Nonobach

Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 

Riccardo Muti: Die Liebe der Wiener Philharmoniker

Christophwillibaldgluck

Vorab eine große Leistung, die man dem Dirigenten Riccardo Muti in der Tat zusprechen muss: Er hat es in den achtziger Jahren verstanden - als es neben ihm noch zig andere renommierte Dirigenten gab - sich einen Namen zu machen, sich ein Repertoire zu erarbeiten, sowohl in der Oper wie im Konzertfach. Heute zählt er dadurch selbstverständlich zu den "alten Hasen" und sind wir froh, dass wir ihn haben.

Read the rest of this post »

Hinterlegt in  //   Christoph Willibald Gluck   Riccardo Muti   Wolfgang Amadeus Mozart  
Per email 

Kommentare [0]

Geeignet für alle Opernfans: Neue Chor-CD bei Decca

Chor

Wie wichtig sie doch sind. Ob als Handlungsträger im Laufe eines Stückes, als Kommentatoren einer Szene oder einfach als Anwesende, um Masse darzustellen: Mehrstimmigkeit in Form eines Chores zählt gewiss zu den größten Errungenschaften der Musikgeschichte.

Doch ganz zu Schweigen von den Profi-Chören. Wenn man bedenkt, wieviel Laienchöre es gibt, die beispielsweise jeden Sonntag in den Kirchen ihren Dienst tun, würde die Namensliste mit Sicherheit mehrere Kilometer lang sein.

Für die Plattenfirmen waren Chorveröffentlichungen verkaufstechnisch nie der Renner. Vielmehr war damit eher die Hoffnung verbunden, dass durch die Aufnahme von bekannten Choropernmelodien die Klassik-Klientel von Hausfrauen bis hin zu den Senioren noch besser bedient werden kann. Wer hört nicht gern Verdis "Freiheitschor" aus 'Nabucco' zuhause, während gebügelt oder Schach gespielt wird?

Bei Universal Music erschien jetzt ein Opernchor-Album, welches nicht nur einen Opernchor portraitiert und nicht jene eh schon bekannten Melodien einfach runtersingen lässt. Genau das Gegenteil ist der Fall und verdient dadurch Aufmerksamkeit.

Auf der CD "Best of Opernchöre" (über den Titel könnte man jedoch in der Tat streiten) sind Opernchöre und Opernorchester aus verschiedenen Ländern zu hören, sei es von der Mailänder Scala, der Staatsoper Dresden oder dem Opernhaus in London. Dabei ist besonders interessant zu hören, wie gut die Italiener Wagners "Freudig begrüßen wir die edle Halle" interpretieren.

Das wohl beste Track ist "Steuermann, laß die Wacht!" aus dem 'Fliegenden Holländer' von Richard Wagner, meisterhaft gesungen vom Rundfunkchor Leipzig.

Hinterlegt in  //   Richard Wagner   Rundfunkchor Leipzig  
Per email 

Kommentare [0]

Renée Fleming an der Wiener Staatsoper

Fleming

"Nichts ist mehr, wie es war", schrieb einst das Wiener  Blatt „Die Presse". "'Capriccio' von Richard Strauss galt einst als schwer zu verkaufen. Auch luxuriös besetzte Aufführungen des delikat-hintergründigen Spätwerks gingen vor keineswegs vollem Haus über die Bühne. Heute heißt es: 'Ausverkauft.'"

In der Tat. Und in der Damenhauptpartie des Stückes, welches die Entstehung einer Oper schildert, war jetzt erst im Juni nochmals Renée Fleming im Haus am Ring zu erleben.
 
Spitzenklasse! Dass sie Richard Strauss liebt, es jener Komponist ist, der es ihr angetan hat, dass hört man. Stehende Ovationen waren ihr schon sicher, als sie für diese Oper in der Vorschau 2009/2010 der Wiener Staatsoper angekündigt worden war.

