.

Erschienen ist das Ganze bei Warner Classics und - es kann sich hören lassen.

Die Klaviervirtuosin ist eine Altbekannte, Elisabeth Leonskaja. Noch nie gehört?

Elisabeth Leonskaja zählt seit Jahrzehnten zu den gefeierten großen Pianistinnen. In einer von medialer Wirkung dominierten Welt bleibt Elisabeth Leonskaja sich und der Musik treu, ganz in der Tradition der großen sowjetischen Musiker, wie u.a. Swjatoslaw Richter, David Oistrach, Emil Gilels, denen es inmitten schwierigster politischer Bedingungen stets um die Quintessenz der Musik ging. Elisabeth Leonskajas Bescheidenheit, was die eigene Person angeht, ist schon fast legendär. Erlebt man sie auf die Bühne, spürt man jedoch sofort die immense Kraft, die daraus erwächst, wenn Musik zur Lebensaufgabe wird. Geboren in Tiflis, Georgien, in einer russischen Familie galt sie als Wunderkind, das schon mit 11 Jahren die ersten Konzerte gab.

Elisabeth Leonskajas musikalische Entwicklung wurde entscheidend von ihrer Zusammenarbeit mit Swjatoslaw Richter geprägt. Der geniale Pianist erkannte ihr außergewöhnliches Talent und förderte sie nicht allein durch Unterrichten und Beraten, sondern auch indem er sie einlud, etliche Duo-Konzerte mit ihm zu spielen. Ein musikalisches Ereignis! 1978 verließ Elisabeth Leonskaja die Sowjetunion, um Wahlwienerin zu werden. Ihr sensationeller Auftritt bei den Salzburger Festspielen 1979 markierte den Anfang einer stets wachsenden Konzertkarriere im Westen. Zahlreiche CD-Einspielungen und Auftritte in der ganzen Welt, wie bei den Salzburger Festspielen, und die Zusammenarbeit mit den größten Dirigenten ihrer Zeit und fast allen erstklassigen Orchestern, unter anderem mit den Berliner Philharmonikern und dem Guarneri String Quartet, zeugen von ihrer internationalen Anerkennung. Sie ist Ehrenmitglied des Wiener Konzerthauses.

Lange Rede, kurzer Sinn: Reinhören ist die Devise!

Geniale Verbindung zweier Künstler

Peter I. Tschaikowsky, Klavierkonzerte 1-3, op.23, 44 und 75
Dirigent: Kurt Masur, Solist: Elisabeth Leonskaja
New York Philharmonic Orchestra

Erschienen bei: Apex, 1996

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Beethoven Violinkonzert, interpretiert von Masur und Mutter

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Bei EMI ist 2002 eine CD erschienen, bezüglich welcher man sofort sagen könnte "oh, nein, kenn ich eh schon!".

Vorsicht, bitte nicht. Der Löwenanteil der CD ist das Violinkonzert von Ludwig van Beethoven, gefolgt von der Violin-Romanze Nr. 1 und Nr. 2. Was die Interpreten betrifft, kommt nun bestimmt gleich ein Raunen: Anne-Sophie Mutter spielt die Geige, das New York Philharmonic Orchestra den Orchesterpart und der Dirigent ist Kurt Masur.

Es geht hier um eine Standardinterpretation und damit wird es gefährlich, weil es vielleicht langweilig vom Hören her wird. Das Gegenteil ist der Fall.

Ganz kurz zu Mutter, der Solistin, weil viel braucht über sie und ihr Spiel nicht erwähnt werden. Nach ihrer Einspielung mit Herbert von Karajan ist es das 2. Mal in ihrem Leben, dass sie das Beethovensche Violinkonzert eingespielt hat. Bestimmt wohl überlegt, mit wem sie dies tut, ist sie doch eine Ausnahmekünstlerin, die permanent Veränderung will und liebt. Ihre Interpretation - und das geht mit unter auch auf den Dirigenten Masur zurück - strotzt voller Standhaftigkeit im Ausdruck, Ruhe und Auspielung aller Phrasen - es gibt keine Hektik, den Beethovens Violinkonzert ist - was Virtuosität betrifft - kein Bravourstück.

Das Orchester und Kurt Masur: es gibt wenige, wenn überhaupt welche, Interpretationen dieses Klassikers, welche so kraft- und würdevoll verlaufen. Der 2. Satz, Larghetto, eine Verbeugung Masurs vor Beethovens musikalischen Ideenreichtum, voller Ausdruck, aber klassischen Ausdruck, nicht romantischen Ausdruck (eine Falle, in welche viele Dirigenten tappen, wenn sie meinen, Beethoven sei ein Romantiker gewesen, im Sinne des Musikstils).

Also: vergleichen bitte mit anderen Einspielungen und was besseres finden! Wird schwer werden. 

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Johann Christian Bachs Oper "Endimione"

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Die Cappella Coloniensis ist eine Fundgrube, steht man auf Werke, von denen man noch nie etwas gehört geschweige denn gesehen hat. So auch im folgenden:

Johann Christian Bach ist uns allerseits insbesondere als jene Bachsohn bekannt, welchen es nach London verschlagen hat und welcher u.a. Mozart sehr geschätzt hat. Dass er sich auch der Oper widmete, ist uns am wenigsten bekannt.

Endimione ist die italienische Namensform des Königs Endymion aus der griechischen Mythologie, der angeblich in ewigen Schlaf verzaubert wurde, damit seine Jugend bewahrt werden konnte. Sein Name wie sein Mythos bildete ein beliebtes Thema in Kunst und Musik.

In der Oper "Endimione" von Johann Christian Bach – original als Serenata bezeichnet, was darauf hindeutet, dass es sich dabei um eine Auftrags- und Gelegenheitskomposition handeln dürfte, und am 6. April 1772 im Londoner King’s Theatre uraufgeführt – wird allerdings nicht der Schläfer thematisiert. Das Libretto von Pietro Metastasio, überarbeitet und ergänzt von Giovanni Gualberto Bottarelli, erzählt eine erotische Dreiecksgeschichte zwischen Diana, Nice und Endimione, listig gelenkt durch das verwegene Wirken Amors.

Wunderbar eingespielt ist dieses frühklassische Werk auf CD bei der Deutschen Harmonia Mundi.

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Ich bin radikaler geworden / Interview a.d.Jahr 2003

2006-60

aus der "Berliner Zeitung", von Jan Brachmann

Kurt Masur über sein Leben mit der Musik, über Eitelkeit und Demut, Erschütterungen und Glücksmomente, über altmodische Liebe und die Leidensseufzer des Horns.

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