Wie faszinierend doch dieser Mann war und immer noch ist. Sein Charakter war nicht dazu geeignet, in einem kleinen Herzogtum von Deutschland zu verharren und Kantaten zu schreiben, sagen wir, es war auch nicht sein Schicksal. Denn der liebe Gott hatte mit Georg Friedrich Händel andere Dinge vor.
So ging es in seiner Karriere von
Deutschland zuerst nach Italien, wo Händel den Stil der damaligen Zeit aufsog wie ein Schwamm das Wasser. Danach ging es weiter - mit einer Zwischenstation über
Hannover - nach
England, jenes Land, welches mit Händel den perfekten Deal machen konnte: die Lücke schliessen, welche
Henry Purcell hinterließ. Ein neuer Komponist für die Glorifizierung des Landes war gefunden.
"Rinaldo" ist die erste Oper, welche Händel für London komponierte. Alles mußte in Windeseile geschehen, da im Queen's Theatre ab dem Jahr 1710 auch Opern aufgeführt werde durften und es war an der Zeit, eine solche Oper dem Publikum endlich zu präsentieren. In einer Zeit von nur drei Wochen schuf Händel seine erste Rinaldofassung. Im Februar 1711 kam das Werk zur Uraufführung.
Mittelpunkt der Oper ist Rinaldo, ein Ritter. Ihm wurde die Hand der Tochter des Generals Goffredo versprochen (ihr Name ist Almirena), da Rinaldo erfolgreich gegen die Sarazenen gekämpft hat. Doch der König der Sarazenen gibt nicht auf, will Almirena entführen, um so wieder ein Erpressungsmittel gegen Goffredo zu haben. Magische Kräfte sind im Spiel, die Entführung findet statt, aber Almirena wird am Ende auch wieder befreit und alles ist gut.
Die wohl beste Aufnahme dieser Oper ist bei
Harmonia Mundi erschienen. Es spielt das
Freiburger Barockorchester unter der Leitung von René Jacobs. Abseits der Sänger, die allesamt bestens besetzt sind, verdient das größte Lob das Freiburger Barockorchester und René Jacobs: welch wahnsinnige Subtilität bei jedem Rezitativ, bei jeder Arie, bei jedem Orchester- oder Chorstück. Jacobs versteht es aus der Oper ein Fest der Instrumente, ein Fest händelscher Instrumentation zu machen - man fühlt sich im Paradies, hört man sich die Bläser an, aber auch die Basso Continuo Gruppe.
Fazit: Kaufen und geniessen!
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