1993 debütierte sie zum ersten Mal an der Wiener Staatsoper in "Le Nozze di Figaro" als Gräfin. In der aktuellen Saison kehrte sie nun - auch als Gräfin - mit "Capriccio" zurück.

Will man die Sängerin gleich wieder in einer Oper bewundern, so lohnt es sich im Juli nach Zürich zu reisen, denn dort singt sie die Titelpartie in "La Traviata".

Fleming ist aber nicht nur ein Star-Sopran im klassischen Fach, nein, sie ist weit aus flexibler.

Just brachte sie ein neues Album heraus (erschienen bei Universal Music). "Dark Hope" heisst die CD und man höre und staune: Fleming outet sich als "formidable Popsängerin" mit Indie-Rock-Musik (Wiener Zeitung).

 
Alles wunderbar, weiter so!
 

Hinterlegt in  //   Renee Fleming   Richard Strauss  
Per email 

Kommentare [0]

Lang Lang ist gestern, Florian Uhlig heute

Florian

Die Sache mit dem was "in" und was "out" ist ist wie mit Wasser und einer Welle vergleichbar. Wenn eine Flut von guten Interpreten oder gar nur einem guten Interpreten kommt, wird oft vieles überschwemmt, was am Grund des Meeres liegt oder was mitschwimmt. Doch Gott sei Dank haben heissen nicht alle Klavierinterpeten dieser Welt Lang Lang oder Hélène Grimaud.

Florian Uhlig ist keine Welle, die überschwemmt, sondern ein Pianist, der es versteht, subtil, aber mit deutscher Gründlichkeit an den Alltag seines Berufes heranzugehen.

Das Schumann Gedenkjahr 2010 macht er sich ganz zu eigen. Just bei Hänssler Classics gibt es eine Neuerscheinung, mit welcher der Düsseldorfer Uhlig zeigt, dass es sie noch gibt: deutsche Pianisten, die ihre nationale Klavierliteratur beherrschen und zum besten interpretieren können. Lang Lang ist gestern, Florian Uhlig heute und auf jeden Fall auch morgen und übermorgen.

Doch nicht genug des Vorhabens nur Schumann mit Paradestücken zu ehren. Uhlig und Hänssler Classics gehen in die Vollen und spielen erstmals das Klaviergesamtwerk des Komponisten ein.

Man darf gespannt sein, wie die zweite Einspielung werden wird. Die erste jedenfalls verdient schlicht und einfach ein "bravo".


Hinterlegt in  //   Florian Uhlig   Hélène Grimaud   Lang Lang  
Per email 

Kommentare [0]

Staatskapelle Dresden, bestes Orchester der Welt?

Staatskapelle

Die Staatskapelle Dresden zählt zu den traditionsreichsten und ältesten Orchester der Welt. Gegründet wurde der sagenumwogene Klangkörper schon im Jahr 1548 von Moritz von Sachsen und ist wohl der einzigste auf der Welt, der seit damals durchgehend musiziert hat und ganz gleich in welcher Epoche stets zu den besten zählte.

Gibt es Gründe? Ja, besonders jenen, dass die Staatskapelle Dresden - wir kein Orchester der Welt - die beste Bläserformation - in der Tat - aller Zeiten hat. Die Presse schrieb nach den Wiener Maikonzerten der Staatskapelle, welche 2010 im Musikverein unter der Leitung von Christian Thielemann stattgefunden haben: "Der Jubel war nach dem Strauss'schen 'Zarathustra' und Wagners 'Meister-singer'-Vorspiel schier grenzenlos."

Ja, je mehr man darüber nachdenkt, je mehr man die aktuelle Tour des Orchesters studiert, je mehr man in die Vergangenheit schaut und Stück für Stück herausfindet, dass alles, was die Staatskapelle Dresden in die Hand nimmt in musikalisches Gold verwandelt wurde (und wird), desto mehr drängt sich die Tatsache auf, es ist das beste Orchester der Welt, das wir zur Zeit haben.

