Nonobach

Klassik von J.S. Bach bis Luigi Nono und mehr 

Saul und ein Fest der Stimmen

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Kleinvieh macht auch Mist, sagt man. Und das muss wohl stimmen, wenn man sich einmal umsieht und bemerkt, was weniger bekannte Ensembles auf die Beine stellen.
 
So geschehen mit der CD-Aufnahme "Saul" (erschienen bei SK live). Ein Oratorium in drei Akten, komponiert von keinem geringeren als Georg Friedrich Händel, ein Werk, das an Stimmengewalt und Masse wohl kaum zu übertreffen ist.
 
Interpretiert wird das Werk von der Schiersteiner Kantorei, welche im hessischen Wiesbaden ansässig ist. Was man hört ist einmalig: ob der Orchesterpart, oder der Chorpart, alles in feinster Barockmanier und - ja, man staune - in englischer Sprache (Originalsprache des Oratoriums) vorgetragen. René Jacobs oder John Eliot Gardiner mit seinen English Baroque Soloists sind ein Kaliber, die Schiersteiner Kantorei ein anderes. Hinzu gesellen sich auch Solisten von internationalem Rang, wie der weltberühmte Countertenor Andreas Scholl. Und ein richtiger guter Aufführungsort wurde noch dazu ausgewählt: das Kloster Eberbach.
 
Saul stellt eine nationale und politisch brisante Tragödie dar, in der das Schicksal des Einzelwesens – der Tod Sauls und seines Sohnes Jonathan – vor der nationalen Katastrophe der unmittelbar daran beteiligten und davon betroffenen Volksmassen zurücktritt.

Große Kunst kann nichts anderes leisten, als vorbildlich zu wirken, es ist ihr nicht anzulasten, wie wenig Einfluss sie auf verblendete und gottlose Menschen haben mag. Das Paradigma eines solchen stellt auch König Saul, eine der ambivalentesten und fragwürdigsten Personen des Alten Testaments, dar. Innerlich zerrissen, mutig im Kampf und feige im Leben, unfähig, sein vom Aberglauben befallenes Volk zu führen, moralisch krank und geistig verfallend, zieht sich Saul selbst in den unausweichlichen Untergang. Saul ist die Geschichte eines geborenen Verlierers – und doch auch eines Wegbereiters: Am Ende wird sein Nachfolger David eine neue kulturgeschichtliche Epoche begründen, das Volk leiten, und zumindest versuchen, dies auch gut zu tun.

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Die Kunst Bach zu singen

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Diana Damrau: das Wunder

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Wie lange hat Deutschland nach einer würdigen Nachfolgerin von Edita Gruberova gesucht, wie lange nach einer Mozartinterpretin, wie lange nach einer Verdiinterpretin? Sänger, welche mehrere Stile verschiedener Epochen vereinen, sind rar. Karajan nannte sie "Jahrhundertstimmen". Dass Netrebko nicht dazu gehört, darauf ist in anderen blogs schon mehrmals hingewiesen worden.

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Violeta Urmana: Hingabe bis in die Spitzen

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Der Wirbel um Anna Netrebko scheint endlich zur Ruhe zu kommen. Als am 26. Juni 2010 Staatsoperndirektor Ioan Holender sich mit seiner "Musikalischen Rückschau 1991 - 2010" von seinem Publikum und seinem Team verabschiedet hat kamen fast ausnahmslos alle Sängerinnen und Sänger, die ihn in diesen Jahren begleitet haben. Natürlich war auch Anna Netrebko dabei, doch mehr Jubel erntete Waltraud Meier für ihren "Liebestod", oder auch Diana Damrau für "La Sonnambula". Wie schon bei der "best of" CD von Anna Netrebko erwähnt: die alte Leier, show mit eintönigem Gesang darzubieten, wird langweilig. Die Welt hat mehr zu bieten!

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"Semele" im Theater an der Wien

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Mit Spannung werden im September 2010 die fünf "Semele"-Aufführungen im Theater an der Wien erwartet. Und dazu wird keine geringere als Cecilia Bartoli die Titelpartie singen, William Christie wird das Oratorium dirigieren, musikalisch unterstützen wird ihn dabei das Orchester Les Arts Florissants.

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Unvergesslich: Renata Tebaldi

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Was der Tod Pavarottis, so der Tod Renata Tebaldis im Jahr 2004 - ein Meilenstein der weiblichen Gesangeskunst verstummte für immer.

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Brahms und die Motette: Eine Rarität

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Die Motette wird primär der sakralen Musik zugeschrieben, aber erst seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Zuvor war die Motette ein Werk, welches mehrstimmig ist, weltlich auch verwendet wurde und besonders dadurch gekennzeichnet war, dass ein bestimmter Rhythmus in der Unterstimme bzw. in den Unterstimmen immer wiederkehrte.

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Anna Netrebko wird zum Leierkasten

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Grotesk, einfach billig. Mit "The Best of Anna Netrebko" (bei der Deutschen Grammophon 2009 erschienen) führt sich die Sängerin selbst ab adsurdum und merkt es nicht einmal.

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Placido Domingo auf den Spuren Pavarottis

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Die Musikwelt hielt den Atem an, als vor einigen Wochen einer der letzten großen Tenöre dieses Erdballs an Darmkrebs erkrankte. Doch mittlerweile hat sich die Aufregung gelegt. Placido Domingo hat die notwendige Operation sehr gut überstanden und ist auf dem besten Weg der Genesung. Schon Ende Juni 2010 steht er wieder mit einer Wagneroper am Dirigierpult der Los Angeles Opera.

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München und Bach - eine geniale Verbindung

Bach

Das Werk trägt die Nummer BWV 201. Das Werk wird selten gespielt. Das Werk heisst 'Der Streit zwischen Phoebus und Pan' und verdient einen genaueren Hinblick.

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