Einmalig ist das Konzert, welches Ende März 2010 von Mitteldeutschen Rundfunk in Koproduktion mit Arthaus Musik aufgenommen wurde. Kein geringer als Zubin Mehta dirigiert, Thomas Quastoff erweist Gustav Mahler mit den "Kindertotenliedern" auf wundersame Weise die Ehre. Das opus 90 von Richard Strauss ist nie klarer da gewesen und in den letzten 50 Jahren mit Sicherheit nie deutlicher gelesen worden, als von Zubin Mehta und dem Orchester.

Das Orchester live kann man am besten in Dresden erleben, am Ort seiner Geburt.

Die Termine sind am besten via der Website der Semperoper Dresden einlesbar.

Per email 

Kommentare [0]

Michael Gielen: Grandiose Schumann Neuerscheinung

Gielen

Michael Gielen ist leider nun im 21. Jahrhundert an der Stelle angekommen, an welcher im 20. Jahrhundert Leonard Bernstein und Herbert von Karajan waren. Mit seinen mehr als achtzig Lebensjahren rückt er in den Olymp jener Dirigenten auf, die wirklich Ahnung von der Materie Musik haben, aber eben leider zur ihrer Zeit nicht mehr so oft wie früher zu hören und zu erleben sind.

Dennoch zählt Gielen nicht zum "alten Eisen", nein. Seine jüngste Einspielung (erschienen bei Hänssler Classics) der 2. und der 3. Sinfonie des Jahresregenten Robert Schumanns sind der Beweis, dass der Pultmeister Gielen weiterhin etwas zu sagen hat, besonders wenn es um die Musik des 19. Jahrhunderts geht.

Diese CD-Neuerscheinung darf keinem Musikliebhaber fehlen. Sie ist außerdem der Beweis dafür, wie sehr man spürt, wenn ein Dirigent und ein Orchester lange Zeit miteinander ein "Paar" waren, sozusagen durch Dick und Dünne gegangen sind und wenn beide miteinander abschließend eine fruchtbare "Ehe" hatten. So war Michael Gielen von 1986 bis 1999 Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden & Freiburg. Dieses "Ehe"phänomen war u.a. auch bei Günther Wand und dem NDR Sinfonieorchester, bei Marcello Viotti und dem Münchner Rundfunkorchester, oder auch bei Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern zu erleben.

Sowohl die "Rheinische", wie auch die die 2. Sinfonie: beide Werke sind von einer fesselnden Lebendigkeit geprägt, die Tempi sind genau richtig, es scheint alles ausgelotet, nichts zu viel und nichts zu wenig und alles ohne überkandideltes Dazutun von Romantizismen an Stellen, wo sie nicht (oder nie) hingehören.

Nota bene: diese Neuerscheinung ist ein absolut toller Beitrag zum Schumann-Gedenkjahr 2010.

Per email 

Kommentare [0]

Tatjana Lisnic: talentiert, unique und alles durch harte Arbeit

Lisnic-04

Nie war sie eingebildet, nie war sie voreingenommen, stets ist sie offen, flexibel, bravourös und immer und immer wieder eine Entdeckung für jene wert, die ihren Namen noch nie so richtig realisiert haben. Die Rede ist von Tatjana Lisnic.

Nun wird manch einer meinen "kenn ich doch, sie ist die Frau des Tenors Joseph Calleja" - doch berühmt berüchtigt für ihr Mozart- und 19. Jahrhundertrepertoire war sie schon vorher. Bis dato hat ihre Ehe mit Calleja sie nicht daran gehindert eigene Wege zu gehen, auch wenn beide gemeinsam insbesondere in den letzten Jahren an der Oper Frankfurt als das Traumpaar gehandelt wurden, so wie einst Roberto Alagna und Angela Gheorghiu es an der Oper von Lyon waren. „Manche Häuser fragen direkt nach uns beiden im Paket, aber das ist für uns keine Bedingung.“, so Calleja. In Japan passierte es zum Beispiel, dass Tatiana Lisnic für eine Rolle engagiert wurde und Joseph Calleja erst Monate später gefragt wurde, ob er in der gleichen Oper die Tenorpartie übernehmen wolle.

Von Herzen zu empfehlen ist die 2002 bei Naxos erschienene Gesamtaufnahme von Puccinis' "Gianni Schicchi". Was für eine Stimme, wunderbare Übergänge, die Stimme ist nicht gepresst, einfach nur natürlich. Verismo und die Gesangeskunst eines Puccini erfahren mit Lisnics "Schicchi" Interpretation einen Höhepunkt, wie man ihn stets vergeblich an den Opernhäusern dieser Welt sucht.

Nachdem sie erfolgreich das Herbert-von-Karajan Stipendiat absolvierte und nachdem der Wiener Staatsopernintendant Ioan Holender wie auch der Dirigent Riccardo Muti sie entdeckten ging es Schlag um Schlag. Die Moldawierin Lisnic hatte den Sprung auf die großen Bühnen dieser Welt geschafft und bis heute hat kein renommiertes Opernhaus auf sie verzichtet, sei es, um sie als Norina (Don Pasquale), Lucia (Lucia di Lammermoor), Susanne (Le Nozze di Figaro) oder als Mimi (La Bohème) zu engagieren.

Bitte weiter so!

Per email 

Kommentare [0]

Eine Bilderbuchkarriere mit Bilderbucheinstand - Rinaldo für London

Rinaldo

Wie faszinierend doch dieser Mann war und immer noch ist. Sein Charakter war nicht dazu geeignet, in einem kleinen Herzogtum von Deutschland zu verharren und Kantaten zu schreiben, sagen wir, es war auch nicht sein Schicksal. Denn der liebe Gott hatte mit Georg Friedrich Händel andere Dinge vor.

So ging es in seiner Karriere von Deutschland zuerst nach Italien, wo Händel den Stil der damaligen Zeit aufsog wie ein Schwamm das Wasser. Danach ging es weiter - mit einer Zwischenstation über Hannover - nach England, jenes Land, welches mit Händel den perfekten Deal machen konnte: die Lücke schliessen, welche Henry Purcell hinterließ. Ein neuer Komponist für die Glorifizierung des Landes war gefunden.

"Rinaldo" ist die erste Oper, welche Händel für London komponierte. Alles mußte in Windeseile geschehen, da im Queen's Theatre ab dem Jahr 1710 auch Opern aufgeführt werde durften und es war an der Zeit, eine solche Oper dem Publikum endlich zu präsentieren. In einer Zeit von nur drei Wochen schuf Händel seine erste Rinaldofassung. Im Februar 1711 kam das Werk zur Uraufführung.

Mittelpunkt der Oper ist Rinaldo, ein Ritter. Ihm wurde die Hand der Tochter des Generals Goffredo versprochen (ihr Name ist Almirena), da Rinaldo erfolgreich gegen die Sarazenen gekämpft hat. Doch der König der Sarazenen gibt nicht auf, will Almirena entführen, um so wieder ein Erpressungsmittel gegen Goffredo zu haben. Magische Kräfte sind im Spiel, die Entführung findet statt, aber Almirena wird am Ende auch wieder befreit und alles ist gut.

Die wohl beste Aufnahme dieser Oper ist bei Harmonia Mundi erschienen. Es spielt das Freiburger Barockorchester unter der Leitung von René Jacobs. Abseits der Sänger, die allesamt bestens besetzt sind, verdient das größte Lob das Freiburger Barockorchester und René Jacobs: welch wahnsinnige Subtilität bei jedem Rezitativ, bei jeder Arie, bei jedem Orchester- oder Chorstück. Jacobs versteht es aus der Oper ein Fest der Instrumente, ein Fest händelscher Instrumentation zu machen - man fühlt sich im Paradies, hört man sich die Bläser an, aber auch die Basso Continuo Gruppe.

Fazit: Kaufen und geniessen!


Per email 

Kommentare [0]

Lulu aus Münchner Sicht verständlich gemacht

Lulu

"Lulu" von Alban Berg hatte just im Theater an der Wien in Wien Premiere.

Die erste aller Fragen, die sich hier stellt, ist doch die Tatsache, dass dieses wunderbare Haus nicht gerade für eine Oper solch umfassender Dramatik geeignet ist. Vielmehr zwängt sich die Festellung auf, dass der sonst in barocker Manier gehaltene Spielplan des Theaters gefüllt werden muss, um ja der Wiener Staatsoper Paroli bieten zu können.

Zurück zum Werk. Diese Oper ist vielleicht kein Meisterwurf hinsichtlich der Verbindung von Text und Musik. Wie auch immer. Jedoch ist sie ein gefundenes Fressen für Regisseure, die sich etwas trauen, Regisseur, die diese Oper an der Titelfigur und ihrer Wirkung verstehen und dem Publikum damit etwas über den Kern "Lulus" beibringen wollen: Voyeurismus, Gier und Macht sind "in", willkommen in unserer Zeit der Medien- und Modellstars.

David Alden und sein Kostümteeam hatten sich etwas getraut und an der Bayerischen Staatsoper gezeigt (Premiere war 2004).

Alden konzentrierte sich auf die Lulu allein, sie ist - wer sonst - der Star, das absolute Zentrum und Verständnis des Werkes zum Werk hin. Die Süddeutsche Zeitung schrieb dazu: "Jede Mythisierung einer 'Urgestalt des Weibes' ist Alden fremd, zu sehen ist allerdings dessen perfekte Gestalt.", und weiter heisst es "Alden beobachtet und zeigt die Wirkungsmechanismen" hinter dem Werk und seiner Heldin, "auch die aktuell erkennbaren Symptome von Bildfaszination, -erkenntnis und -störung: die Medien. Es wird gefilmt und photographiert auf der Bühne, was das Zeug hält, ständig sind Apparate und Handkameras präsent."

Sehenswert also, wie München an ein so schwieriges Werk herangegangen ist.

Hörempfehlung: Brigitte Fassbaender als Lulu, unter der Leitung von Jeffrey Tate, erschienen bei EMI Classics.

Per email 

Kommentare [0]

Alban Bergs "Lulu"

Images

Die Kritiker waren durch die Bank angetan von Peter Steins "Lulu"- Inszenierung anlaesslich Alban Berg's rundem Geburts- und Todestages. Nichtsdestotrotz hinterlaesst die Oper beim Zuhoerer zum wiederholten Male einen seltsam leeren und angestrengten Eindruck: warum ist man nicht innerlich bewegt von dem Schicksal der Protagonistin und Ihrer vielen Opfer-Peiniger? An der Musik kann es nicht liegen, das merkt man insbesondere an den Zwischenspielen, wo man ihrer Intensitaet erst richtig gewahr wird. Kann es an der hoechst unzeitgemaessen und gegen Ende hin verworrenen Handlung liegen? Wenn in der letzten Szene Graefin Geschwitz sich vornimmt zu "immatrikulieren", "Jurisprudenz zu studieren" und um Frauenrechte zu kaempfen, um kurze Zeit spaeter Ihr Leben auszuhauchen ist einem eher zum Lachen zumute. Ihre Verehrung fuer Lulu wirkt aufgesetzt, die vielen Maennerlobreden ueber Lulus Reize peinlich. Der kolossale Schlussakkord des Schreckens trifft einem in Mark und Bein aber nicht wegen Lulus Ende. Er wirkt eher wie Mahlers Aufschrei der Verzweiflung in der 10ten Symphonie, die ganz ohne Handlung und Darsteller Ihre volle Wirkung auf den Zuhoerer entfaltet. Hat Berg auf ein schlechtes Libretto gesetzt? Man kann sich den Gedanken nicht verkneifen angesichts der grossartigen Uebereinstimmung von Handlung, Wort und Musik, die Bergs andere grosse Oper "Wozzeck" auszeichnet...

Per email 

Kommentare [0]